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Schach

OSG Baden-Baden bewirbt sich um europäisches Online-Championat

Nach einer coronabedingten längeren Pause tritt die OSG Baden-Baden, das Maß aller Dinge in der deutschen Schachszene, beim neu ins Leben gerufenen European Online Chess Club Cup an. Außerdem hoffen die Kurstädter, dass im Sommer die zentrale Bundesliga-Endrunde ausgerichtet werden kann.

Blick in die Vergangenheit: Als 2019 die zentrale Schach-Bundesliga-Endrunde in Berlin stattfand, herrschte großer Zuschauerandrang. Sollte es in diesem Jahr eine Neuauflage geben, wird es solche Bilder wohl nicht geben. Foto: Georgios Souleidis

Im September des vergangenen Jahres sicherte sich die OSG Baden-Baden einmal mehr den deutschen Schach-Mannschaftsmeistertitel. Zum 14. Mal innerhalb von 15 Jahren gingen die Kurstädter als Erster über die Ziellinie.

Der nationale Champion 2020 wurde dabei nicht in einer regulären Bundesligarunde ermittelt, sondern in einem fünftägigen Turnier in Karlsruhe, an dem sich acht Bundesligisten beteiligten.

Gemeinsame zentrale Endrunde in Berlin geplant

Der Wettbewerb war eine Zusatzveranstaltung vor dem Hintergrund, dass die Schach-Bundesliga den Spielbetrieb der Saison 2019/20 coronabedingt unterbrochen hat und diesen 2021 fortzusetzen gedenkt. In einer gemeinsamen zentralen Endrunde sollen in Berlin die Männer und Frauen die noch ausstehenden Rundenspiele absolvieren und dabei den deutschen Meister 2021, die Teilnehmer am Europapokal sowie die Absteiger in die Zweite Bundesliga ermitteln.

Das Problem: Es muss ein geeigneter Termin gefunden werden. Ursprünglich sollte das Turnier im Mai stattfinden, dann im Juni. Mittlerweile wird der August angepeilt. Patrick Bittner, der Vorsitzende der OSG Baden-Baden, beschreibt die Situation: „Vom 8. bis 21. August steigt in Rumänien die Frauen-EM. Auch die Männer spielen um die EM, wobei hier noch kein genaues Datum feststeht. In jedem Fall dürfte es eng werden für das Vorhaben, im August gleichzeitig den Meister bei den Männern und Frauen zu küren.“

Sollte die Veranstaltung, die für die Männer noch sieben Spiele vorsieht, stattfinden, ist Titelverteidiger Baden-Baden erneut erster Anwärter auf den Meistertitel. Die OSG führte zum Zeitpunkt der Saisonunterbrechung das Klassement mit optimalen 14 Punkten vor dem gleichauf liegenden SV Hockenheim an.

Diese Veranstaltung in Berlin wird eine große Strahlkraft aufweisen.
Markus Schäfer, Präsident der Schach-Bundesliga

Markus Schäfer, der Präsident der Schach-Bundesliga, hofft, dass das zentrale Treffen zustande kommt. „Diese Endrunde in Berlin wird eine große Strahlkraft aufweisen, zumal viele Spieler der nationalen und internationalen Spitzenklasse teilnehmen.

Von besonderer Spannung wird der Kampf um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft zwischen Baden-Baden und Hockenheim sein, die in der vorletzten Runde im direkten Duell aufeinander treffen. Ich hoffe, dass es die Pandemie-Situation erlauben wird, auch Zuschauer vor Ort zuzulassen. In jedem Fall können alle Partien live im Internet verfolgt werden.“

Online-Europacup wird zum ersten Mal ausgerichtet

Gibt es zum Thema Fortsetzung der Bundesliga-Saison noch viele offene Fragen, steht der Einsatz der OSG Baden-Baden beim European Online Chess Club Cup unmittelbar bevor. Vom 27. bis 31. März bewerben sich 91 Mannschaften um den Sieg beim erstmals ausgetragenen Online-Europacup. Dabei geht die OSG Baden-Baden als Nummer eins der Setzliste ins Rennen.

Die Baden-Badener Top-Spieler Maxime Vachier-Lagrave, Richard Rapport, Etienne Bacrot, Alexei Shirov und Arkadij Naiditsch, die die OSG-Mannschaft bilden, warten mit einem Eloschnitt von 2.722 auf. Sie müssen sich allerdings Gegnern aus Tschechien, Russland, England, Frankreich und Aserbaidschan erwehren, die nominell ähnlich stark sind. Die weiteren deutschen Teilnehmer sind SF Deizisau, SV Hockenheim, Hamburger SK, Werder Bremen, SF Berlin, SK Doppelbauer Kiel sowie die Vertretung des Frauen-Bundesligisten SK Schwäbisch Hall.

Siegprämie als zusätzlicher Anreiz

Bei der Premiere des European Online Chess Club Cups wird auf der Tornelo-Plattform Schnellschach 15+5 mit Vorrunde, Play-offs und Endrunde gespielt. Ein zusätzlicher Anreiz ist die Siegprämie von 4.000 Euro. Der Zweitplatzierte erhält 3.000 Euro, der Dritte nimmt immerhin noch 2.000 Euro mit.

„Für die OSG Baden-Baden ist wichtig, bei einer solchen Veranstaltung Präsenz zu zeigen und ein Zeichen zu setzen, dass auch in diesen Zeiten etwas geht“, sagt der OSG-Chef Patrick Bittner.

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