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Handballtraum erfüllt

Torhüter-Talent der Rhein-Neckar Löwen in der Reserve und bei den Profis gefordert

Eigentlich könnte David Späth noch in der A-Jugend der Rhein-Neckar Löwen spielen. Der 18-Jährige ist aber Stammtorhüter der Drittliga-Handballer und Appelgren-Ersatz bei den Bundesliga-Profis.

Reaktionsschnell: Torhüter-Talent David Späth von den Rhein-Neckar Löwen pariert im Bundesligaspiel gegen die Eulen Ludwigshafen den Siebenmeter von Pascal Durak. Foto: AS Sportfoto/ Binder AS Sportfoto/ Binder

Was ist eigentlich die Steigerung von Englischer Woche? Über drei Spiele in acht Tagen kann Torhüter David Späth von den Rhein-Neckar Löwen jedenfalls derzeit nur lächeln. Aber alles andere als müde.

Samstag: Dritte Liga, Löwen II - HSG Konstanz II. Sonntag: Bundesliga, Löwen - TVB Stuttgart. Dienstag: Bundesliga, Eulen Ludwigshafen - Löwen. Diesen Samstag: Dritte Liga, TV Plochingen - Löwen II. Und diesen Sonntag: Bundesliga, Löwen - TuSEM Essen. „Für mich ist das keine Überforderung. Es macht Spaß und ich nehme alles mit, was ich bekommen kann“, sagt der 18-Jährige, der theoretisch auch noch in der Jugend-Bundesliga für die U19 der Löwen spielen könnte.

Späth pariert bei internationaler Feuertaufe zwei Siebenmeter

Seit Mikael Appelgren wegen seiner Schulterprobleme mit notwendig gewordener Operation der Mannschaft von Cheftrainer Martin Schwalb fehlt, ist Späth Backup von Andreas Palicka. Der blonde Schlaks, der derzeit wegen einer Ellbogenblessur von Niklas Gierse auch bei den Löwen II unverzichtbar ist, hat seine Feuertaufe bei den Profis bereits hinter sich.

Mit zwei parierten Siebenmetern feierte er ein fulminantes Debüt im Spiel der Europaliga-Qualifikation bei TTH Holstebro. Gegen Stuttgart gab Späth in den zehn Schlussminuten seine Bundesliga-Premiere. Und am Dienstag trug er sich in die Statistik der Erstliga-Partie bei den Eulen mit einer 50-Prozent-Quote an gehaltenen Bällen ein. Schwalb beorderte das Talent bei zwei Siebenmetern zwischen die Pfosten: Beim ersten parierte er den Wurf von Pascal Durak und verhinderte so den 19:19-Ausgleich, beim zweiten ließ ihm Philipp Grimm dann keine Abwehrchance.

Sollte Sportchef Oliver Roggisch nicht kurzfristig noch einen Appelgren-Ersatz verpflichten, dann darf Späth nach seinem Gastspiel mit der Zweiten in Plochingen auch am Sonntag gegen Aufsteiger Essen wieder mit einem Einsatz rechnen.

Aufstieg in die erste Mannschaft kam schneller als erhofft

Für den Pfälzer, der vor drei Jahren über die Stationen TSG Kaiserslautern, TV Ramstein und TuS Dansenberg bei den Löwen landete, hat sich viel früher als erhofft ein Herzenswunsch erfüllt. „Es war immer mein Traum, in der ersten Mannschaft zu spielen. Dass es so schlagartig geht, habe ich nicht erwartet“, gibt der 1,97-Meter-Mann zu.

Dass ich in Dänemark auf die Platte durfte, war ein geiles Gefühl
David Späth / Rhein-Neckar Löwen

Der Schüler des Berufskollegs Sinsheim, der eine Ausbildung in Sport- und Vereinsmanagement absolviert und zu dessen Klassenkameraden auch Hoffenheimer Fußballer und Golfer aus St. Leon-Rot zählen, schwärmt von seinen ersten Erlebnissen auf höchstem Niveau. „Dass ich in Dänemark auf die Platte durfte, war ein geiles Gefühl. Ich war zwar nervös, aber ich habe das versucht auszublenden. Ich wollte einfach nur Spaß haben“, erinnert sich Späth und räumt ein, auch in Ludwigshafen aufgeregt gewesen zu sein: „Ich versuche aber, mich so zu fokussieren, dass ich die Nervosität vergesse. Beim Siebenmeter von Durak bin ich reingegangen, habe dann lange gewartet, bin mit seinem Arm mitgegangen und habe situativ gehandelt.“

Ehrgeizig und lernbegierig

Reaktionsschnelligkeit attestiert ihm Trainer Michel Abt vom Drittligateam. Zu Späths Stärken zähle zudem „eine verdammt gute Technik, er ist brutal ehrgeizig, hat eine professionelle Einstellung, trainiert viel und saugt alles auf“. Nicht zuletzt auch die Ratschläge von Palicka und Appelgren. „Apfel und Palle geben mir Tipps und zeigen mir auf, was ich besser machen kann. Das Verhältnis ist überragend. Apfel und Palle haben für mich Vorbildfunktion“, erzählt Späth.

Bei Würfen von außen und im mentalen Bereich habe er noch Verbesserungspotenzial, sagt der Junioren-Nationalspieler, der wie neun weitere Junglöwen zu DHB-Lehrgängen Ende Oktober eingeladen wurde. Gut möglich, dass der Bundestrainer auf Späth aber verzichten muss, denn die Löwen spielen am 27. Oktober in der Europe League beim KC Tatabanya.

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