Wie im Märchen empfängt das Lebkuchenhaus „Maison Lips“ in Gertwiller die Besucher. Im Gegensatz zur Fassade sind die Süßigkeiten im Haus essbar und es gibt zahlreiche Probiermöglichkeiten. | Foto: Wagner

Weihnachtswunderland im Elsass

Von Bredele, Lebkuchen bis zu Christkindel und Hans Trapp

Anzeige

Von Bernhard Wagner, Gianna Ronge und Renan Sarah Frankenreiter

Heilige Gestalten wie Barbara und Lucia, das Christkindel, Hans Trapp und Nikolaus sowie der fliegende Hirsch namens „Flamboyant“ – ein „Cousin“ der nordischen Rentiere des Weihnachtsmannes – besuchen ab Ende November das Elsass. Über 100 Weihnachtsmärkte und festliche Events verwandeln die Städte und Dörfer in ein wahres Winterwunderland. Im atmosphärischen Lichterglanz gibt es neben traditionellen Leckereien wie Bredele, Mannele und Lebkuchen auch Konzerte im Advent und regionales Kunsthandwerk. Nachfolgend präsentieren wir eine Auswahl.

Nordelsass

Im Herzen von Wissembourg, neben der Kirche St. Peter und Paul, findet an allen Advents-Wochenenden jeweils samstags und sonntags von 11 bis 19 Uhr ein Weihnachtsmarkt statt. Am 23. Dezember ab 17 Uhr, wenn „aufgeregte Mönche“ die Bevölkerung mit Trommelwirbeln vor der Ankunft des furchterregenden Hans Trapp und seinen Raubrittern warnen beginnt der stimmungsvolle Umzug mit dem Christkindel im Zentrum von Wissembourg.

Weitere Weihnachtsmärkte gibt es am zweiten Adventswochenende in Hunspach (samstags von 15 bis 21 Uhr, sonntags von 10 bis 19 Uhr) und Lauterbourg (samstags von 15 bis 21 Uhr, sonntags von 11 bis 19 Uhr). Der ländliche Weihnachtsmarkt „Marché de Noël campagnard“ findet in Niedersteinbach statt (23. Dezember, 11 bis 18 Uhr). Der einzige täglich geöffnete Weihnachtsmarkt im Nordelsass ist im Stadtzentrum von Haguenau. Er ist von Freitag, 23. November, bis 30. Dezember geöffnet. Montags öffnet der Markt von 14 bis 19 Uhr, dienstags, mittwochs und donnerstags von 10 bis 19 Uhr, samstags und sonntags von 10 bis 20 Uhr. Am 24. Dezember ist von 10 bis 16 Uhr geöffnet, am 26. Dezember von 14 bis 19 Uhr. Am 25. Dezember ist geschlossen.

Weihnachten von früher in Niederbronn-les-Bains

Weihnachtliche Programmpunkte wie der traditionelle Stollen werden bis 16. Dezember im Bauernhofmuseum „Cycle de Noël à la Maison Rurale de l’Outre-Forêt“ in Kutzenhausen präsentiert. Die Ausstellung über „Weihnachten von früher“ ist in Niederbronn-les-Bains vom 30. November bis 23. Dezember von Montag bis Freitag zwischen 10 und 12 sowie zwischen 14 und 17 Uhr zu sehen. Am Wochenende ist sie von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Am 1. und 2. Dezember feiern die Töpfer in Soufflenheim ihren Weihnachtsmarkt und am 20. Dezember die Heilige Lucia. Beleuchtete Wege führen zu den Geschäften und Ateliers der Kunsthandwerker.

Am 24. und 25. November findet ein Weihnachtsmarkt im Ortszentrum von Seltz statt, am 15. und 16. Dezember auf dem Handwerkerplatz des Rheinischen Parks.

