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Turnier unter Auflagen

Pforzheimer Reiterverein erwartet echte Hochkaräter zu den Dressurtagen

Sie hätten den einfachen Weg gehen und ihre Turniere absagen können. Doch der Pforzheimer Reiterverein hat sich dazu entschlossen, einmal mehr an einem Strang zu ziehen. Von diesem Donnerstag an steigt auf dem Buckenberg das dritte Turnier unter Pandemie-Bedingungen.

Großer Sport: Dorothee Schneider, hier auf dem Pferd Showtime beim CHIO Aachen im Jahr 2019, wird ihre Pferde von Donnerstag bis Sonntag in Pforzheim satteln. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Es ist alles etwas anders bei der diesjährigen Ausgabe der Pforzheimer Dressurtage. Anders, aber nicht weniger aufwändig – und vor allem auch nicht weniger hochklassig: Wenn an diesem Donnerstag die ersten Prüfungen der zwölften Turnierauflage beim Pforzheimer Reiterverein beginnen, werden auf dem Buckenberg absolute Spitzenreiter – darunter auch die Olympiasiegerin mit der Dressurequipe von 2016, Dorothee Schneider – ihr Können unter Beweis stellen.

Es hatte die Verantwortlichen keine Überwindung gekostet, das Turnier unter Pandemie-Bedingungen auszurichten. Im Gegenteil: Es war eine Frage von Kontinuität. Und ihr Organisationstalent müssen die Reiter ohnehin seit Anbeginn der Pandemie beweisen.

„Wir mussten den Stall ja nie ganz schließen, weil die Pferde versorgt werden müssen, da geht es um deren Wohl“, erklärt Susanne Knöller, die als Pressebeauftragte des Vereins der Vorstandschaft angehört.

„Weil aber immer nur eine bestimmte Personenanzahl gleichzeitig auf dem Hof sein darf, sind wir an all die Eintragungen in Listen und die Einhaltung von Absprachen gewöhnt.“

Der ganze Verein packt mit an

So hat ein eingespieltes Team um den Präsidenten Christian Kraus und Turnierchef Michael Walter das viertägige Event wieder organisiert, spätestens jetzt, zu Turnierbeginn, packt der ganze Verein mit an.

„Sogar befreundete Reiter aus anderen Vereinen helfen für gewöhnlich. Das ist wirklich toll, dass sie uns die Treue halten“, so Knöller.

Die Vorbereitungen liefen unterdessen schon Wochen vorher, „so konnten wir nach und nach alles gut verteilt auf unserer Anlage vorbereiten“, sagt Knöller. Ein große Umstellung, ihre Veranstaltung unter Hygienebestimmungen auf die Beine zu stellen, war es für die Pforzheimer immerhin nicht; darin haben sie bereits Übung.

Schon im vergangenen Jahr stiegen die Prüfungen kurz vor dem ersten Lockdown unter strengen Auflagen, das Herbstturnier hatte Ende September unter ähnlichen Bedingungen stattgefunden. In diesem Jahr haben sich die Vorgaben allerdings noch einmal verschärft.

Nur Berufs- und Kaderreiter sind derzeit erlaubt

Deshalb dürfen die Verantwortlichen des Pforzheimer Reitervereins diesmal nur Berufs- und Kaderreiter auf ihrer Anlage begrüßen. „Alles andere ist durch die aktuelle Corona-Verordnung leider absolut untersagt“, erklärt Knöller.

„Es war immer eine schöne Tradition, dass wir sämtliche Reiter aus der Region einladen konnten“, sagt sie, „deshalb bedauern wir es sehr, dass das dieses Jahr nicht der Fall ist“. Aufgeschoben ist aber keinesfalls aufgehoben. „Wir hoffen, dass es im nächsten Jahr wieder anders aussieht“, so Knöller.

Das sind alles Vollprofis, die Hygienemaßnahmen extrem hoch.
Susanne Knöller, Vorstandsmitglied des Reitervereins

152 Amazonen und Reiter aus sechs Nationen haben genannt, ein Großteil wird mit mehreren Pferden und großen Lkw anreisen. Die Pferde werden in den aufgebauten Zelten eingestallt, nur ein Betreuer pro Reiter ist erlaubt.

Große Sorge wegen des grassierenden Herpesvirus EHV-1 hat in Pforzheim keiner. „Das sind alles Vollprofis, die Hygienemaßnahmen extrem hoch“, sagt Knöller. Und die Voraussetzungen sind allein schon witterungstechnisch völlig andere als bei besagtem Ausbruch in Valencia.

Prüfungen sind im Livestream zu sehen

Eine weitere Auflage hat der Reitverein ausgegeben: Sämtliche Beteiligte, ob Reiter, Betreuer oder Helfer, müssen sich bei der Luca-App registrieren, um eine Nachverfolgung zu gewährleisten.

Zudem herrscht überall, wo der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, sowie in der Reithalle und in geschlossenen Räumen Maskenpflicht.

Auch gemeldet werden muss online, die Meldestelle soll nicht persönlich aufgesucht werden. Zuschauer, auch das ist Teil der Auflagen, sind dieses Mal nicht erlaubt.

So ganz verzichten müssen die Reitsport-Begeisterten allerdings nicht: Die Prüfungen können im Livestream auf der Plattform clickmyhorse.tv angesehen werden. Dressursport auf höchstem Niveau ist jedenfalls garantiert.

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