Mess up your DNA spielen am Freitag um 19.30 Uhr auf der Feldbühne bei DAS FEST.
Mess up your DNA spielen am Freitag um 19.30 Uhr auf der Feldbühne bei "Das Fest". | Foto: Julia Weidemann

Karlsruher Nachwuchsband

„Mess up your DNA“ mischen die Feldbühne bei „Das Fest“ auf

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Am liebsten hauen sie so richtig auf den Putz oder bringen irgendetwas durcheinander – vorzugsweise ihr Publikum. Wenn die drei Karlsruher Jungs von „Mess up your DNA“ die Bühne betreten, wird es garantiert wild und laut, jedoch mit viel Herz und Liebe. Hochmotiviert haben sich Flo Schweizer und die Brüder Christoph und Philipp Wilhelm große Ziele gesetzt. Eines davon haben sie nun erreicht – sie spielen am Freitag um 19.30 Uhr auf der Feldbühne bei „Das Fest“. Im Interview verraten die drei, wie sie sich gefunden haben und wer wirklich hinter den harten Tönen steckt.

BNN: Wie seid Ihr auf den Namen „Mess up your DNA“ gekommen?

Christoph: Es ist ja immer kompliziert, als Band einen Namen zu finden. Wir wollten anders sein, nicht Mainstream – weil wir das einfach nicht sind. Also haben wir uns überlegt, was wir eigentlich am liebsten machen. Und naja, am liebsten hauen wir auf den Putz, bringen etwas durcheinander, drehen halt einfach gerne durch. So stand schon mal „Mess up“ (deutsch: durcheinanderbringen). War nur noch die Frage offen: „Was bringen wir durcheinander?“ Wir haben uns für DNA entschieden. Weil die Musik so tief in uns sitzt, wir sie alle wirklich brauchen und die DNA die kleinste Einheit ist, die uns komplett verkörpert.
Florian: Wir haben nie bereut, diesen Namen gewählt zu haben. Im Gegenteil: Wir finden ihn sogar immer cooler.

 

Wie würdet Ihr Eure Musikrichtung beschreiben?

Philipp: Die Genrefrage ist schwierig. Wir hoffen alle insgeheim, dass wir sie irgendwann nicht mehr beantworten müssen. Bei uns verschmelzen viele Richtungen ineinander. Vom harten Riff und Geschreie geht es über zum Vers, der fast poppig ist. Wir bezeichnen unsere Musik oft als Crossover, aber am liebsten ist uns der Begriff Alternative Meta“. Es ist einerseits laut und „aufs Maul“, andererseits alternativ und melodisch.

Wer schreibt Eure Texte? Was steckt dahinter?

Florian: Das mache meistens ich. Mal geht es um banale Alltagssituationen oder zwischenmenschliche Geschichten, die man auf der Straße beobachtet. Ein anderes Mal handeln die Texte von ernsteren, politischen Themen. „Blood in my Milk“, der letzte Track auf unserem Album, erzählt von Umwelt- und Naturzerstörung. Aber wovon die nächsten zehn Alben handeln, das wissen wir noch nicht. Mal schauen, wo die Reise hingeht.

Wie habt Ihr Euch kennengelernt?

Christoph: Das war vor Jahren über Freunde und Bekannte, aber wir hatten unsere Namen direkt wieder vergessen. Bei „Rock am Ring“ 2008 stand Flo dann zufällig ein bis zwei Reihen vor mir. Wir haben fünf Sekunden ein Schwätzchen gehalten, sind aber ganz verlegen auseinander gegangen, weil wir einfach keinen Gesprächsstoff hatten. Naja, und irgendwann später haben wir uns auf einem Geburtstag in Frankreich wieder getroffen. Flo hatte seine Akustikgitarre dabei und so kam eins zum anderen.
Flo: Ich habe damals nur typische Lagerfeuermusik gespielt. „Wonderwall“ von Oasis und so Zeug. Christoph wollte trotzdem, dass wir unbedingt mal zusammen Musik machen. Dass die Musik, die wir jetzt spielen, aus dem Anfang herausgekommen ist, ist schon bemerkenswert oder eher verrückt (lacht).

Und wie kam Philipp dazu?

Christoph (lacht): Das war mehr oder weniger erstmal Verzweiflung. Flo und ich haben im Jugendhaus in Durlach zu zweit – nur mit Schlagzeug und Gitarre – alles Mögliche gecovert. Metallica, Offspring und so. Schließlich haben wir meinen kleinen Bruder Philipp dazu überredet, Bass zu lernen. Der hatte bis dahin auch Gitarre gespielt. Seitdem sind wir zu dritt.
Philipp: Es hat sich gelohnt. Ich habe dadurch erst so richtig mein Instrument für mich entdeckt.
Christoph: Stimmt, er ist definitiv mehr Bassist als Gitarrist.

Ihr habt also alle vorher schon Musik gemacht?

Christoph: Ich habe erst kurz bevor wir uns kennengelernt haben angefangen, Schlagzeug zu spielen. Klarinette und Flöte habe ich schon länger gespielt, aber eigentlich wollte ich mein Leben lang Trommeln, durfte aber nie. Als ich dann Rebell genug war, so mit 15 Jahren, habe ich einfach angefangen.
Flo: Eigentlich haben wir alle ungefähr zur gleichen Zeit unsere Instrumente für uns entdeckt. Ich habe gerade mal zwei Jahre Gitarre gespielt, als wir „Mess up your DNA“ gegründet haben.
Philipp: Ja, wir sind musikalisch zusammen aufgewachsen. Außerdem haben wir uns soweit miteinander entwickelt. Ich kann mir es gar nicht mehr anders vorstellen.

Seid ihr privat auch so harte Typen, wie eure Musik es vermuten lässt?

Florian (alle lachen): Eher nicht. Uns wurde sogar schon gesagt, dass wir nicht die Typen wären, die so Musik machen – weil wir nicht hart genug wären, weil wir zu viel lächeln auf den Fotos und auch auf der Bühne. Am Anfang hat uns das aufgeregt, mittlerweile lachen wir darüber. Wir sind wie wir sind. Es ist unser Ding, harte Musik zu machen und trotzdem total liebe Jungs zu sein. So sind wir: hier, daheim, auf der Bühne und überall.

Was sind Eure Ziele? Wo wollt Ihr musikalisch hin?

Christoph: Es gibt einen gewissen Status, den wir uns erhoffen. Wahrscheinlich werden wir nicht weltbekannt wie Metallica. Wir würden natürlich nicht nein sagen, wenn es sich ergeben würde (lacht). Wir geben auf jeden Fall Gas. Nächstes Jahr spielen wir mehr Auftritte, dann kommt das zweite Album raus und wir wollen weiterhin gute Musikvideos produzieren. Aber das Wichtigste ist: Wir ziehen alle an einem Strang und sind mit Spaß dabei.