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Treffen voller Harmonie

Vito Voncina beim Fußball-Bezirkstag in Gaggenau als Bezirksvorsitzender wiedergewählt

Ohne Überraschung läuft der erstmals im Freien veranstaltete Bezirkstag des Fußballbezirks Baden-Baden. Für Wirbel sorgt nur die kuriose Entwicklung rund um den Landesligisten RW Elchesheim.

Premiere an der frischen Luft: Die Vertreter der Vereine aus dem Fußballbezirk Baden-Baden trafen sich nach zahlreichen Online-Konferenzen auf der Tribüne des Traischbachstadions in Gaggenau. Foto: Hans-Jürgen Collet

Entspannt genoss Vito Voncina beim Bezirkspokal-Halbfinale in Ottenau am Samstagabend seine erste Stadionwurst seit Oktober 2020. Es war seitdem das erste Pflichtspiel auf Ebene des Fußballbezirks Baden-Baden.

Wenige Stunden zuvor und nur wenige Kilometer entfernt hatte der 54-Jährige beim Bezirkstag im Gaggenauer Traischbachstadion ebenfalls allen Grund zur Freude.

Klar im Amt bestätigt: Bezirksvorsitzender Vito Voncina Foto: Hans-Jürgen Collet

Einstimmig bestätigten die Vereinsvertreter den vor zwei Jahren ins Amt gehobenen Voncina, auch sein komplettes Team erhielt die volle Zustimmung. Dass es ohne jede Gegenstimme lief, wunderte Voncina, der nach eigener Aussage kleinere Probleme mit einigen Vereinen hat.

Überraschend kam die Wiederwahl freilich auch für ihn selbst nicht. „Ich glaube, dass ich gläsern mit den Vereinen umgegangen bin.“ Seinen Dank an die Vereine verband er mit einem großen Lob. „Sie waren sehr zuvorkommend und haben mitgearbeitet.“

Den Intrigantenstadel in Frankfurt empfand ich als beschämend.
Christian Dusch, SBFV-Vizepräsident

Im Eiltempo hatte der Gaggenauer Voncina bei seinem Heimspiel die erste Präsenzversammlung seit langer Zeit durchgezogen und nach nur 64 Minuten voller Harmonie beendet. Misstöne gab es währenddessen keine.

Aufhören ließen die Worte von Christian Dusch (Rheinau), Vizepräsident des Südbadischen Fußballverbands, der sich zur Führungskrise des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) klar positionierte. „Der Amateurfußball hat ums Überleben gekämpft. Den Intrigantenstadel in Frankfurt in dieser Zeit empfand ich als beschämend“, sagte Dusch, der im November 2020 von seiner Funktion als Mitglied des DFB-Spielausschusses aus privaten Gründen zurückgetreten war.

Erfreulicher hört sich Duschs Sicht auf den Bezirk Baden-Baden an. „Sie haben einen hervorragenden Bezirksvorsitzenden, der trotz aller berechtigten Interessen die Gesamtperspektive im Blick behält“, sagte Dusch, als er Voncina für sein jahrelanges Engagement mit der silbernen Ehrennadel auszeichnete. „Es gibt nicht viele Funktionen, die Du noch nicht bekleidet hast“, sagte er zu Voncina.

Auch Ralf Lorenz vom derzeit einzigen Oberliga-Vertreter SV Oberachern stellte der Bezirksführung bei der einstimmigen Entlastung ein hervorragendes Zeugnis aus. „Vielen Dank und weiter so“, rief er Voncina und Co zu.

Antrag zu Schiedsrichter-Soll

Auf Zustimmung stießen indes die beiden Anträge des FC Neuweier und des FV Baden-Oos. Neuweiers Vorsitzender Sebastian Scholl erläuterte ausführlich und nachvollziehbar, warum bei der Berechnung des sogenannten Schiedsrichter-Solls nicht nur der aktuelle Verein, sondern auch der Ausbildungsclub eines Schiedsrichters berücksichtigt werden sollte – und zwar jeweils zu 50 Prozent. Damit solle die Suche nach neuen Schiedsrichtern forciert werden und nicht die Abwerbung von Referees anderer Vereine. Bezirksschiedsrichterobmann Bernhard Zerr unterstützt diese Idee, die mit lediglich drei Gegenstimmen beim nächsten Verbandstag im Jahr 2023 eingereicht wird.

Schneller umgesetzt wird das Ansinnen des FV Baden-Oos. Demnach wird der Gastgeber des Bezirkspokalendspiels künftig erst nach den Halbfinalpartien ermittelt und nicht wie bisher bereits im Vorfeld ausgelost.

RW Elchesheim weicht nach Staufenberg aus

Nicht auf der offiziellen Agenda stand indes der Streit zwischen dem Landesligisten RW Elchesheim und der Gemeinde Elchesheim-Illingen um das Vereinsgelände. Diese seit Jahren andauernde kommunalpolitische Posse wirkt sich nun auch auf den Spielbetrieb aus, wie am Rande des Bezirkstags bekannt wurde. Da unklar ist, ob RWE weiterhin auf seiner Anlage spielen darf, musste der Club beim Verband einen Ausweich-Spielort angeben. Nachdem Anfragen in der näheren Umgebung dem Vernehmen nach nicht erfolgreich waren, wurde nun Staufenberg als „Heimspiel“-Stätte gefunden.

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