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Auftakt in Weinheim

Pforzheim Wilddogs streben in der neuen Football-Saison nach dem Aufstieg

Sie haben sich optimal vorbereitet – und fühlen sich reif für den Aufstieg: Die American Footballer der Pforzheim Wilddogs starten an diesem Sonntag mit mit einem Auswärtsspiel in Weinheim und großen Zielen in die neue Regionalliga-Saison.

Spektakel garantiert: Auch der Einlauf der Spieler der Pforzheim Wilddogs wird, unter anderem mit Fahnen, zelebriert.
Volle Hütte: Als es im Herbst in der Relegation um den Aufstieg in die GFL 2 ging, liefen die Wilddogs im Brötzinger Tal auf. Nun haben sie auf dem Riebergle jedoch nachgerüstet und freuen sich auf eine spannende Saison mit ihren lautstarken Fans. Foto: Harry Rubner

Man könnte es als Luxusproblem bezeichnen, was Michael Lang im Trainingslager geschehen ist. „Ich bin eigentlich ein Freund von Zuckerbrot und Peitsche“, sagt der Trainer der Pforzheim Wilddogs unverblümt. „Aber die Jungs haben mir in diesen Tagen nicht einmal die Gelegenheit gegeben, die Peitsche auszupacken. Sie haben absolut fokussiert gearbeitet, kamen immer pünktlich.“

Zwei Wochen ist das mittlerweile her – an diesem Wochenende wird’s für die American Footballer wieder ernst. Am Sonntag (15.30 Uhr) startet die Regionalliga-Saison für den amtierenden Meister mit einem Auswärtsspiel bei den Weinheim Longhorns. Und damit bei einem der Mitfavoriten auf den Titel.

„Die Nervosität ist schon da, wie vor jeder Saison“, gesteht Lang am Donnerstag. „Zumal wir in den vergangenen Tagen einige Hiobsbotschaften hatten.“ Voraussichtlich müssen die Wilddogs zum Saisonstart auf sechs Spieler verzichten, krankheits- und verletzungsbedingt. „In einem 36-Mann-Kader ist das ganz schön hart“, so Lang.

Pforzheim Wilddogs haben sich personell weiter verstärkt

Längerfristige Ausfälle sind allerdings nicht darunter. Und das macht den Pforzheimern Mut: In der Breite ist der Kader nämlich gewachsen. Einen einzigen Abgang hatten sie zu verzeichnen. Jens Amann probiert sich in der German Football League 1, der Ersten deutschen LIga, bei den Schwäbisch Hall Unicorns.

Ich hatte die gesamte Vorbereitung über das Gefühl, dass alle super konzentriert arbeiten und wir in unserer Entwicklung einen Riesenschritt gemacht haben.
Michael Lang, Headcoach der Pforzheim Wilddogs

Dafür sind in Lukas Klima, Lukas Pelikan und David Ovcarik drei ehemalige Erstliga-Spieler der Stuttgart Scorpions zu den Wilddogs gestoßen. Hinzu kommen noch drei „sensationelle Talente aus unserer eigenen Jugend, von denen zwei sogar Starter sind“, sagt Lang. Alle hätten sich, genau wie die vier Import-Spieler aus den USA, hervorragend eingefügt. „Ich hatte die gesamte Vorbereitung über das Gefühl, dass alle super konzentriert arbeiten und wir in unserer Entwicklung einen Riesenschritt gemacht haben.“

Eine kleine Wundertüte wird das erste Liga-Spiel der Saison trotzdem. Denn eine echte Standortbestimmung in Form eines Freundschaftsspiels hat es – wider Erwarten – nicht gegeben: „Das ist der einzige Wermutstropfen: Jena musste coronabedingt kurzfristig absagen“, erklärt Lang. „Und das Spiel in München konnte nicht steigen, weil an diesem Wochenende Schnee lag.“

Allein um Abläufe und Routinen unter Wettkampfbestimmungen zu testen, hätte er die Partien gerne mitgenommen. Zumal die Ambitionen groß sind in den Reihen der Wilddogs.

Aufstieg in die GFL 2 ist das erklärte Ziel der Pforzheimer Footballer

Nach der letztjährigen Meisterschaft und dem knapp verpassten Aufstieg in der Relegation kann es für die Wilddogs in dieser Saison nur ein erklärtes Ziel geben: „Wir wollen hoch“, sagt Lang selbstbewusst. Das hatten zuvor auch schon zwei seiner Captains, Philip Wenz und sein aktuell noch verletzter Bruder Jeremy, der als Assistant Coach unterstützt, ebenfalls betont.

Im vergangenen Jahr haben sich, glaube ich, noch nicht alle bereit gefühlt für die GFL 2.
Philip Wenz, Captain der Wilddogs

„Im vergangenen Jahr haben sich, glaube ich, noch nicht alle bereit gefühlt für die GFL 2“, hatte Philip Wenz im Gespräch berichtet. „Jetzt glaube ich, haben wir die Reife“, betont unterdessen Michael Lang. „Und es wäre wichtig, um das Team, so wie es jetzt aufgestellt ist, auch zu halten.“

Auf dem Riebergle haben sich die Wilddogs in den vergangenen Monaten jedenfalls eine echte Heimspielstätte geschaffen. „Wir haben in feste Tribünen investiert. Damit haben wir jetzt immer 600 Sitzplätze“, erklärt der Headcoach. Hinzu kommt ein Sprecherturm und mehrere Container als VIP-Bereich und für die Verpflegung. „Wir haben da jetzt eine richtig schöne Situation, können uns das Stück für Stück Football-spezifisch aufbauen. Das ist natürlich eine zusätzliche Motivation.“

Erstes Saisonspiel wird für die Pforzheim Wilddogs direkt ein Gradmesser

Zunächst aber müssen die Wilddogs auswärts ran. Für Lang wird der Auftritt in Weinheim direkt ein Gradmesser – „und ein Charaktertest“, sagt er. „Weinheim spielt sehr physisch, sehr aggressiv. Da wird sich zeigen, wie unsere Jungs reagieren, wenn sie zweimal auf dem Hosenboden gelandet sind.“

Gemeinsam mit Albershausen und Absteiger Biberach sieht Lang sein Team und die Longhorns als Titelfavoriten. Allerdings habe auch Holzgerlingen von der European Football League und dem Abstieg der Scorpions profitiert. „In der Breite ist die Liga deutlich stärker geworden“, meint der Wilddogs-Coach. „Es wird auf jeden Fall spannend.“

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