Frauenpower auf der Bühne - "Miss Foxy" eröffnen am Samstag die Cafébühne beim "Vor-Fest". | Foto: Christel Manzey

Rock auf der Cafébühne

„Miss Foxy“-Frauen-Power auf der „Vor-Fest“-Bühne

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Frauenbands auf Festivalbühnen sind leider immer noch ein seltener Gast. Meist sind einzelne Bandmitglieder weiblich, aber dass eine Gruppe nur aus Frauen besteht, ist immer noch ein kleines Alleinstellungsmerkmal. Am Samstag – dem zweiten Tag des „Vor-Fests“ – konnten die Besucher in der Günther-Klotz-Anlage  einer solchen Band lauschen: „Miss Foxy“ eröffnete an diesem Abend die Cafébühne.

Nach dem doch sehr verregneten „Vor-Fest“-Freitag zeigte sich der Samstag von einer besseren Seite. Vier Tonnen Sand haben die fleißigen „Vor-Fest“-Helfer in der Nacht von Freitag auf Samstag geschaufelt, um das Gelände wieder festival-tauglich zu machen. Und während vor der Cafébühne die ersten Picknick-Decken ausgebreitet und Bratwürste verspeist wurden, machten sich auf der Bühne vier Musikerinnen für ihren Auftritt fertig – genau genommen nur drei, denn Schlagzeugerin Anika Nilles war leider verhindert und auch ihr weiblicher Ersatz konnte nicht auftreten. So kam es, dass am Samstag doch noch ein Mann vor die Zuhörer in der „Klotze“ trat: Marcel Millot half „Miss Foxy“ an diesem Abend am Schlagzeug aus.

Hahn im Korb

Dass da plötzlich doch ein Kerl am Schlagzeug sitzt, blieb auch im Publikum nicht unbemerkt. „Wenn die Musik gut ist, ist es doch egal, welches Geschlecht die Bandmitglieder haben“, ist die einhellige Meinung von Michael, Markus und Freddy. Die drei sitzen an einem Tisch unweit der Bühne, Michael ist mit dem Ersatzschlagzeuger bekannt. „Die meisten Frauen haben ein schlechteres Rhythmusgefühl als Männer“, mutmaßt Michael auf die Frage, warum so wenige Musikgrößen weiblich sind. „Aber als die Bassistin vorhin ihr Instrument in die Hand nahm, war mir gleich klar: Die weiß, was sie tut.“

Wenn die Musik gut ist, ist es doch egal, welches Geschlecht die Bandmitglieder haben.

Während dem Herren-Trio auf Anhieb mehrere bekannte Musikerinnen und Frauengruppen einfallen, tut sich Monika Glück-Kiefer schwer damit, Namen zu nennen. Sie freut sich aber sehr, dass mit „Miss Foxy“ eine rein weibliche Band den „Vor-Fest“-Samstag eröffnet. „Das ist schon etwas Ungewöhnliches“, gibt Monika Glück-Kiefer zu bedenken. „Meist hat man ja nur eine Frontfrau, quasi als Hingucker, und der Rest sind nur Männer.“

Songs zum Wohlfühlen

Sängerin und Gitarristin Steffi Bär spielt bereits seit knapp acht Jahren mit ihren Bandkolleginnen Sarah Hank-Paidar (Bass), Hilde Müller (Keyboard) und Anika Nilles (Drums) zusammen. Alle sind Profi-Musikerinnen und haben neben „Miss Foxy“ noch weitere Projekte. Aus diesem Grund ist das Keyboard am Abend auch nicht das Hoheitsgebiet von Hilde Müller, sondern von Ersatz-Keyboarderin Lana Keys.

Die vier Frauen lassen sich schwer in ein Genre zwängen. „Wir spielen ganz einfach Songs, mit denen wir uns wohlfühlen“, verrät Frontfrau Steffi, die in der Regel auch die Auswahl des musikalischen Repertoires vornimmt. Gecovert werden Lieder von weiblichen Größen wie Pink, Janis Joplin, Tina Turner oder auch Adele, aber auch Stücke von männlichen Interpreten. Denen steht Steffi Bär in Sachen Stimmgewalt in nichts nach. Von dröhnend-laut über rockig-hart bis hin zu ganz sanft – die Sängerin und Gitarristin von „Miss Foxy“ hat das alles drauf und steckt ihre Zuschauer schnell mit ihrer ganz besonderen Energie an. Es braucht nur zwei Songs und schon tanzen Jung und Alt vor der Cafébühne, während das Festival-Gelände so richtig voll wird.

Mit Karlsruhe fühlt Steffi Bär, die an der Mannheimer Popakademie studiert hat, eine besondere Verbindung. Sie selbst hat in der Fächerstadt gelebt und ist hier schon aufgetreten – mit ihrer ehemaligen Band „Full Spin“ sogar schon auf der Hauptbühne bei „Das Fest“. „Wir fühlen uns hier einfach wohl“, sagt sie. „Es ist immer eine Ehre, auf einem solchen Festival aufzutreten.“