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Rhein-Neckar Löwen

Bitterer Punktverlust für Mannheimer Handballer

Rhein-Neckar Löwen geben beim 34:34 gegen den TBV Lemgo Lippe den Sieg nach einer überzeugenden ersten Halbzeit noch aus der Hand. Torhüter Daniel Späth: „Wir sind alle enttäuscht.“   

Zumindest in der zweiten Halbzeit hatte der TBV Lemgo Lippe (links: Frederik Simak) die Rhein-Neckar Löwen um Juri Knorr im Griff.
Zumindest in der zweiten Halbzeit hatte der TBV Lemgo Lippe (links: Frederik Simak) die Rhein-Neckar Löwen um Juri Knorr im Griff. Foto: IMAGO/Oliver Zimmermann

Vor dem Spiel gab es erstmal Süßes. Zum Preis von vier Euro wurden in der Mannheimer SAP-Arena Schoko-Connys verkauft. Wer wollte, durfte gerne mehr geben, die Einnahmen kommen in Gänze schließlich einem guten Zweck zugute, nämlich der Mannheimer Hilfsaktion „Kinder am Rande der Stadt“, die sich um notleidende Kinder in Mannheim kümmert.

Zur Pause mit fünf Toren geführt

Dass der Abend für die Rhein-Neckar Löwen eher bitter enden würde, konnte zu diesem Zeitpunkt freilich noch niemand ahnen. Dabei war nicht nur das Ergebnis an sich, ein 34:34 gegen den TBV Lemgo Lippe, am Ende eine Enttäuschung, sondern noch mehr, wie es zu dem Remis gekommen war. Zur Pause hatten die Löwen schließlich noch mit fünf Toren geführt – und das vollauf verdient.

Klare Spielkontrolle in erster Halbzeit

Dabei waren die Mannheimer Bundesligahandballer zunächst weniger um das ganz hohe Tempo bemüht, als um Präzision und Sicherheit im Zusammenspiel, schon um jene Spielkontrolle zu erlangen, die Trainer Sebastian Hinze im Vorfeld gefordert hatte. Das gelang von Beginn an gut bis bestens, in fast allen Belangen waren die Gastgeber ihren Gästen überlegen. Die präsentierten sich zwar als gewohnt unbequemer und widerborstiger Gegner, das saubere Spiel der Mannheimer unterbinden konnten die Lemgoer damit aber nicht. Im Gegenteil: Durch die ein oder andere daraus resultierende Zeitstrafe erleichterten sie den Hausherren ihren Job zunächst sogar. Zumal Knorr & Co. ihre Eigenfehlerquote erfreulich nieder halten konnten.

Späth ist sicherer Rückhalt im Tor

So sollte das 2:2 in der vierten Spielminute der letzte Gleichstand für lange Zeit sein. 6:3 hieß es bereits nach zwölf Minuten, 16:9 gar nach 24. Juri Knorr führte das Spiel umsichtig und steuerte zudem vier Tore zum 18:13-Pausenstand bei, Niklas Kirkelökke traf ebenfalls vier Mal, derweil Jon Jon Lindenchrone Andersen mit fünf Toren unter Beweis stellte, dass er sich auf Rechtsaußen als Groetzki-Ersatz immer wohler fühlt. Zudem präsentierte sich David Späth als sicherer Rückhalt. Acht Paraden hatte der Löwen-Keeper in Halbzeit eins zu verzeichnen. Zum Vergleich: Sein Lemgoer Gegenüber Urh Kastelic brachte es gerade Mal auf eine.

Schleichender Umschwung

So schien die Partie zur Pause zumindest vorentschieden – und doch gaben die Löwen sie, nicht zum ersten Mal in dieser Saison, noch aus der Hand. Mit zwei Toren in Folge setzte Lemgo gleich mit Wiederanpfiff ein Zeichen, der Rest ergab sich schleichend. Mehr und mehr mischten sich leichte Fehler ins Spiel der Löwen, die so peu à peu die Spielkontrolle verloren und immer mehr Probleme mit dem Sieben gegen Sechs der Gäste bekamen. Die trafen in Folge immer besser, allen voran Jan Brosch vom Kreis sowie aus dem Rückraum Niels Versteijnen. Hinzu kam, dass nun auch Lemgos Keeper, Finn Zecher war für Kastelic gekommen, die ein oder andere Parade zeigte, insgesamt sieben an der Zahl.

Ausgleich per Siebenmeter nach Schlusspfiff

Die Folge: Der so komfortable anmutende Vorsprung der Gastgeber schmolz Stückchen für Stückchen dahin. Erstmals auf ein Tor dran waren die Lipper beim 23:22 (41.), der erste Gleichstand seit der vierten Minute gelang ihnen beim 26:26 (48.). Selbst einen neuerlichen Vier-Tore-Vorsprung (32:28/54.) nach einem Zwischenhoch sollten die Löwen nicht über die Zeit bringen, zumal Knorr in der Schlussphase wegen Meckerns gegen den Schiedsrichter eine Zeitstrafe kassierte. Richtig bitter wurde es, als Lemgo mit Schlusspfiff einen Siebenmeter zugesprochen bekam und Samuel Zehnder diesen zum 34:34 vollstreckte.

Wir sind alle enttäuscht.
David Späth
Löwen-Keeper

„34 Tore sollten eigentlich genügen, aber das war nicht so“, haderte hernach Jon Lindenchrone Andersen, der als Spieler des Spiels ausgezeichnet wurde. Auf der anderen Seite des Feldes ging David Späth auf Fehlersuche. „Wir haben das Sieben gegen Sechs nicht auf die Reihe bekommen und zu viele Fehler gemacht. Deshalb hat Lemgo zurecht einen Punkt geholt“, urteilte der Löwen-Keeper und merkte an: „Wir sind alle enttäuscht.“

Weil die Scouter, die für das Zählen der Treffer zuständig sind, nur auf 33 Lemgoer Tore kamen, hatten die Löwen laut eigener Homepage „auf Verdacht Protest gegen die Spielwertung eingelegt“, diesen dann aber nach Sichtung der zweiten Halbzeit, auch durch die Scouter selbst, wieder zurückgezogen.

Rhein-Neckar Löwen: Lindenchrone Andersen 9, Kirkelökke 6, Knorr 4, Kohlbacher 4, Davidsson 3/2, Jensen 3, Forsell Schefvert 2, Gislason 1, More 1, D. Späth 1. TBV Lemgo Lippe: Versteijnen 7, Brosch 5, Hutecek 4, Zehnder 4/4, Zerbe 4, Petrovsky 3, Laerke 2, Schagen 2, Suton 2, Simak 1

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