Auf der Klima-Akademie tritt Moses kräftig in die Pedale, um das Rennauto zum Fahren zu bringen.
Auf der Klima-Akademie tritt Moses kräftig in die Pedale, um das Rennauto zum Fahren zu bringen. | Foto: Müller

Plastikmüll und Glühbirnen

Klima-Akademie informiert in der Günther-Klotz-Anlage

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In diesem Jahr gibt es zum ersten Mal eine Klima-Akademie in der Günther-Klotz-Anlage. Ganz so wissenschaftlich, wie das klingt, ist die Sache aber nicht. An verschiedenen Ständen auf dem „Fest“ ermitteln Besucher ihren ökologischen Fußabdruck, drehen am Glücksrad oder lernen, welche Glühbirne am klimafreundlichsten ist.

Am Stand der Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur (KEK) ist einiges los. Moses strampelt unermüdlich auf dem festgeschraubten Mountainbike, direkt vor ihm rasen zwei Autos auf einer Spielzeug-Rennbahn. Allein durch seine Muskelkraft bringt Moses sie zum Fahren.

Rennbahn ist beliebt

„Das sensibilisiert die Menschen dafür, wie viel Kraft man braucht, um Energie zu gewinnen“, erklärt Shanti Karcher. Sie ist Praktikantin bei KEK. „Die Rennbahn kommt gut bei den Besuchern an“, berichtet sie.

Auf das Rad geschwungen haben sich die Gäste schnell, etwas länger dauert dagegen die Berechnung des CO2-Fußabdrucks. Axel Honikel, Stefanie Frank und Lukas Schimpf wagen sich trotzdem daran und gehen Schritt für Schritt die einzelnen, auf den Boden geklebten Poster ab. Darauf stehen Fragen etwa zum Reise- oder Kaufverhalten.

An einem Tisch nebenan liegen verschiedene Solarmodule. Markus Kauber von der KEK hält seine Hand kurz vor eines der Module. Der angeschlossene kleine Propeller hört auf, sich zu drehen. So erklärt er den jüngsten Besuchern, wie Solaranlagen funktionieren.

Vor dem Zelt der KEK, die Kauber zufolge von der Stadt und den Stadtwerken getragen wird, haben sich rund 20 Menschen in die Schlange vor dem Glücksrad eingereiht. Drehen darf allerdings nur, wer eine Frage zum Klimawandel richtig beantwortet. Im Zelt informiert Dirk Metzner, wie man im Haushalt Strom sparen kann, beispielsweise durch LED-Glühbirnen.

Kreislauf der Plastikbecher

Am Stand des Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie informiert Andreas Menrath über die beim „Fest“ verwendeten Plastikbecher. „Die Becher bestehen aus dem biobasierten Kunststoff PLA“, erklärt er. Dieser werde anstatt aus Erdöl aus Stoffen wie Maisstroh, Weizenstroh oder Holzschnitzel hergestellt.

Laut Norm sei er zwar kompostierbar, die Bedingungen dafür seien aber kaum einhaltbar. 60 Grad bei 90 Prozent Luftfeuchtigkeit muss über drei Monate hinweg gehalten werden, nur bei dann sind die Becher kompostierbar. „Die Becher vom letzten Mal wollte die Kompostieranlage nicht haben, weil sie bei ihnen nicht verrotteten“, berichtet er.

Der Wissenschaftliche Mitarbeiter des Frauenhofer-Instituts wirbt daher für einen Kreislauf. „Wir haben festgestellt, dass wir mit den Bechern aus dem letzten Jahr Plastik auf annähernd gleichem Niveau wie die Originalware herstellen können“, erzählt Menrath. Allerdings dürfe es nicht im Lebensmittelbereich wiederverwendet werden.

Vorschläge für Recycling

Aus diesem Grund können Besucher nun Vorschläge in die Mitmach-Box werfen, als was die Becher wieder in den Umlauf gelangen könnten. Menrath denkt dabei etwa an T-Shirts oder Liegestuhlbespannungen.

Ebenfalls um Plastik geht es im Zelt nebenan. Beim Projekt „Polli und das Plastik“ von Dr. Bronner’s und dm können Kinder Plastik aus einem Wasserbottich fischen. Wie im Meer schwimmt es dort im Kleinen umher. Leon Meier klärt die jungen Gäste darüber auf, wie schädlich Plastik in der Umwelt für die Wildtiere ist. Und wirbt dafür, den eigenen Müll richtig zu entsorgen und nicht einfach in die Natur zu werfen.