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Internetbasierte Spielerbörse

App für den Transfermarkt: Poacher soll Amateurfußball revolutionieren

Seit einem halben Jahr ist die Internet-Spielerbörse Poacher für Amateurfußballer auf dem Markt. Das Motto: „Von Fußballern für Fußballer“. Was sagen Amateure aus dem Bezirk Baden-Baden zu Poacher?

Patrik Weiler, der im Sommer vom FC Lichtental zum SV Sinzheim wechselt, machte in der Vergangenheit viele Vereine auf sich aufmerksam. Foto: Hans-Jürgen Collet

Online-Scouting für Vereine leicht gemacht: Seit gut einem halben Jahr ist die internetbasierte Spielerbörse Poacher für den Amateurfußball auf dem Markt. Im Fußballbezirk Baden-Baden ist das Online-Projekt dagegen noch recht unbekannt. Eine Umfrage gibt Aufschluss darüber, ob sich die Geschäftsidee, insbesondere im mittelbadischen Amateurfußball, durchsetzen wird.

„Von Fußballern für Fußballer“ – so lautet das Motto der beiden Mitbegründer Noél-Christopher Below und Oliver Ioannou von Poacher. Innenverteidiger Below (damals SC Victoria Hamburg, Regionalliga Nord) sowie Mittelfeldspieler Ioannou (ehemals Hannover 96 II) verband vor einigen Jahren eine Gemeinsamkeit: Beide wussten nicht, welcher Verein zur neuen Saison auf Sie aufmerksam werden würde.

Das Geschäftsduo um Below, der für das Marketing zuständig ist, und Ioannou (Entwicklung) wird durch die Amateurfußballer Marcel Andrijanic (Vertrieb, aktuell aktiv beim SV Drochtersen-Assel) und Yannik Jaeschke (Finanzen, TSV Havelse) erweitert.

Poacher in Südbaden noch ohne Reichweite

„Das Konzept von Poacher finde ich sehr gelungen. Allerdings denke ich, dass die App speziell auf die Zielgruppe zwischen 19 und maximal 25 Jahren gerichtet ist“, sagt Patrik Weiler, Sommerneuzugang des Landesligisten SV Sinzheim.

„Wenn ich nochmals 20 Jahre alt wäre, hätte ich mir aufgrund meiner Motivation längst einen Account zugelegt und würde zusehen, dass höherklassige Vereine auf mich aufmerksam werden“, meint der 29-Jährige.

Gerade für Spieler, die keinen Berater haben, ist das eine gute Sache.
Robin Mörmann, Offensivspieler SV Sandhausen II

Robin Mörmann wechselte 2018 vom SV Kuppenheim zum SV Sandhausen und spielt aktuell für die zweite Mannschaft in der Oberliga. „Gerade für Spieler, die keinen Berater haben, ist das eine gute Sache. Getreu nach dem Motto: Wer selbst auf die Suche geht, wird auch irgendwann belohnt werden“, meint der Offensivspieler, der in der Jugend für den Karlsruher SC auf Torejagd ging.

Generationen reagieren verschieden auf die Internet-Spielerbörse

Etwas skeptischer ist dagegen Lars Kunz. „Ich bin der Meinung, dass nicht allzu viele Regionalligisten Poacher nutzen werden. Auf diesem Niveau greift eine andere Art von Scouting“, antwortete der neue Trainer des FC Varnhalt auf die Frage, ob Poacher für den Amateursport eine geeignete Scouting-Alternative darstellen könnte.

„Wiederum in der Kreisliga A haben wir eine komplett andere Vorgehensweise. Auch wir haben unsere Kontakte. In den vergangenen Monaten haben wir einige A-Jugend-Mannschaften aus dem Bezirk näher durchleuchtet“, so Kunz.

Und weiter: „An für sich spricht das entwickelte Konzept schon für sich. Wenn beispielsweise Vereine gegen eine kleine Gebühr Videomaterial erhalten, könnte sich daraus eine Win-Win-Situation herauskristallisieren. Dennoch denke ich nicht, dass sich dieses Modell nachhaltig durchsetzen kann.“

Spielstarke Akteure stechen auch ohne Poacher heraus

Eine ähnliche Meinung hat Vito Voncina, Bezirksvorsitzender des Südbadischen Fußballverbands. „Allein durch die Nachberichterstattung in der Zeitung wird deutlich, wer ein gewisses Standing in der Region besitzt. Wer viele Tore erzielt, wird dementsprechend öfter in der Zeitung erwähnt“, sagt Voncina.

„Als Folge besuchen interessierte Funktionäre jene Sportplätze, auf denen ein bestimmter Spieler mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder überzeugen wird.“

Patrik Weiler vom SV Sinzheim ist sich derweil sicher, dass Internet-Plattformen eine immer wichtigere Rolle im Amateurfußball spielen: „Aus FuPa und Fussball.de lassen sich teilweise relevante Daten in Echtzeit ableiten. Darauf werden sich auch in Zukunft die Vereine beziehen“, meint Weiler, der selbst vor einigen Jahren den Sprung aus der Kreisliga in die Verbandsliga zum SV Bühlertal gewagt hatte.

Auch dank seines hohen Stellenwertes innerhalb des Bezirks hat der SVB nach dem damaligen Verbandsliga-Aufstieg bei ihm angeklopft.

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