Holger schafft mal wieder - diesmal bei den "Mobis" bei "Das Fest". | Foto: Bodamer

#holgerschafft bei den „Mobis“

Ganz viel Rummel abseits der Hauptbühne

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Im Kinder- und Kulturbereich ist man weit weg von der Hauptbühne, viel weiter weg geht nicht. Aber vor allem den Kindern ist dieser Flecken der Günther-Klotz-Anlage näher als der ganze Rest. Hier stehen die „Mobis“, die Mobile Spieleaktion des Stadtjugendausschusses. Der „Mobi-Rummelplatz“ ist vollgepackt: Zirkuszelte, ein Kinderkarussell, Wasserrutsche, Spielgeräte, jede Menge kreative Angebote, bunte Bauwagen und mittendrin der rote Doppeldeckerbus der „Mobis“.

Seit 1986, also mit der zweiten Auflage des Fests, ist die Spieleaktion mit dabei. Und jetzt bin ich bei #holgerschafft endlich auch einmal bei den „Mobis“ und helfe mit, damit das Areal von den Kids bespielt werden kann. Ok, die Hauptarbeit wurde am Donnerstag geleistet. Jetzt, am Freitagnachmittag, ist weniger zu tun: Trampoline aufbauen, Matten auslegen, Spielgeräte bereit legen. Und dennoch sind es 28 Helferinnen und Helfer, die mit anpacken. „Niemand soll nach dem Aufbau geschafft sein – die Kinder kommen ja auch erst noch“, sagt mir Ralf Birkner, Leiter der Mobilen Spieleaktion, im Vorfeld.

Das Ringen mit den Matten

Gegen halb vier versammelt er die Truppe um sich, erläutert die Aufgaben der eingeteilten Gruppen. Ich soll mithelfen, die Matten und die Trampoline auszulegen und aufzubauen. Andere sollen die Kisten für die Wasserrutsche aus dem Lkw holen, Spielgeräte richten oder das Kinderkarussell in Fahrt bringen. Auf Birkners Kommando hin wuseln wir los, verteilen uns auf dem Gelände, jeder hat seine Arbeitsstation. In einer Stunde eröffnet das Spielareal.

Im Sportunterricht habe ich das letzte Mal die großen, blauen Matten geschleppt. Sie sind immer noch schwer, sperrig und entziehen sich leicht dem Griff des Tragenden. Im Zirkuswagen der „Mobis“ sind gleich fünf oder sechs gestopft, dazu noch jeder Menge anderer Materialien, unter anderem die Bestandteile mehrerer großer Trampoline. Jeder noch so kleine Winkel ist gut genutzt. Es ist ein Ziehen und Zerren, ein Hin- und Herrücken, doch schließlich gibt die Matte den Widerstand auf und lässt sich Richtung Tür schleppen. Zu zweit tragen wir das blaue Ungetüm an das große Klettergerüst. Schon bald lassen sich die Kids beherzt auf weichen Matten fallen.

Ein Puzzle aus Rohren und Federn

Als die letzte Matte raus ist, kommen die Trampoline dran. Es ist ein Puzzle der besonderen Art – dicke Metallrohre müssen zusammengesteckt werden. „Die sind mit Farben markiert“, erklärt mir Birkner und deutet auf einen Haufen dunkler Rohre mit roter Sprayfarbe. Ich orientiere mich beim Zusammenstecken an denen, die schon Erfahrung im Aufbau haben und mache es ihnen nach. Klappt erstaunlich gut. Zügig ist das Metallgerüst aufgebaut.

Komplizierter wird es mit den Metallfedern, an denen die Sprungplane befestigt ist. „Alle fünf Löcher eine Feder“, ist die Anweisung. Wir greifen in die Kisten mit den Metallfedern, machen uns zu dritt an das noch nackte Gerüst und zählen immer auf fünf. Als wir die Plane das erste Mal aufhängen wollen, wirft die Plane Wellen, so ungleichmäßig ist der Zug der Federn. „Das passt überhaupt nicht“, stellt jemand frustriert fest. Also nochmal. Federn raus, neu zählen, und wieder rein. Es klappt beim zweiten Anlauf – dann die restlichen Federn in die freien Löcher und schließlich hängt die Plane gerade und eben. Das Prozedere wiederholt sich zwei Mal für die anderen Trampoline.

Die Kinder kommen

Auch die anderen Gruppen sind mittlerweile so gut wie fertig. Die Kisten an der Wasserrutsche stehen bereit, die Staffeleien zum Malen sind aufgestellt, der Filz steht bereit zum Filzen und das überdimensionale „Vier gewinnt“ wartet auf die Spielchips.

Schon als ich mit Ralf Birkner das abschließende Interview führe, stürmen einige Kinder das Areal. Es ist wieder Fest und die Kids fühlen sich hier ganz zuhause.