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Fünfte Niederlage in Folge

Beim Tischtennis-Bundesligisten ASV Grünwettersbach herrscht nach Fehlstart Ratlosigkeit

Nach sechs Spieltagen in der Tischtennis-Bundesliga steckt der ASV Grünwettersbach unerwartet im Tabellenkeller fest. Zuletzt setzte es zwei extrem bittere Niederlagen in Folge. Die Pause kommt da gerade recht, um sich im Karlsruher Höhenstadtteil zu sortieren.

Gesprächsbedarf: Für Cheftrainer Achim Krämer (links) und das Grünwettersbacher Team um Ricardo Walther läuft es noch nicht rund. Foto: Peter Hennrich/GES

Nach dem verwandelten Matchball des TSV Bad Königshofen und der damit besiegelten 2:3-Niederlage des ASV Grünwettersbach ließ Ricardo Walther seinem Frust freien Lauf. Als am späten Samstagabend um 22.33 Uhr im Tischtenniszentrum die fünfte Pleite der Karlsruher in Folge feststand, trat der 29-jährige Spieler des ASV in seiner Verzweiflung den Handtuchkorb kaputt.

Der emotionale Ausbruch des Nationalspielers, der im Sommer von Borussia Düsseldorf zu seinem alten Club zurückkehrte, spiegelt die momentane Situation des ASV Grünwettersbach ganz gut wider.

Nach den besten beiden Spielzeiten der Vereinsgeschichte mit Pokalsieg und Play-offs-Teilnahme in der Bundesliga herrschen inzwischen Tristesse und entsprechend auch Ratlosigkeit im Karlsruher Höhenstadtteil.

Im Moment ist es einfach Ernüchterung pur.
Martin Werner, Teammanager ASV Grünwettersbach

Aus inzwischen sechs Partien steht ein einziger Sieg zu Buche – den hatte es zum Auftakt gegen Schlusslicht TTC Bad Homburg gegeben. Die Ansprüche beim ASV sind andere, zumal es in dieser Saison sicher zwei Absteiger geben wird. „Wir stehen mit dem Rücken zur Wand“, sagte entsprechend der aufgewühlte Teammanager Martin Werner: „Im Moment ist es einfach Ernüchterung pur.“

Zum zweiten Mal in Folge verliert das Doppel des ASV Grünwettersbach entscheidend

Aus der Englischen Woche mit Spielen beim Post SV Mühlhausen und gegen den TSV Bad Königshofen hatten Trainer Achim Krämer und sein Team vier Punkte fest eingeplant. Am Ende wurde es kein einziger. Hatten die Grünwettersbacher am Donnerstag in Mühlhausen noch eine 2:0-Führung verspielt, lief es am Samstagabend umgekehrt. Das Ergebnis war aber dasselbe.

Nach den Einzel-Niederlagen von Wang Xi gegen Kilian Ort (1:3) und Deni Kozul gegen Bastian Steger (2:3) kämpfte sich die Heim-Mannschaft stark zurück. Ricardo Walther sorgte gegen Filip Zeljko (3:1) für den Anschluss, Xi glich in einem überragenden Fünfsatzspiel gegen Steger dann sogar aus, nachdem er im vierten Spielabschnitt Matchbälle des Gegners abwehren konnte.

Licht und Schatten: Wang Xi vom ASV Grünwettersbach konnte von zwei Einzeln eines für sich entscheiden. Foto: Peter Hennrich/GES

Doch wie schon drei Tage zuvor in Thüringen schaffte es das Doppel mit Walther und Tobias Rasmussen nicht, den guten Start ins Duell mit Ort und Maksim Grebnev in Zählbares umzumünzen. Das Matchglück, das den ASV in den vergangenen Jahren auszeichnete, scheint abhandengekommen. „Letzte Saison hätten wir zum jetzigen Zeitpunkt wahrscheinlich drei Spiele mehr gewonnen“, mutmaßte Werner.

Verlust des Selbstvertrauens beim ASV Grünwettersbach macht sich bemerkbar

Die Erklärungsansätze für die Misere sind vielfältig. Zum einen ist da die Bänderverletzung von Wang Xi, die noch nicht zu 100 Prozent überwunden scheint, wobei die Formkurve des Routiniers zuletzt wieder deutlich nach oben zeigte. Auch der Weggang von Nationalspieler Dang Qiu nach Düsseldorf spielt sicher eine Rolle. Walther ist den endgültigen Beweis nach schuldig geblieben, dass er die großen Fußstapfen ausfüllen kann. Besonders das Doppel mit Qiu und Rasmussen war in der Vergangenheit ein Erfolgsgarant.

Es läuft aktuell alles gegen uns.
Martin Werner, Teammanager ASV Grünwettersbach

Und letztlich mündet die Ergebniskrise dann in einem Verlust des Selbstvertrauens, der dazu führt, dass wie in Mühlhausen eine eigentlich sichere Führung nicht vergoldet werden kann. „Es läuft aktuell alles gegen uns“, fasste es Teammanager Werner zusammen, der auch vom Zuschauerzuspruch im Tischtenniszentrum enttäuscht war, was aber sicher auch mit Ferienzeit und der Maskenpflicht in der Halle zu begründen ist.

Ehe die Saison am Freitag, 8. Oktober (19 Uhr), mit einem Auswärtsspiel beim TTC Zugbrücke Grenzau weitergeht, steht nun die vierwöchige Bundesliga-Pause an. Die ASV-Spieler sollen sich in dieser Zeit bei Team-EM (Rasmussen und Kozul), internationalen Turnieren (Walther) oder einfach im Training (Xi) das verloren gegangene Selbstvertrauen zurückholen. Nach fünf Niederlagen in Folge könnten sie es in Grünwettersbach gut gebrauchen.

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