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Serie: 2020 - und dann kam Corona

Torjäger Riedel von Verbandsliga-Neuling SV Langensteinbach kam die Corona-Pause nicht ungelegen

Der SV Langensteinbach eilte in der Landesliga von Sieg zu Sieg, ehe die Saison abgebrochen wurde. Torjäger Dominic Riedel und Kollegen durften dennoch den Aufstieg in die Verbandsliga feiern.

Dominic Riedel Foto: Helge Prang GES/Helge Prang

In ihren Aufsteiger-T-Shirts posierten die Spieler, Trainer und Funktionäre des SV Langensteinbach am Abend des 20. Juni auf der Tribüne im Sonotronic-Sportpark, als sie endlich die Versetzung in die Fußball-Verbandsliga feiern durften. Es war keine exzessive Fete mit Bierduschen noch auf dem Platz, sondern eine mit Abstand in jeder Beziehung, nachdem der Badische Fußball-Verband (bfv) am Nachmittag coronabedingt die Saison 2019/20 für beendet erklärt und die jeweiligen Klassenbesten zu Meistern und Aufsteigern ernannt hatte – dreieinhalb Monate nach dem letzten Spiel der mit großem Abstand besten Mannschaft.

Es waren Wochen des Hoffens und Bangens, wie sich Dominic Riedel erinnert. „Man hat sich schon Gedanken gemacht, ob wir womöglich ‘bestraft’ werden. Es stand ja alles Mögliche im Raum, vom Abbruch bis zur Annullierung“, erzählt der Langensteinbacher Torjäger, der zwölf Treffer in der nach 19 von 32 Spieltagen beendeten Saison erzielte.

Der 2:1-Sieg des souveränen Tabellenführers in der ersten Partie nach der Winterpause am 29. Februar gegen den TuS Bilfingen sollte der letzte Auftritt des SVL in der Landesliga gewesen sein.

Während des Lockdowns kurierte Riedel seinen Muskelbündelriss aus

Riedel wurde in der 73. Minute eingewechselt und merkte dann schnell, dass die Belastung für ihn zu früh kam. Der Stürmer hatte sich bei einem Hallenturnier im Januar einen Muskelbündelriss im Adduktorenbereich zugezogen, der ihm wochenlang zu schaffen machte.

Dass die Saison vorerst unterbrochen wurde, sei „für uns als Mannschaft extrem doof“ gewesen, da das Team seine gute Form über den Winter konserviert hatte. „Aber mir persönlich kam die Corona-Unterbrechung sehr gelegen. So hatte ich Zeit, meine Verletzung komplett auszukurieren“, sagt der 27-Jährige.

Was nicht heißt, dass Riedel in der Zeit des Lockdowns nichts getan hätte. Fit halten mit Joggen und Stabilisierungsübungen war das Gebot des Frühjahrs. „Wir haben ja nicht gewusst, wie es nach den ersten vier Wochen Pause weitergeht“, sagt Riedel, der derzeit ein Déjà-vu erlebt: „Die jetzige Situation ist sehr ähnlich. Wir trainieren wieder individuell, treffen uns aber diesmal jeden Donnerstag auch über die Plattform Zoom zum Cybertraining. Das hatten wir im Frühjahr nicht.“

Hoffnung auf Start der Vorbereitung Ende Januar

Wie einst im Mai heißt es wieder, bereit zu sein für den Tag X, der aber im Dezember nicht mehr kommen wird. „Hoffentlich können wir Ende Januar in die Vorbereitung starten und dann muss man sehen, ob wir viele Englische Wochen spielen oder nur eine Halbserie“, sagt der Mitarbeiter der Marketingabteilung des Karlsruher SC. In dieser Saison traf Riedel bis zur Unterbrechung Ende Oktober bislang dreimal für den Neuling.

Wir spielen Fußball als Hobby, das ist eben nicht lebenswichtig
Dominic Riedel, SV Langensteinbach

„Wir waren im Sommer alle froh, dass wir wieder spielen durften. Wir hatten alle die Hoffnung, dass es nicht wieder zum Abbruch kommt. Aber wir spielen Fußball als Hobby, das ist eben nicht lebenswichtig“, bringt Riedel Verständnis auf für die aktuelle Aussetzung des Spielbetriebs.

Nach einer Mut machenden Saison-Vorbereitung ab Juli und erfolgreichen Testspielen wurden den Langensteinbachern früh die Grenzen aufgezeigt. Allerdings hatte der Aufsteiger auch ein schweres Auftaktprogramm. Mit acht Punkten liegt der SVL auf Rang elf, der es fortan mit „Gegnern auf Augenhöhe“ zu tun bekommen würde. Riedel: „Der neuerliche Lockdown trifft uns daher schon, nachdem wir uns gerade ganz gut an das Niveau der Liga gewöhnt haben.“

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