Wenige Tage vor dem "Fest" herrscht in der Karlsruher Günther-Klotz-Anlage Hochbetrieb. | Foto: Falk

Aufbau in der „Klotze“

„Fest“-Helfer haben in der heißen Phase alle Hände voll zu tun

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Endspurt in der Günther-Klotz-Anlage in Karlsruhe: An diesem Freitag beginnt dort das „Vor-Fest“, genau eine Woche später „Das Fest“. Vor Ort haben die Helfer auf 24 Hektar Fläche derzeit noch alle Hände voll zu tun, denn Bühnen und Zelte wollen aufgebaut werden.

Mit dem ersten Bauteil habe man bereits am 17. Juni angefangen, erinnert sich Sebastian Wahl, Projektleiter bei der Karlsruher Marketing und Event GmbH (KME) und für Infrastruktur und Technik beim Aufbau für „Das Fest“ zuständig. Seit rund einem Monat wird also gewerkelt, was das Zeug hält.

„Das Fest“ findet vom 19. bis zum 21. Juli in der Karlsruher Günther-Klotz-Anlage statt. Bereits eine Woche zuvor, am 12. Juli, beginnt das „Vor-Fest“. Alle Artikel rund um die Veranstaltung gibt’s jederzeit im Dossier unter bnn.de/dasfest.

1500 Helfer an drei Tagen

Angefangen habe man mit dem Aufbau der „Fest“-Terrasse, denn das dauere am längsten und müsse als Erstes fertig sein. Knapp 50 Helfer sind laut Wahl seit Mitte Juni am Schaffen – zuzüglich der anpackenden Hände der Mitarbeiter von Dienstleistern und Zulieferern. „Es wird von Woche zu Woche mehr“, sagt der Projektleiter. An diesem Mittwoch ist die „Klotze“ kurz vorm „Fest“ also voll mit Helfern, Lkw, Bühnenteilen, Zelten und Dixie-Klos. Getoppt wird das noch beim „Fest“ selbst: Rund 1500 Arbeitsausweise geben die Macher heraus –  von den BNN-Reportern über die Helfer der KME bis zu den Mitarbeitern am DM-Stand.

Viele der Aufbau-Helfer seien seit Jahren dabei, sagt Wahl. „Die meisten Helfer sind Studenten“, meint er, doch auch nach der Ausbildung blieben die meisten dem Team noch über Jahre treu. So sei etwa ein Doktorand dabei, der neben seiner Dissertation mit anpacke, und ein promovierter Arzt, der seit Jahren mithelfe. „Die meisten werden mit dem Virus ‚Fest‘ infiziert und kommen wieder“, so Wahl. Für ihn selbst sei es in diesem Jahr das zehnte „Fest“.

Die meisten werden mit dem Virus ‚Fest‘ infiziert und kommen wieder.

KME-Projektleiter Sebastian Wahl über langjährige Aufbau-Helfer

Gewisse Baustellen gehe man nach den langen Jahren des Festival-Aufbaus mit Ruhe an. Etwa, wie die Bodenplatte auf der Weinterrasse gelegt werden müsse. „Das hat man gelernt“, sagt Wahl. Insgesamt gehe der Aufbau aber auch nicht schneller als die Jahre zuvor über die Bühne, da einfach viel gemacht werden müsse. Gut in der Zeit liege man aber dennoch. Die größte Herausforderung auch nach alle den Jahren sei immer noch die Steuerung der Gewerke, dass alles ineinander greife. Für Wahl bedeutet das viele Telefonate, E-Mails und Absprachen.

Aufgeregt seien er und die anderen auch nach vielen Jahren auf dem Festival noch immer. „Viele Menschen stecken Zeit in das Projekt“, so der Projektleiter bei der KME: „Wenn am ‚Fest‘-Wochenende selbst alle glücklich sind und nichts passiert, ist das ein schöne Gefühl.“

Sebastian Wahl ist Projektleiter bei der KME und für Infrastruktur und Technik beim „Fest“ zuständig. | Foto: Falk

Wenn „Das Fest“-Wochenende vorüber ist, sei die Arbeit trotzdem noch nicht getan. Nach dem Abbau gelte es, das Gelände wieder auf Vordermann zu bringen. „Wir übergeben die Günther-Klotz-Anlage in dem Zustand, in dem wir sie bekommen haben“, sagt Sebastian Wahl. Die „Klotze“ sei als Naherholungsgebiet ein sehr sensibler Bereich. Nach dem „Fest“ werde eine Landschaftsgärtner engagiert, wo nötig, werde etwa neues Gras ausgesät.

Die Hitze im Juni habe auch den Aufbau-Helfern die Arbeit erschwert. „Wir haben früher angefangen, eine längere Pause eingelegt und dafür abends länger gemacht“, so Wahl. Das Hitzefenster sei glücklicherweise in eine Zeit gefallen, als weniger schwere Arbeiten gemacht werden mussten. Die Temperaturen derzeit seien aber auf jeden Fall deutlich besser auszuhalten als in den ersten Wochen. Einige grüne Bereiche habe man in der Zeit Tag und Nacht gegossen, auch, um eine hohe Staubentwicklung zu vermeiden.

Vandalismus und Unverständnis

Nicht immer stoßen die „Fest“-Macher während der Aufbauphase nur auf Verständnis. „Das ist auch nachvollziehbar“, meint Wahl. Die Albstrecke sei für viele ein Arbeitsweg oder beliebte Jogging-Strecke. Mit entsprechenden Schildern und Umleitungen versuche der Veranstalter, die Einschränkungen gering zu halten. Die Besitzer der angrenzenden Schrebergärten wüssten inzwischen, was sie während der „Fest“-Zeit erwartet. Sie würden frühzeitig informiert und bekommen eine Durchfahrtgenehmigung.

Der Vandalismus ist beim Fest zwar kein großes Problem – aber es gibt ihn dennoch: „Es tut ein bisschen weh, wenn man morgens herkommt und Dixie-Klos umgeschmissen und Schilder in die Alb geworfen wurden“, sagt Wahl. Security sei Tag und Nacht in der „Klotze“, aber das Gelände sei eben sehr groß. Auch die Polizei und das städtische Ordnungsamt schauten in den Tagen vor dem „Fest“ verstärkt dort vorbei.

Der Aufbau der Hauptbühne, auf der „Gentleman“, „Fettes Brot“, Max Giesinger und „Kettcar“ stehen werden, beginnt am Freitag. Teile der Hauptbühne stammen vom „KISS“-Konzert in Iffezheim, das am vergangenen Wochenende stattgefunden hat. In der heißen Phase kurz vor dem „Fest“ arbeiten die Helfer auch sonntags. Die DJ-Bühne wird in diesem Jahr besonders gestaltet sein: als fast originalgetreuer Nachbau der legendären „Woodstock“-Bühne. Anlass ist das 50-jährige Jubiläum des legendären Musikfestivals in New York, das vom 15. bis 18. August 1969 stattgefunden hat.

„Das Fest“ und die unmittelbar anschließenden Vorbereitungen für die Schlosslichtspiele ab dem 8. August bildeten die stressigste Zeit im Jahr, sagt Wahl: „Aber ich würde es nicht machen, wenn es nicht Spaß machen würde.“