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Handball European League

Stotterstart der Rhein-Neckar Löwen in Schaffhausen

Die Rhein-Neckar Löwen haben sich bei ihrem ersten Auftritt in 2021 nicht mit Ruhm bekleckert. Im Spiel der European League bei den Kadetten Schaffhausen musste der Handball-Bundesligist über einen Punkt froh sein.

Freud und Leid: Während Andy Schmid (Mitte) von den Rhein-Neckar Löwen der Frust ins Gesicht geschrieben steht, feiern die Spieler aus Schaffhausen die Punkteteilung. Foto: Karsten Neumann via www.imago-images.de imago images/Just Pictures

Andy Schmid zeterte. Der Regisseur der Rhein-Neckar Löwen war mächtig angefressen, dass er in den Schlusssekunden des Spiels in der European League bei den Kadetten Schaffhausen von seinen Kollegen nicht genügend Unterstützung erfahren hatte, um doch noch den Sieg für den Handball-Bundesligisten sicherzustellen.

Weil Schmids Verlegenheitswurf geblockt wurde, endete das Gruppenspiel gegen seine Schweizer Landsleute überraschend mit 30:30 (17:13). Es war der erste Punktverlust für die enttäuschenden Löwen nach zuvor drei Siegen.

Trainer Martin Schwalb sprach in seiner Analyse dennoch von einem „Punktgewinn“. Die hoch favorisierten Löwen hätten die Platte bei ihrem in Schaffhausen nachgeholten Heimspiel nämlich auch mit leeren Händen verlassen können, wenn Torhüter David Späth in der Schlussminute nicht einen freien Wurf der Schweizer pariert hätte. „Im Großen und Ganzen können wir froh sein, dass wir noch einen Punkt geholt haben. Es hätte in beide Richtungen kippen können“, meinte Schwalb.

Viel Dampf in Halbzeit eins

Dass auch aller Neuanfang schwer sein würde, hatte sich lange Zeit nicht abgezeichnet. Schwalb, der im ersten Löwen-Spiel des Jahres entgegen seiner Ankündigung doch auch die vier WM-Teilnehmer Uwe Gensheimer, Patrick Groetzki, Andy Schmid und Ymir Gislason von Beginn an brachte, sah eine von seinem Team deutlich überlegen geführte erste Halbzeit.

„Wir sind sehr gut in die Partie gekommen, haben Dampf gemacht“, sagte Schwalb. Mit 3:0 führten die Badener nach fünf Minuten, ließen danach einige Chancen liegen, setzten sich bis zur 22. Minute beim 14:8 dennoch mit sechs Toren ab und gingen mit einem Vier-Tore-Vorsprung in die Pause.

Dynamik in der Kabine gelassen

Bei der Rückkehr hatten sie ihre Dynamik offensichtlich in der Kabine gelassen. „In der zweiten Halbzeit hat bei uns ganz, ganz viel Bewegung gefehlt im Angriffsspiel. Wir haben viel zu viele Fehler gemacht, aus dem Stand geworfen und die Kadetten zurück ins Spiel kommen lassen“, sagte Groetzki.

Einen ganz schwachen Tag hatte im rechten Rückraum Niklas Kirkelökke, der oft unmotiviert den Abschluss suchte und später durch den Rechtshänder Lukas Nilsson ersetzt wurde. Eine Notlösung, da Albin Lagergren wie auch sein schwedischer Landsmann Andreas Palicka und Romain Lagarde nach der Rückkehr von der WM noch in Quarantäne verbringen müssen und Alexander Petersson von den Löwen ja nach Flensburg wechselte.

Rückspiel schon an diesem Mittwoch wieder in Schaffhausen

Die vielen Fehler der Badener nutzten die Eidgenossen zu schnellen Toren. Eine Viertelstunde nach Wiederbeginn hatten sie aus dem klaren Rückstand eine 24:22-Führung gemacht. „Wir hatten in der zweiten Halbzeit keinen Zugriff mehr“, stellte Schwalb fest und rügte: „Da waren einige zu einfache Gegentore dabei.“

Dass sich seine Mannschaft danach erfolgreich gegen die drohende Blamage stemmte, stimmte den Trainer versöhnlich: „Es ist ja bekannt, dass uns einige Spieler fehlten, von daher ist alles okay – und morgen auf ein Neues.“

Denn schon an diesem Mittwoch bietet sich den Löwen die Chance zur Rehabilitierung, sie treffen im Rückspiel erneut in Schaffhausen auf die Kadetten.

Rhein-Neckar Löwen: Gensheimer 9, Groetzki 4, Nilsson 4, Kohlbacher 4, Schmid 3, Kirkelökke 2, Gislason 2, Patrail 1, Tollbring 1.

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