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KSC war für Stehplätze

Zuschauer könnten beim KSC per Losverfahren ermittelt werden

Falls die Behörden zustimmen, könnte Fußball mit Zuschauern ab September wieder möglich sein. Die DFL verabredete mit den 36 Clubs der Ersten und Zweiten Liga ein gemeinschaftliches Vorgehen für eine Teil-Zulassung. Was das für KSC-Fans bedeutet.

Christian Seifert, DFL-Geschäftsführer, sieht in der gesundheitlichen Situation die oberste Priorität des Profifußballs. Foto: Thomas Böcker

Michael Becker kennt die Haltung der Karlsruher Fanszene zur Zuschauerfrage. „Zuletzt war sie: Entweder alle oder keine“, weiß er. Der Geschäftsführer des KSC zeigt dafür Verständnis, sagt aber auch, dass in der aktuellen Lage natürlich die betriebswirtschaftlichen Interessen des Vereins zu berücksichtigen seien.

Bis zu 2.500 Zuschauer auf der Baustelle im Wildpark

Und so prüfen und rechnen sie auch in Karlsruhe seit Dienstagmittag noch intensiver, wie sie aussehen könnten, Liga-Heimspiele im Wildparkstadion mit Anhängern. Dass diese unter definierten Auflagen möglich sein sollen, hierauf und auf ein gemeinschaftliches Vorgehen dabei einigten sich die 36 Vereine unter dem Dach der Deutschen Fußball Liga (DFL) bei ihrer außerordentlichen Online-Versammlung am Dienstag.

Becker rechnet derzeit damit, dass bei Wegfall der Beschränkung von Großveranstaltungen auf maximal 500 Personen auf der vor dem Rückbau stehenden Haupttribüne um die 1.500 Besucher und nach dem Umzug auf die neue Osttribüne an die 2.500 zugelassen werden könnten.

Langjährige Mitglieder und Dauerkartenbesitzer werden wir bevorzugt berücksichtigen.
Michael Becker

Wenn es tatsächlich dazu kommen sollte, werde per Losverfahren ermittelt, welche Kartenwünsche erfüllt werden. „Langjährige Mitglieder und Dauerkartenbesitzer werden wir bevorzugt berücksichtigen“, sagt Becker und weist darauf hin, dass jede detaillierte Aussage wegen einer Vielzahl an Variablen noch unmöglich sei.

Hier seien nicht zuletzt die Gespräche mit den zuständigen Ämtern entscheidend. So wie alles mit der Bereitschaft der Behörden steht und fällt.

Gesundheit hat für DFL-Geschäftsführer Seifert Priorität

Der aus Rastatt stammende DFL-Geschäftsführer Christian Seifert hatte einen defensiven Grundton angeschlagen, als er gegenüber den Medien Angaben zur mit den Clubs besprochenen Sache machte. „Wir erwarten nichts, wir fordern nichts“, meinte er, man bereite sich aber darauf vor.

Bis Jahresende werde es keine Auswärtsfans in den Stadien geben, bis Ende Oktober keine Stehplätze und keinen Alkohol. Priorität habe in Deutschland „nicht volle Stadien, sondern die gesundheitliche Situation“, sagte Seifert. Die Signale aus der Politik angesichts steigender Infektionszahlen sei dem Fußball nicht entgangen. Corona sei aktuell auch dessen übler Gegenspieler. „Dennoch darf man nicht kapitulieren, nur auf einen Impfstoff hoffen und warten, dass es endlich vorbeigeht“, betonte Seifert.

Der vierte zentrale Punkt auf der beschlossenen Agenda der Vereine sieht eine personalisierte Ticketabgabe vor, „dass im Fall von Infektionen die Identität und Kontaktdaten möglicher und eventuell betroffener Stadionbesucher ermittelt werden können“. Der 1. FC Union Berlin hatte sich zum Saisonstart ein voll besetztes Stadion gewünscht.

So war Seifert auch bemüht, dies als Wunsch zu übersetzen, „den haben doch alle“. Es wäre ein „ikonisches Bild“, dass die Pandemie vorbei sei. „Selbstverständlich kann das kein kurzfristiges Ziel sein, 600.000 Zuschauer am ersten Spieltag zu haben“, sagte Seifert.

„Unter solchen Realitätsverlust leidet keiner. Wir haben eine Sehnsucht nach Normalität, die ersetzt aber keine Pläne.“ Der KSC hatte gegen einen Verzicht auf Stehplätze gestimmt, erklärte Becker. Die Situation, auf einer Baustelle zu spielen, stelle eine Einschränkung für sich da.

Becker begrüßt Taskforce „Zukunft Profifußball”

KSC-Geschäftsführer Becker begrüßte, dass die DFL-Taskforce „Zukunft Profifußball“ im September ihre Arbeit aufnehmen wird. „Auch aus der Erfahrung der Entwicklungen durch Corona ist es wichtig, dass man sich strategische und inhaltliche Gedanken macht, wie künftig die Erste und Zweite Liga weiterentwickelt werden kann, ohne an Attraktivität einzubüßen“, sagte er.

Während der DFL-Tagung waren unter anderem zwei Rechtsgutachten des Bundestages thematisiert worden. Diese waren zu dem Schluss gekommen, dass eine Gehaltsobergrenze durchaus möglich sei. Voraussetzung für eine Deckelung der Millionengehälter sei aber die Einführung durch die Europäische Fußball-Union (Uefa).

„Genau in dieser Zeit wird aber, das ist meine Prognose, der wirtschaftliche Druck auf den Profisport im Allgemeinen zunehmen, und alle sind gut beraten, ihre Kostenstruktur zu überdenken“, sagte Seifert.

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