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Badischer Handball-Bundesligist braucht neuen Coach

Trainer Schwalb verlässt Rhein-Neckar Löwen am Saisonende

Handball-Bundesligist Rhein-Neckar Löwen muss sich zur kommenden Saison einen neuen Trainer suchen. Martin Schwalb, seit einem Jahr im Amt, hört zum Ende dieser Spielzeit auf.

Zurück nach Hamburg: Trainer Martin Schwalb verlässt den Handball-Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen zum Saisonende. Foto: Sörli Binder/GES

Ein Jahr nach seiner Verpflichtung durch die Rhein-Neckar Löwen hat Trainer Martin Schwalb am Donnerstag etwas überraschend seinen Abschied von dem badischen Handball-Bundesligisten zum Saisonende erklärt.

Er werde seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern, teilte der 57-Jährige mit, dem ein neues Angebot des zweimaligen deutschen Meisters vorgelegen hatte.

Die Entscheidung, die er „nach reiflicher Überlegung“ getroffen habe, basiere auf „rein persönlichen Gründen“, sagte Schwalb den BNN und betonte: „Das tut mir schon ein bisschen weh.“ Sportliche oder finanzielle Aspekte hätten keine Rolle gespielt.

Schwalb vermisst seine Wahlheimat

Die Löwen, die den langjährigen Erfolgstrainer des HSV Hamburg im Februar 2020 als Nachfolger des glücklosen Kristjan Andresson aus seinem Unruhestand zurück in die Bundesliga geholt hatten, wollten mit dem gebürtigen Stuttgarter weiterarbeiten. Doch die Herausforderungen durch Corona und seine Sehnsucht nach der Wahlheimat Hamburg, wo Frau und Sohn weiter wohnen, ließen Schwalb die Offerte ablehnen.

„Ich bin keine 38 mehr“, sagte der frühere Nationalspieler, der vor einigen Jahren einen Herzinfarkt erlitten hatte. Kaum in Kronau angekommen, infizierte sich Schwalb wie die halbe Mannschaft mit dem Virus, nachdem er das verunsicherte Team wieder in die Spur gebracht hatte. Die Saison wurde dann vorzeitig abgebrochen.

In der aktuellen Runde liegen die Löwen in der Bundesliga auf Rang zwei, allerdings fehlte ihnen bislang die Konstanz. Der Restart nach der WM-Pause verlief zufriedenstellend, in zwei Spielen der European League gegen die Kadetten Schaffhausen erreichten sie zu Beginn dieser Woche ein Remis und einen Sieg.

Corona erschwerte die Tätigkeit

„Gemeinsam mit meiner Mannschaft möchte ich nun die laufende Saison natürlich bestmöglich beenden, denn meine Entscheidung ändert überhaupt nichts an unseren gemeinsamen Zielen“, zitierte der Club den 193-fachen Nationalspieler auf der Homepage.

„Die Rhein-Neckar Löwen sind ein fantastischer Club mit tollen Möglichkeiten und ehrgeizigen, sportlichen Zielen. Langfristig sehe ich aber meinen Lebensmittelpunkt in Hamburg. Der Handball hat immer mein Leben bestimmt und ich werde ihm sicher in anderer Form erhalten bleiben. Meine Tätigkeit bei den Löwen war und ist aufgrund der Corona-Pandemie eine außergewöhnliche und sehr intensiv fordernde Zeit, von einem normalen Trainings- und Spielbetrieb sind wir leider noch weit entfernt“, so Schwalb.

Löwen bedauern Schwalbs Entschluss

Zu seinen weiteren Zukunftsplänen mochte oder konnte sich Schwalb nicht äußern. Er werde den Löwen verbunden bleiben „und im Rahmen meiner Möglichkeiten helfen“.

Die Löwen bedauerten Schwalbs Entschluss. „Martin war genau der richtige Trainer zum richtigen Zeitpunkt für unsere Mannschaft. Wir respektieren seinen Wunsch und wollen nun, wo Klarheit herrscht, die letzten Monate sportlich noch einmal Vollgas geben“, erklärte Oliver Roggisch, der Sportliche Leiter.

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