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Fair-Play in der Oberliga

Stuttgarter Kickers schießen gegen FC Nöttingen ein Eigentor – auf Anweisung ihres Trainers

Es ist die Szene schlechthin des Spieltags – und eine, die auch überregional für Aufsehen gesorgt hat: Die Stuttgarter Kickers schießen beim Spitzenspiel gegen den FC Nöttingen ein Eigentor. Auf Anweisung ihres Trainers.

Redebedarf: Nöttingens Trainer Marcus Wenninger (Mitte) zeigte sich über das Verhalten der Kickers zuerst erstaunt – doch dann folgte die Überraschung. Foto: Eibner-Pressefoto/Dimitri Drofitsch

Von einer „großen Geste“ und „großem Sport“ sprach Marcus Wenninger, Trainer des Fußball-Oberligisten FC Nöttingen, nach dem Auswärtsspiel bei den Stuttgarter Kickers.

Gemeint war damit allerdings nicht die Leistung seiner Mannschaft, die zwar ordentlich auftrat, im Spitzenspiel aber dennoch mit 1:4 unterlag. Kurz vor der Halbzeit ereigneten sich beim Spitzenspiel der Oberliga Baden-Württemberg im Stadion auf der Waldau kuriose Szenen.

Der Nöttinger Spieler Christian Heinrich war verletzt auf dem Boden liegen geblieben, woraufhin Daniel Elfadli den Ball ins Seitenaus spielte, um das Spiel zu unterbrechen und eine Behandlung des Teamkollegen zu ermöglichen.

Die fragliche Szene beginnt im folgenden Video nach 2:20 Minuten:

Als das Spiel dann weiter gehen sollte, erwarteten die Lila-Weißen, dass die Stuttgarter den Ball, gemäß dem Fair-Play-Gedanken, zu ihnen zurückspielen würden. Dem war aber nicht so. „Wir hatten nach dem Einwurf der Kickers das Spielen komplett eingestellt und so war der Weg dann frei“, berichtet Wenninger. Cristian Gilés Sanchez nutzte die Gunst der Stunde und erzielte das zwischenzeitliche 2:0.

Kickers korrigieren nach Foul gegen Nöttingen ihr Verhalten

Gleich danach griff das Fair-Play jedoch wieder – und die Stuttgarter überraschten mit einer Szene, die sich verbreitete wie ein Lauffeuer. Nach Absprache mit dem Schiedsrichter und dem Kickers-Coach Ramon Gehrmann wies dieser seine Spieler an, den Fehler zur korrigieren. Lukas Kling nahm sich der Sache an und schob den Ball unter Applaus der Nöttinger direkt nach dem Anstoß aus der Distanz ins eigene Tor.

Ich weiß nicht, ob das jede Mannschaft so gemacht hätte, daher war das schon großer Sport.
Marcus Wenninger, Trainer des FC Nöttingen

Wenninger zeigte sich nach dem Spiel von dieser Geste beeindruckt. „Ich weiß nicht, ob das jede Mannschaft so gemacht hätte, daher war das schon großer Sport.“ Zumal unter dem Umstand, dass es ein Spitzenspiel war, erst 45 Minuten gespielt waren und Nöttingen dadurch zum Anschluss kam.

Geholfen hatte der Anschlusstreffer freilich nichts, er sorgte im zweiten Durchgang nur bis zur 48. Minute für Spannung, ehe erneut Cristian Gilés Sanchez mit dem 3:1 das Spiel vorentschied.

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