Straßburg

Etwa 300 Häuschen verteilen sich von 23. November bis 30. Dezember in Straßburg, der selbst ernannten Weihnachtshauptstadt Europas, auf zwölf Plätzen und bilden mehrere Weihnachtsmärkte. Jeder bietet ein Weihnachtsfest mit ganz eigener Atmosphäre. Ein Highlight ist der etwa 30 Meter hohe Tannenbaum („Sapin de Noël“) am Place Kléber. Die Hütten und Stände sind bis 30. Dezember täglich von 11 bis 20 Uhr geöffnet, freitags bis 21 Uhr und samstags bis 22 Uhr. Am 24. Dezember schließt der Markt bereits um 18 Uhr und bleibt am 25. Dezember geschlossen.

In Muttersholtz wird am 8. Dezember um 14 Uhr der Weihnachtsmann, begleitet von Engeln, Heinzelmännchen und Hans Trapp, auf einem Holzkahn erwartet. Der Weihnachtsmarkt ist von 13.30 bis 19 Uhr (Lindenplatz) geöffnet.

Ein besonderes Erlebnis ist die Lebkuchenhauptstadt Gertwiller. Wie ein „Hänsel-und-Gretel-Haus“ empfängt das „Maison Lips“ die Besucher mit Probiermöglichkeiten und einzigartigen Museums-Exponaten rund um das Thema Lebkuchen. Außerdem gibt es den Lebkuchen-Palast: „Palais du Pain d’Epices“ der Maison Fortwenger.

Mittelelsass

Vom 23. November bis 30. Dezember gibt es in Colmar sechs Weihnachtsmärkte, darunter den Kinderweihnachtsmarkt. Dieser lässt die Herzen der Jüngsten mit bunten Häuschen, einer belebten Krippe und einem Briefkasten für die Wunschzettel an den Weihnachtsmann höher schlagen. Geöffnet ist von Montag bis Donnerstag von 10 bis 19 Uhr, Freitag, Samstag und Sonntag bis 20 Uhr. Am 24. Dezember schließt der Markt um 17 Uhr, am 25. Dezember ist er von 14 bis 19 Uhr geöffnet.

Lichterfest zu Ehren der heiligen Lucia

In Turckheim wird am 13. Dezember ab 17 Uhr auf dem Rathausplatz ein Lichterfest zu Ehren der heiligen Lucia („Sainte Lucie“) veranstaltet. Bei dem Fest tragen sechs junge Mädchen in weißen Gewändern jeweils einen Kerzenkranz auf dem Kopf.

Vom 30. November bis 30. Dezember gibt es in Sélestat viel Weihnachtliches zu erleben. Ein Weihnachtsmarkt findet auf dem Place d’Armes in dieser Zeit immer von Montag bis Donnerstag und sonntags zwischen 10 und 19 Uhr sowie freitags und samstags bis 20 Uhr statt. Zudem gibt es eine Weihnachtsbackstube, eine Eislaufbahn und Weihnachtsfenster.

Burg-Geschichte und Weihnachtstradition

Die Hohkönigsburg ist vom 1. bis 31. Dezember in eine festliche Atmosphäre getaucht. Die Burg-Geschichte wird mit Weihnachtstraditionen wie Vorbereitungen in der mittelalterlichen Küche und der Stimmung bei einem Festessen von Wilhelm II. verbunden. Zudem gibt es einen Adventskalender mit mittelalterlichen Buchmalereien und Christbaumschmuck.

Auf einem Krippenweg in Bergheim („Chemin des Creches“) lassen sich vom 1. bis 23. Dezember innerhalb der mittelalterlichen Stadtmauern über 80 Krippen aus verschiedenen Naturmaterialien bestaunen.

Südelsass (Sundgau)

In Mulhouse findet bis 24. Dezember ein Weihnachtsmarkt mit Dekorationsideen im Stoffdruckmuseum („Musée del Impression sur Etoffes“) statt. Im gleichen Zeitraum schmücken tausende Meter von einem lokalen Designer angefertigte prachtvolle Weihnachtstoffe die Straßen und Holzbuden am Place de la Réunion.