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Fußball-Verbandspokal

Los oder Elfmeterschießen? Wie der südbadische Teilnehmer am DFB-Pokal ermittelt wird

Nach dem Abbruch der Saison 2020/21 in den Amateurligen wollen die Fußballer zumindest ihre Pokalwettbewerbe beenden. Doch auch hier droht die Corona-Pandemie alternative Lösungen zu erzwingen.

Auszeit für ein beliebtes Format? Der „Finaltag der Amateure“ könnte in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie erstmals seit seiner Einführung 2016 ausfallen. Foto: Eibner/imago images

Der SV Oberachern war dabei, als vor fünf Jahren die verschiedenen Landespokalsieger erstmals innerhalb eines „Finaltags der Amateure“ ermittelt wurden. Auf dramatische Weise unterlag der mittelbadische Fußball-Oberligist in Offenburg dem FC Villingen mit 3:5.

Seitdem hat sich das von der ARD übertragene Format mit mehreren Live-Konferenzen bewährt, sogar nach dem coronabedingten Abbruch der Saison 2019/20 kam es Ende August 2020 zu einem verspäteten Finaltag – wieder mit dem SVO als Verlierer (0:3 in Freiburg gegen Rielasingen-Arlen).

In diesem Jahr steht der Finaltag jedoch vor dem, zumindest vorübergehenden, Aus. Zwar halten die Verbände noch am geplanten Termin, dem 29. Mai, fest. Doch realistisch ist dies angesichts der aktuellen Corona-Auflagen nicht. Mindestens drei Wochen Vorbereitungszeit sollen den neun im südbadischen Pokal verbliebenen Teams vor dem nächsten Pflichtspiel eingeräumt werden, wie bei einer Telefonkonferenz der betroffenen Clubs mit dem Südbadischen Fußballverband (SBFV) vereinbart wurde.

Unser Ziel ist es, die Finalteilnehmer sportlich zu ermitteln.
Thorsten Kratzner, SBFV-Pressesprecher

Das würde bedeuten, dass Ende April wieder ein Mannschaftstraining auf dem Platz möglich sein muss. Denn vor dem Finale wären noch Viertelfinale (20. Mai) und Halbfinale (22. Mai) zu absolvieren. Der SV Oberachern müsste davor sogar noch seine Achtelfinal-Partie beim FSV Stegen bestreiten.

„Unser Ziel ist es, die Finalteilnehmer sportlich zu ermitteln. Aber es wird brutal eng“, sagt SBFV-Pressesprecher Thorsten Kratzner, der mit den Vereinen auch bereits mögliche Alternativen zum Finale am 29. Mai erörterte. So wäre auch eine Verschiebung des Endspiels auf Ende Juni möglich.

Teilnehmer am DFB-Pokal muss am 30. Juni feststehen

Hintergrund ist, dass die Teilnehmer am lukrativen DFB-Pokal bis zum 30. Juni gemeldet sein müssen. Dass Südbaden auf seinen Amateur-Vertreter in diesem Wettbewerb verzichtet, sei kein Thema, versichert Kratzner.

Ein späterer Finaltag der Amateure wie am 22. August des Vorjahrs ist nach derzeitigem Stand nicht möglich, da der DFB an der Terminierung der ersten nationalen Pokalrunde (6. bis 9. August) festhält.

„Wenn es nicht anders geht, muss das Los entscheiden“, sagt Kratzner, der für diesen Fall eine solidarische Verteilung der üppigen Prämie ankündigt. Nach BNN-Informationen ist es auch denkbar, dass der südbadische DFB-Pokal-Starter per Elfmeterschießen ermittelt wird.

Das hat für mich nichts mit Fußball zu tun.
Mark Lerandy, Trainer des SV Oberachern

Davon hält Oberacherns Trainer Mark Lerandy freilich nichts. „Das hat für mich nichts mit Fußball zu tun“, sagt Lerandy, der auf eine sportliche Entscheidung hofft. „Wir wollen das Ding in 90 Minuten mit elf gegen elf durchspielen.“

Notfalls sollten die Spiele zeitlich verschoben werden. Doch selbst dann sieht er Pokalspiele, womöglich mit Verlängerung über 120 Minuten, nach rund einem halben Jahr Corona-Pause und kurzer Vorbereitung kritisch. „Das ist nicht förderlich für die Gesundheit der Jungs.“

Trainer Leberer vom SV Linx begrüßt Turnierform

Diese Auffassung teilt Lerandys Trainerkollege Thomas Leberer, der mit dem Oberligisten SV Linx im Pokal-Viertelfinale steht. Leberer plädiert für eine Austragung der ausstehenden Pokalspiele im Juli und somit eine spätere Meldung des DFB-Pokal-Starters.

„Das halte ich für die fairste Variante. Den Sieger auszulosen oder im Elfmeterschießen zu ermitteln, ist bei einem der wichtigsten Wettbewerbe im Amateurfußball nicht angemessen“, sagt Leberer, der sich auch mit einer Entscheidung in einer kompakten Turnierform anfreunden könnte. „Das fände ich cool.“

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