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Trotz überraschender Niederlage

Dramatisches Finale in Berlin: Schach-Rekordmeister OSG Baden-Baden holt den 15. Titel

Der Favorit wankte, aber er fiel nicht. Rekordmeister OSG Baden-Baden hat beim Finale der Schach-Bundesliga in Berlin seine Favoritenrolle bestätigt – trotz einer völlig überraschenden Niederlage gegen Außenseiter Bayern München.

Die Baden-Badener Doppelspitze Maxime Vachier-Lagrave und Viswanathan Anand (von rechts) musste sich im Vergleich mit dem härtesten Rivalen Hockenheim jeweils mit einem Remis begnügen. Foto: Johannes Winkler

Eine Zitterpartie endete am Sonntagnachmittag für die Ooser Schachgesellschaft (OSG) Baden-Baden mit dem angestrebten Triumph. Mit dem 15. Titel im Gepäck kehrt der deutsche Rekordmeister aus Berlin zurück nach Baden.

Dabei mussten Spieler und Umfeld des großen Favoriten beim Finale der Schach-Bundesliga, die ihre im November 2019 begonnene und im März 2020 unterbrochene Saison mit großer Verspätung beendete, mehr leiden als erhofft.

Sieben Partien hatte die OSG binnen vier Tagen im Hotel Maritim proArte unweit des Brandenburger Tors zu absolvieren. Ein Mammutprogramm, das aus Baden-Badener Sicht zunächst den erwarteten Verlauf nahm.

OSG Baden-Baden mit völlig überraschender Niederlage gegen München

Die OSG feierte souveräne Siege gegen den SC Viernheim (5:3), Tabellenschlusslicht Aachener SV (7,5:0,5) und BCA Augsburg (6:2). Eine völlig überraschende 3,5:4,5-Niederlage gegen den FC Bayern München, der im Gegensatz zum Fußball in der Schach-Bundesliga eher Mittelmaß darstellt, brachte die Baden-Badener dann am Freitagabend nur leicht in die Bredouille, weil der härteste Widersacher Hockenheimer SV ebenfalls unerwartet gegen Gastgeber SF Berlin (3,5:4,5) patzte.

Solche Ergebnisse sind das Salz in der Suppe des Sports.
Patrick Bittner, Vorsitzender OSG Baden-Baden

„Solche Ergebnisse sind das Salz in der Suppe des Sports, trotzdem haben wir uns darüber mächtig geärgert“, sagte der OSG-Vorsitzende Patrick Bittner.

Knappe Siege der OSG Baden-Baden gegen direkte Konkurrenten

Am Samstag folgten die vorentscheidenden Vergleiche gegen die Schachfreunde Deizisau und Hockenheim. Beide Duelle gingen denkbar knapp mit 4,5:3,5 an die Baden-Badener Weltauswahl. Bittner räumte ein, dass der Erfolg gegen das Baden-Badener Ausbildungsteam Deizisau, bei dem OSG-Teamchef Sven Noppes als Vereinsvorsitzender fungiert, „glücklich“ gewesen sei.

Die lange Zeit völlig offene Begegnung gegen Hockenheim fasste Bittner mit „nervenaufreibend“ zusammen. Während sieben der acht Einzelpartien remis endeten, brachte der Sieg von Étienne Bacrot die Entscheidung. Der Franzose profitierte dabei von einem Missgeschick seines Konkurrenten Rainer Buhmann.

Somit reichte der OSG zum Abschluss am Sonntag ein Remis gegen den Tabellen-13. SG Speyer-Schwegenheim. Diese Pflichtaufgabe lösten die Baden-Badener souverän (7,5:0,5) und krönten sich erneut zum Champion. Seit 2006 ging der Titel mit nur einer Ausnahme (2016 gewann die SG Solingen) stets an die Oos. Vizemeister wurden die SF Deizisau, die mit einem 5:3-Sieg im direkten Duell zum Abschluss die SV Hockenheim noch auf den dritten Rang verdrängten.

Neue Saison der Schach-Bundesliga beginnt am 15. Januar 2022

Mit einem veränderten Feld geht die Schach-Bundesliga am 15. Januar 2022 in die neue Saison. Baden-Baden gilt dann wieder als Titelfavorit, nicht zuletzt dank des Weltklasse-Neuzugangs Anish Giri. Das bisherige Top-Team Hockenheim zieht sich aus der Bundesliga zurück in die Oberliga Baden.

Da zudem der SV Lingen bereits während der Runde sein Team zurückzog und der SC Heusenstamm sein Aufstiegsrecht nicht wahrnimmt, ist der Aachener SV der einzige sportliche Absteiger. Als Aufsteiger gehen der Düsseldorfer SK, der Münchener SC und der SK König Tegel Berlin in die neue Saison.

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