Eine komplexe Lichtinstallation zu Pforzheims Geschichte wirft Medienkünstler Andreas Stublic ab Freitag an die Fassade des Industriehauses. | Foto: Ehmann

Timeless Machine startet

Auf der Fassade erwacht die Geschichte der Goldstadt

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Es ist das Projekt, das die Pforzheimer Bevölkerung endlich richtig mitnehmen soll – und zwar „auf eine Reise durch die Geschichte unserer Stadt“, wie Jubiläumskoordinator Gerhard Baral die „Timeless Machine“ ankündigt. Anders ausgedrückt: „Draußen wird’s Sommer, wir gehen jetzt raus.“ Und zwar auf den Leopoldplatz – ab Freitag, 23. Juni, zeigt der Medienkünstler Alexander Stublic dort seine künstlerische Lichtprojektion an der Fassade des Industriehauses. Die Projektion in vier verschiedenen Kapiteln ist das zentrale Geschenk der Sparkasse an die Stadt, erklärt Sparkassen-Vorstandschef Stephan Scholl beim Pressegespräch, und soll einer der Höhepunkte von „250 Jahre Goldstadt“ werden.

„Mobile Machine“ sammelt Eindrücke

Gut zwei Jahre reifte das Projekt, das der Berliner Künstler und Karlsruher HfG-Dozent Stublic für das Jubiläum entworfen hat. Seit einiger Zeit fährt bereits die „Mobile Machine“ – ein umgebauter Unimog – durch die Region. Der Wagen mit eigener Projektionsfläche transportiert Inhalte an- und ab, um sie zwei Wochen später in die jeweils aktuelle Projektion zu integrieren (wir berichteten). Der Ort, an dem „Mobile“ und Timeless Machine am Ende aufeinandertreffen sollen, das geschichtsträchtige Industriehaus, war gesetzt, sagt Scholl. „Uns hat sich bei den ersten Gesprächen die Frage gestellt: Gibt es Möglichkeiten, zusammenzufinden?“, ergänzt Baral. Denn die thematischen Vorgaben waren streng – die Lichtkunst sollte sich mit der Tradition, mit Schmuck und Uhren auseinandersetzen, moderne Innovationen aufgreifen und darüber hinaus noch einen Ausblick geben. Künstler Alexander Stublic sieht sich durch die Vorgaben jedoch nicht eingeschränkt. „Zwei Jahre sind ein ungewöhnlich langer Vorlauf. Das gab dem Projekt Zeit zu wachsen und mir Zeit, mich mit dem Inhalt auseinanderzusetzen. Ich habe genügend Momente der Inspiration und Faszination gehabt“, sagt der Medienkünstler.

Timeless Machine soll Innenstadt beleben

Entstanden ist nun eine multimediale, 40-Minuten-Lichtshow, die die Bürger auf die Straße locken und mit der zum Leben erweckten Fassade ins Staunen bringen soll – und das nicht nur einmal. Mal erwachsen an der Fassade aus einer Waldlandschaft Stadt und Industrie, in einer anderen Sequenz scheint ein Edelstein sich durch die Stockwerke zu bewegen und sie so aufzulösen. Inhalt und Aufbau seien ebenso eindrucksvoll wie komplex. „Darum muss man sich das schon mindestens drei, vier Mal anschauen“, betont Gerhard Baral.

Die Illusion erhält  den perfekten Rahmen

Der Aufwand für Timeless Machine ist immens: Für die Zeit der Projektion umfährt der Busverkehr den Leopoldplatz, die Stadtwerke knipsen jeden Abend die Straßenbeleuchtung in dem Bereich aus. „Es ist außerdem ein Projekt, das viel Technik erfordert. Dennoch werden Sie die Technik nicht sehen“, verspricht Baral und lobt die Kooperation mit den Anliegern und Bereitschaft der Mieter im Industriehaus. So könnten letzte Herausforderungen – etwa fehlende Jalousien in einem Stockwerk des Hauses – noch gemeistert werden. Dass jeder an einem Strang zieht, sei Voraussetzung für die gelingende Projektion. „Die Illusion erhält erst dann den perfekten Rahmen“, sagt Stublic.

Die „Timeless Machine“ ist von Freitag, 23. Juni, bis Samstag, 22. Juli, um 22 Uhr an der Fassade des Industriehauses zu sehen. Jeden Freitag ab 22 Uhr gibt es neue Filme: Chapter I & II am 23. Juni – Chapter III ab 30. Juni und Chapter IV ab 7. Juli.