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Duell gegen Frankfurt

Volleyball-Bundesligist Bisons Bühl strebt ins Pokal-Halbfinale

Die United Volleys Frankfurt sind nicht der Lieblingsgegner der Bisons Bühl. Trotzdem gehen die Badener als Bundesliga-Spitzenreiter leicht favorisiert ins Viertelfinale um den deutschen Volleyball-Pokal. In der Großsporthalle treffen einige Spieler auf ihren früheren Club, zudem sind nicht weniger als sieben Argentinier dabei.

Konzentriert beim Aufschlag: Paul Henning ist nach der Verletzung von Alpar Szabo eine feste Größe im Mittelblock der Bisons Bühl, die im Pokal auf Hennings Ex-Club Frankfurt treffen. Foto: Thomas Steuerer

Als Paul Henning im Sommer dieses Jahres von den United Volleys Frankfurt innerhalb der Volleyball-Bundesliga zu den Bisons Bühl wechselte, war nicht unbedingt abzusehen, dass er mit seinem neuen Team beim Wiedersehen mit dem Ex-Club in der Favoritenrolle sein würde. Frankfurt lag zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs Mitte März auf dem zweiten Platz und Bühl auf dem vorletzten.

Gut acht Monate später ist die Situation umgekehrt: Die Bisons sind nach einem traumhaften Auftakt mit vier Siegen trotz der jüngsten Niederlage gegen Giesen an der Tabellenspitze, Frankfurt ist nach drei Niederlagen in bisher fünf Partien nur Neunter.

Für Mittelblocker Henning ist das Pokal-Viertelfinale gegen die Hessen, gegen die die Bisons zuletzt im Februar 2016 siegten, an diesem Mittwoch (19 Uhr) dennoch alles andere als ein Selbstläufer.

Schmidgall und Baxpöhler mit Bühler Vergangenheit

„Frankfurt hat trotzdem ein starkes Team, das man auf keinen Fall unterschätzen darf“, sagt Henning, der wegen der Verletzung von Alpar Szabo inzwischen mehr zum Zug kommt als noch zu Beginn der Runde. Der 23-Jährige freut sich auf das Wiedersehen mit den Frankfurtern, die er kaum wiedererkennen wird.

Elf Abgängen, darunter neben Henning auch der frühere Bisons-Star Masahiro Yanagida, standen am Main elf Neuzugänge gegenüber, darunter in Mario Schmidgall (direkt aus Bühl) und Noah Baxpöhler (Spacer’s Toulouse) zwei Ex-Bühler. Neben Henning haben auf Bisons-Seite auch Zuspieler Stefan Thiel und Libero Florian Ringseis eine Frankfurter Vergangenheit.

Weiterhin in der Rolle des Cheftrainers ist bei den United Volleys Juan Manuel Serramalera, der Ende Januar 2020 – kurz nach dem 3:1-Sieg in Bühl – den Kanadier Stelio DeRocco ablöste. Somit kommt es an der Seitenlinie für Bühls Coach Alejandro Kolevich zu einem argentinischen Trainer-Duell.

Zusammen mit den Bisons-Akteuren Tomas Lopez und Luciano Aloisi sowie den Frankfurtern Agustin Briscioli, Luis Emilio Ferradas (beide Co-Trainer) und Rodrigo Quiroga sind somit sieben Argentinier in der Großsporthalle präsent.

United Volleys setzen auf Talente

Die Frankfurter wählten eine ähnliche Strategie wie die Bisons aus Bühl. Wegen der Corona-Krise wurde das Budget um ein Drittel gekürzt, der dünne Profi-Kader wurde mit Talenten aus dem Internat ergänzt.

„Wir gehen jetzt erst einmal einen Schritt zurück“, sagte United-Gründer Jörg Krick vor dem Saisonstart. Im Gegensatz zu den Bisons absolvierten die Frankfurter kaum Testspiele, eines davon ging Anfang September in Bühl mit 1:2 verloren.

Im Supercup eine Woche vor dem Liga-Auftakt zeigten die Frankfurter in eigener Halle trotz der 0:3-Niederlage gegen Berlin eine ordentliche Leistung, die danach nur bedingt bestätigt werden konnte. Zum Auftakt gab es eine 1:3-Niederlage gegen Lüneburg, auch bei den Netzhoppers Königs Wusterhausen (0:3) und zuletzt in Düren (1:3) gingen die United Volleys leer aus.

Die fünf erzielten Punkte resultieren aus Heimsiegen gegen Herrsching (3:2) und Unterhaching (3:0). Die United Volleys, die an diesem Mittwoch mit Kleinbussen direkt zum Spiel anreisen, hoffen nun auf die Rückkehr ihres Außenangreifers Tim Grozer, der vor dieser Saison aus Rottenburg an den Main kam und zuletzt verletzt fehlte.

Wir wollen in dieser Saison das bestmögliche Ergebnis erzielen.
Oliver Stolle, Bisons-Manager

Auch wenn bei den Bisons Bühl die Bundesliga an erster Stelle steht, soll im Pokal der Einzug in die nächste Runde gelingen. „Wir wollen in dieser Saison das bestmögliche Ergebnis erzielen“, sagt Manager Oliver Stolle, der damit auch in künftigen Gesprächen mit Sponsoren punkten möchte.

Rückkehr von Zuschauern nicht absehbar

Eine Rückkehr von Zuschauern erwartet Stolle indes so schnell nicht. Unabhängig von den aktuellen Entscheidungen der Politik gilt weiterhin die Corona-Verordnung Sport des Landes Baden-Württemberg, wonach bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 35 keine Zuschauer zugelassen werden. Am Montag lag dieser Wert im Landkreis Rastatt bei fast 140.

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