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Fußball

Sagenhaft sichere Defensive dient als Basis des Erfolgs von Verbandsliga-Spitzenreiter SV Spielberg

Der SV Spielberg ist der souveräne Tabellenführer der Fußball-Verbandsliga Nordbaden. Schlüssel des Erfolgs ist die Defensive, die in acht Punktspielen nur vier Gegentore zuließ.

Randnotizen: Trainer Sebastian Weber vom souveränen Verbandsliga-Tabellenführer SV Spielberg hält seine Beobachtungen an der Seitenlinie schriftlich fest. Foto: Oliver Hurst GES/Oliver Hurst

Der Matchplan war erstellt, der Gegner FC Olympia Kirrlach analysiert, das Wochenende programmiert. Doch dann beschloss der Badische Fußball-Verband (bfv) am Donnerstag, den von der Politik mit Wirkung vom 2. November verordneten Lockdown des Amateursports vorzuziehen.

Trainer Sebastian Weber vom Fußball-Verbandsligisten SV Spielberg konnte daher am Samstagnachmittag bei einem ausgedehnten Spaziergang wie schon im Frühjahr die Ruhe des Langensteinbacher Walds genießen. Im Stadion am Spielberger Talberg lautstark Anweisungen zu geben, wäre dem 36-Jährigen natürlich viel lieber gewesen.

Mit Workouts und Laufeinheiten durch die Corona-Zwangspause

Das geplante Abschlusstraining hatte Weber kurzfristig zur finalen Gesprächsrunde umgestalten müssen. „Wir haben miteinander gesprochen und beschlossen, die coronabedingte Zwangspause wie beim letzten Mal zu überbrücken.

Die Spieler halten sich individuell und eigenverantwortlich mit Workouts und Laufeinheiten fit“, berichtet der Fachlehrer für Naturwissenschaften und Sport an der Werkrealschule Remchingen, der die Hausaufgaben seiner Fußball-Klasse nicht kontrollieren will. „Ich werde mir die Werte wie schon im Frühjahr nicht zuschieben lassen, da habe ich absolutes Vertrauen in die Spieler.“

Maximalausbeute von 24 Punkten

Weber hat auch gar keinen Grund, am professionellen Arbeiten seiner „intelligenten Mannschaft“ zu zweifeln. Im gesamten Kalenderjahr hat der SV Spielberg noch keinen Punkt abgegeben.

Nach der Winterpause bis zum Saisonabbruch gewann die Mannschaft ihre beiden Spiele und in der neuen Runde steht sie nach acht Spieltagen mit der Maximalausbeute von 24 Punkten einsam an der Spitze der Verbandsliga.

Einzige Niederlage im Pokal gegen Regionalligist FC Walldorf

Die einzige Niederlage in einem Pflichtspiel kassierte der SVS im Viertelfinale des bfv-Verbandspokals gegen den Regionalligisten FC Walldorf. Mit 1:4 unterlagen die Gastgeber dem Favoriten - nach einer eindrucksvollen Vorstellung in der ersten Halbzeit.

„Wenn wir unsere Chancen nutzen, gehen wir mit einem 3:0 in die Pause“, erinnert sich Weber, dessen Mannschaft in der Runde zuvor den Oberligisten 1. FC Bruchsal ausgeschaltet hatte. Weber: „Die trotz dem Aus gegen Walldorf positive Stimmung aus dem Pokalwettbewerb haben wir in die Saison mitgenommen.

Wie sich die Mannschaft danach präsentiert und stets verbessert hat, ist schon klasse.“

Stürmer helfen in der Defensive mit

Und wie: 7:1 gegen Durlach-Aue, 1:0 in Gommersdorf, 2:0 gegen Zuzenhausen, 7:1 in Weinheim, 3:1 gegen Friedrichstal, 3:0 in Langensteinbach, 3:1 gegen Mannheim, 3:0 in Mutschelbach. Gerade im prestigeträchtigen Derby beim ATSV habe seine Mannschaft ihre Tugenden unterstrichen.

„Wir führen 3:0 und in der Nachspielzeit helfen auch alle Stürmer hinten mit, damit wir kein Gegentor mehr kassieren. Dass die Defensive der Schlüssel zum Erfolg ist, hat die Mannschaft verinnerlicht“, sagt Weber. Die eindrucksvolle Bilanz von 29:4-Toren spricht für einen effizienten Angriff mit Fabian Geckle (10 Tore) und Claudio Ritter (9) als herausragende Vollstrecker, aber noch viel mehr für eine sagenhaft sichere Abwehr. „Wir haben vor der Runde gesagt, dass wir besonderen Wert darauf legen, als Mannschaft hinten sehr gut zu stehen.“

Aufstieg nicht das offiziell erklärte Saisonziel

Ganz nach dem Motto: Der Angriff gewinnt Spiele, die Abwehr Meisterschaften. Aber vom Aufstieg oder gar dem Titel will Weber nach einem Viertel der Saison, deren Fortgang ohnehin völlig offen ist, nichts wissen: „Es hört sich platt an, aber wir denken nur von Spiel zu Spiel. Wichtig ist, die Spannung und die Griffigkeit zu behalten.

Wir wollen sagen können, dass wir alles abgerufen haben und mit unserer Leistung zufrieden sind. Das Ziel Aufstieg sollen andere formulieren. Ich halte von solchen Ansagen nichts, denn dann setzt man sich selbst unter Druck und die Gegner geben automatisch 20 Prozent mehr Gas.“

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