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bfv-Verbandstag

Ronny Zimmermann spricht über schwere Zeiten für den Amateurfußball und Kritik an seiner Person

Die Corona-Pandemie hat dem Badischen Fußballverband zugesetzt. Präsident Ronny Zimmermann spricht über aktuelle Probleme und Themen, aber auch über die Kritik an seinem Führungsstil.

Ronny Zimmermann Foto: Arne Dedert

In einer Sache kann Ronny Zimmermann aufatmen: Mit Stimmen für einen Gegenkandidaten können ihn die Delegierten beim Verbandstag nicht abstrafen. Sorgen hat der Präsident des Badischen Fußballverbandes (bfv) dennoch einige. Corona hat nicht nur die Vereine, sondern auch den von Zimmermann seit 2003 geführten Verband hart getroffen. Im Gespräch mit BNN-Redakteur Marcel Winter blickt der bfv-Präsident zurück, aber auch nach vorne.

Es sind schwere Zeiten für den Amateurfußball. Was sind die dringlichsten Fragen angesichts der Corona-Krise?
Zimmermann

In einem ersten Schritt geht es schlicht darum, dass wir überleben. Das gilt für uns als Verband mit der Sportschule Schöneck, die stark betroffen ist, aber vor allem auch für die Vereine. Wir müssen zusehen, dass die zugesagten finanziellen Hilfen anschlagen und ausreichen. Das hängt natürlich auch wieder enorm davon ab, wie es nun in Sachen Spielbetrieb weitergeht.

Wie fällt denn die Bilanz Ihrer mittlerweile fünften Amtszeit als bfv-Präsident aus?
Zimmermann

Es waren vier sehr intensive Jahre, die 2020 in einem nie dagewesenen Extrem geendet haben. Ein wenig fühlt es sich so an, als hätte man uns nach Dreiviertel der Strecke die Luft aus den Reifen gelassen. Im Bereich Spielbetrieb waren wir, bis Corona kam, sehr zufrieden. Die Entwicklungen in der Jugend hat sich verschärft, daher wird der Fokus auf der Jugendarbeit liegen. Das muss in den nächsten Jahren das Thema Nummer eins in unseren Clubs sein.

Was stünde denn darüber hinaus noch auf Programm für die sechste Amtsperiode?
Zimmermann

Wir müssen noch mehr als bisher unseren Dienstleistungscharakter in den Vordergrund stellen. Wir haben in den vergangenen Jahren viele Angebote geschaffen und unsere Strukturen darauf ausgerichtet. Beispiele sind die neue Personalstruktur in den Kreisen, über die der Verbandstag entscheidet, die Club-Berater, die an der Basis unterwegs sind und dass wir die Trainerausbildung, dezentralisiert haben, um näher an die Vereine zu rücken. In Zukunft gilt es also, die seit Jahren vorhandenen Angebote noch mehr an den Mann und die Frau zu bringen.

Die Initiative #neuanfangbfv2020, die mittlerweile unter „Badische Fußball Opposition“ firmiert, übt harte Kritik, unter anderem an Ihrem Führungsstil. Wie nehmen sie das wahr?
Zimmermann

Kritik üben ist immer einfach, wenn man von außen auf etwas schaut. Aber es sind die Mitgliedsvereine, deren Meinung ausschlaggebend ist. Und jeder von ihnen, der sich mit dem bfv oder mit mir ein wenig beschäftigt, weiß, dass er seine Ideen jederzeit einbringen kann. Schon seit Jahren fordern wir unsere Clubs auf, uns über eine speziell dafür eingerichtete Mailadresse, Kritik zukommen zu lassen. Und in einer Demokratie funktionieren Prozesse eben über die Gremien – und darin braucht es Mehrheiten, um seine Wünsche umzusetzen. Ich kann jeden nur dazu aufrufen, sich auf diesem Weg zu engagieren, sage aber auch: Fußball kann man nicht alleine spielen, deshalb muss man die Interessen und Argumente der anderen stets mit einbeziehen.

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