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Zweites Play-off-Halbfinale in der Tischtennis-Bundesliga

Traumhafte Saison endet für ASV Grünwettersbach unbefriedigend

Für Tischtennis-Bundesligist ASV Grünwettersbach endete die erste Teilnahme am Play-off-Halbfinale mit zwei 0:3-Niederlagen gegen Borussia Düsseldorf. Die Enttäuschung über das zu deutlich ausgefallene Ergebnis hielt sich bei den Karlsruhern aber in Grenzen.

Augenaufschlag: Dang Qiu serviert in seinem letzten Spiel für den ASV Grünwettersbach seinem künftigen Düsseldorfer Teamkollegen Anton Källberg, der mit 3:1 gewann. Foto: HORSTMUELLER GmbH via www.imago-images.de imago images/Horstmüller

Als der kleine Plastikball von der Kante des Rackets von Deni Kozul in Richtung Hallendecke flog, war die erfolgreichste Saison des Tischtennis-Bundesligisten ASV Grünwettersbach mit einem (Fehl-)Schlag beendet. Mit 0:3 unterlag der 24-jährige Slowene dem offensichtlich alterslosen Superstar Timo Boll und damit auch der Karlsruher Club dem Rekordmeister und haushohen Titelfavoriten Borussia Düsseldorf wie schon im Hinspiel des Play-off-Halbfinales mit 0:3. Die Best-of-three-Serie war damit schnellstmöglich zugunsten der Düsseldorfer entschieden, deren Finalgegner entweder Titelverteidiger 1. FC Saarbrücken oder die TTF Ochsenhausen sein wird.

Es liegt am Modus von K.o.-Duellen, dass für den Unterlegenen der Wettbewerb immer mit einem Negativerlebnis endet. Die Grünwettersbacher hatten nach ihrem erstmaligen und nicht einkalkulierten Einzug in die Endrunde der besten vier Mannschaften nicht damit gerechnet, dem sensationellen Pokalsieg 2020 ein Jahr später nun auch im Meisterschafts-Showdown einen Coup landen zu können.

Zu dominant tritt der aktuelle Champions-League-Sieger, Pokalgewinner und klare Triple-Anwärter Düsseldorf schließlich in dieser Saison auf. Aber dass die Play-off-Premiere des ASV als klare Sache für die Borussen in die Annalen eingehen wird, wurmte die Grünwettersbacher doch.

„Was mich anraunzt: Da steht jetzt zweimal ein 0:3, aber es war viel mehr drin“, meinte Manager Martin Werner unmittelbar nach dem Ausscheiden. Wie schon in eigener Halle, als der ASV zwei Einzel erst nach fünf Sätzen abgeben musste, hatten die Badener auch im Rückspiel gute Chancen auf ein besseres Ergebnis. Doch sowohl Dang Qiu, der beim 1:3 gegen Anton Källberg in den beiden Auftaktsätzen hohe Führungen und Satzbälle nicht nutzen konnte, als auch Wang Xi beim 2:3 gegen Kristian Karlsson verließen als Geschlagene den Tisch. Nur Kozul stand gegen Boll auf ziemlich verlorenem Posten.

Enttäuschendes Ende, aber gute Gesamtsituation

„Es war eine schöne Sache, so weit zu kommen. Aber es ist einfach schade, dass wir uns nicht mit dem einen oder anderen Punkt belohnt haben. Die Niederlagen von Dang und Xi taten weh. Wir sind jetzt alle leicht enttäuscht - aber nicht über die Gesamtsituation“, meinte Werner. Nachdem sich der erste Frust gelegt hatte, bewertete der Chef des Bundesliga-Vierten dann doch das große Ganze mit angemessenem Stolz: „Die komplette Saison war traumhaft, wenn man die Fakten betrachtet. Wir waren wieder im Final Four des Pokals und haben die Play-offs erreicht. Mit unseren beschränkten Mitteln so weit zu kommen, ist eigentlich gar nicht möglich und einfach Wahnsinn.“

Wir haben das Maximale erreicht.
Joachim Sekinger, scheidender ASV-Cheftrainer

Auch die Spieler ließen die anfängliche Enttäuschung schnell hinter sich. „Wir haben die Saison abschließend gefeiert. Es war eine ausgelassene und tolle Stimmung“, berichtete der scheidende Trainer Joachim Sekinger. Bei dem einen oder anderen Glas Altbier ließ der Erfolgscoach seine zwei Jahre in verantwortlicher Position noch einmal Revue passieren und kam wie Werner zu dem Schluss: „Wir haben das Maximale erreicht. Als ich gefragt wurde, ob ich das Traineramt übernehmen würde, habe ich im Leben nicht an den Pokalsieg und die Play-offs gedacht.“ Werner lobte: „Das waren zwei sensationelle Jahre.“

Sein Nachfolger Achim Krämer, mit dem dem ASV 2015 der Aufstieg geglückt war, muss die Erfolge nicht als Bürde begreifen. „Es ist alles andere als selbstverständlich, dass es in jedem Jahr so läuft. Das Ziel muss sein, uns im sicheren Mittelfeld zu etablieren und die Finanzen zu stabilisieren“, sagte Werner, der als Ersatz für den zu Borussia Düsseldorf wechselnden Dang Qiu im Gegenzug Ricardo Walther verpflichtet hat. Und sollte es der ASV irgendwie schaffen, auch den früheren Publikumsliebling Masataka Morizono zurückzuholen, könnten auch in der kommenden Saison die Play-offs wieder drin sein.

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