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bfv-Verbandstag

Moos scheut den Zweikampf gegen Zimmermann

Die Initiative #neuanfangbfv2020 wird keinen Kandidaten gegen Ronny Zimmermann in die Wahl um das bfv-Präsidentenamt schicken. Der virtuelle Verbandstag könnte damit weitaus unspektakulärer werden als angenommen.

Alles digital: Wie schon beim außerordentlichen Verbandstag im Juni muss die Veranstaltung auch diesmal per Videoübertragung stattfinden. Foto: Markus Gilliar/GES

Die Pfeile, die gegen Ronny Zimmermann geschossen wurden, waren scharf. Der Präsident des Badischen Fußballverbandes habe „längst den Bezug zur Basis verloren“, hieß es. Indirekt gab man ihm die Schuld für „Gewaltexzesse gegen Schiedsrichter im Amateurfußball“. Ein System der Machterhaltung und Vetterles-Wirtschaft habe sich unter seiner Führung etabliert. Und überhaupt würde der 59-Jährige ganz im Stile eines Wladimir Putin den längst überfälligen Verbandstag und damit die notwendige Abwahl seiner Person verschleppen.

Verbandstag war ursprünglich im Juli geplant

Die Initiative #neuanfangbfv2020, die im Spätjahr 2018 vor allem auf Bestreben des früheren Mannheimer Kreisvorsitzenden Ralph Kirchhoff gegründet wurde, hatte sich ein Feindbild auserkoren. Und das hieß: Ronny Zimmermann. Schwere Geschütze wurden auf der Facebook-Seite der Bewegung, die mittlerweile unter dem Namen „Badische Fußball Opposition“ firmiert, aufgefahren.

Man wähnte die Mehrheit der 616 Mitgliedsvereine im Badischen Fußballverband (bfv) hinter sich. Ziel war es, Zimmermann beim Verbandstag, der ursprünglich im Juli in Remchingen geplant war, nach 16 Jahren von der Spitze zu vertreiben. Der frühere Meckesheimer Bürgermeister Hans-Jürgen Moos war als Gegenkandidat aufgebaut worden.

Nun wird der 39. ordentliche Verbandstag am kommenden Samstag virtuell stattfinden. Rund 200 Delegierte aus den neun Kreisen werden an den Abstimmungen teilnehmen. Die Corona-Pandemie lässt keine Präsenz-Veranstaltung zu. Der späte Termin liegt darin begründet, dass die vorgeschalteten Kreistage und der Jugendverbandstag fristgerecht abgehalten werden mussten.

Keine Wechselstimmung bei den Kreistagen

Bei eben diesen Kreistagen muss es auch gewesen sein, dass die selbsternannte Opposition gegen den bfv die Aussichtslosigkeit ihrer Lage anerkennen musste. Außer in Mannheim, wo Moos und seine Mitstreiter monieren, dass ihr Kandidat zu Unrecht nicht zur Wahl zugelassen wurde und sich deshalb rechtliche Schritte vorbehalten, war die Bewegung nicht präsent, um eine mögliche Wechselstimmung auszuloten oder gar zu erzeugen. An diesem Freitag, rund eine Woche vor der Veranstaltung, gab Moos nun seinen Plan auf, gegen Zimmermann in einer Kampfabstimmung anzutreten. Virtuell könne sich keinerlei Gruppendynamik entwickeln, begründete er seine Entscheidung.

Ob sich Moos nun im Verband einbringen kann und darf, was er mit seiner Expertise durchaus könnte, oder ob im Vorfeld zu viel Porzellan zerschlagen wurde – darüber gehen die Meinungen auseinander. Grundsätzlich will Zimmermann niemanden von der Beteiligung ausschließen, das betonte er ausdrücklich, wehrte sich aber auch gegen die Kritik.

„Bei meinen vielen Kontakten zu den Clubs, unter anderem im Rahmen des Vereinsdialogs, hatte ich nicht den Eindruck, dass es Probleme mit meiner Person oder dem bfv gibt, ganz im Gegenteil. Das Feedback unserer Vereine war und ist für mich ein ganz anderes, als es von einzelnen Personen auf dieser einen Seite populistisch dargestellt wird“, so Zimmermann.

Satzungsänderung mit Spannung erwartet

Nach den neuesten Entwicklungen ist nun eher ein ruhiger Verbandstag zu erwarten, der ohnehin durch die besonderen Umstände gestutzt wurde. „Wir machen nur das, was absolut erforderlich ist“, sagt Zimmermann. Dazu gehören neben den Neuwahlen und den Berichten wichtige Änderungen an den Satzungen, die mit Spannung erwartet werden. Besonders der neue Paragraf 4c der Spielordnung wird wohl schon in dieser Saison direkte Auswirkungen für die Vereine haben.

Die schönen Dinge, all das, was mit Zwischenmenschlichkeit zu tun hat, soll auf einem außerordentlichen Verbandstag im kommenden Jahr nachgeholt werden. Zum Beispiel die Würdigung der ausgeschiedenen Kreisvorsitzenden Heinz Blattner (Bruchsal) und Benjamin Pieper (Pforzheim) und von Zimmermanns Vorstandskollegen Helmut Sickmüller und Nadine Martin. „Mir würde es weh tun, die Kolleginnen und Kollegen, die sich so lange für den Fußball engagiert haben, so verabschieden zu müssen“, sagte Zimmermann.

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