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Karlsruhe im Topspiel geschlagen

TSV Grafing schmettert die Baden Volleys von der Tabellenspitze der Zweiten Bundesliga

Die Baden Volleys des SSC Karlsruhe liefern sich mit dem TSV Grafing ein intensives Duell, dass die Bayern für sich entscheiden. Karlsruhe gibt die Titel-Hoffnungen dennoch nicht ganz auf.

Schwer unter Druck: Libero Benjamin Dollhofer und die Baden Volleys SSC Karlsruhe lieferten sich mit dem TSV Grafing ein intensives Duell, dass schlagkräftige Bayern für sich entschieden. Foto: Helge Prang/GES

Der letzte Ball ist in einem aufreizend hohen Bogen in Richtung Decke geflogen, touchierte diese und fiel - ab da von allen völlig unbeachtet - auf den Boden, auf den zeitgleich auch Benjamin Dollhofer enttäuscht nieder sackte.

Seine missglückte Bagger-Abwehr hatte gerade die letzten Hoffnungen der Baden Volleys des SSC Karlsruhe auf den Tie-Break und womöglich auf noch viel mehr zerstört.

„Am Ende sind es eben auch solche Kleinigkeiten, die den Unterschied machen“, sagte Libero Dollhofer, nach dem 1:3 (13:25, 25:21, 23:25, 26:28) am Samstagabend in einem energiegeladenen Spitzenspiel gegen den TSV Grafing, der die Zweitliga-Volleyballer des SSC damit von Platz eins verdrängte. Am Sonntag gaben sich die Bayern auch beim Internatsteam Friedrichshafen keine Blöße (3:0) und liegen nun fünf Punkte vor den Volleys.

Erste Niederlage für die Baden Volleys in diesem Jahr

„Es sind noch ein paar Spiele. Wir versuchen den Druck auf Grafing hochzuhalten“, sagte Dollhofer nach der ersten Niederlage in diesem Jahr und zuvor neun Siegen in Serie. Klar ist aber: Im Titelrennen sind die Volleys in den noch ausstehenden fünf Spielen auf Grafinger Patzer angewiesen. Das Duell in der OHG-Sporthalle hatte also vorentscheidenden Charakter, was beiden Teams anzumerken war: Es ging heiß her.

„Am Ende hat man gesehen, dass Grafing mehr Erfahrung hat mit solchen Matches, in denen viel auf den Spiel steht“, bilanzierte Volleys-Coach Antonio Bonelli, der sich im Zuge einiger knappen Entscheidungen das eine oder andere Duell mit seinem Gegenüber geliefert hatte. Und der nach dem zweistündigen Schlagabtausch vor allem mit dem dritten Satz haderte.

Ein paar Ungenauigkeiten zu viel im Volleys-Spiel

In dem hatten sich gerade zum Schluss eben jene Kleinigkeiten gehäuft, die Dollhofer meinte. Und am Ende waren es eben ein paar Ungenauigkeiten zu viel. Dass der Durchgang schließlich mit einem völlig verzogenen Angriff von Lukas Jaeger an die Gäste ging, passte ins Bild. Und war auch für den sonst so verlässlich starken Jaeger symptomatisch. Der Angreifer erwischte wie Kapitän Jens Sandmeier nicht den allerbesten Tag - trotz zweier fulminanter Asse, die Jaeger im zweiten Satz abfeuerte.

Die Räder haben heute insgesamt nicht so ineinander gegriffen.
Benjamin Dollhofer, Libero der Volleys

Weil zudem die angeschlagene Stammkraft Felix Roos fehlte, wackelte die ansonsten so stabile Volleys-Statik. Was Bonelii sich personell auch überlegte im Laufe der Partie, eine restlos überzeugende Lösung fand sich nicht für die Diagonal-Position. „Die Räder haben heute insgesamt nicht so ineinander gegriffen“, urteilte Dollhofer. Hinzu kam, das die Gastgeber ganz anders als die TSV-Riesen über die Angaben kaum Druck entfalten konnten und sich in der Annahme zu viele Fehler erlaubten.

Dass die Volleys die Partie gegen die in der Breite noch einmal ein Stück besser besetzten und physisch ungemein präsenten Grafinger dennoch eng hielten, unterstrich jedoch auch das Niveau der Gastgeber. Die wurden zwar im ersten Satz vom bayerischen Power-Volleyball geradezu überrannt, wiesen die Gäste um den überragenden Julius Höfer aber im zweiten Satz ebenso so stark in die Grenzen.

Baden Volleys kämpfen sich gegen Grafing imposant zurück

Im vierten Durchgang schien die Partie gegen ungemein abwehrstarke Grafinger nach einer Schwächephase schon gelaufen - doch nach dem zwischenzeitlichen 15:20 blockten und schlugen sich die Volleys imposant zurück ins Spiel.

„Am Ende haben wir das Momentum eigentlich auf unserer Seite“, sagte Dollhofer mit Blick auf die dramatischen Schlussminuten mit teils irren Ballwechseln. Zwei Matchbälle wehrten die Badener ab, vergaben dann ihrerseits einen Satzball - ehe die Decke die Grafinger jubeln ließ.

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