Bernhard Prinz von Baden und Oberbürgermeister Gert Hager sprechen über die Goldstadtgeschichte bei der von Stephanie Haiber moderierten Gala in Pforzheim | Foto: Weis

Gala mit José Carreras

Glanz für die Zukunft der Goldstadt Pforzheim

Anzeige

Mehr Goldglanz war nie und mehr Gelegenheit zum Sehen und Gesehen werden selten in der Goldstadt Pforzheim. Sie gab sich bei einer Gala zum Jubiläum 250 Jahre Schmuck und Uhren ein Stelldichein und hatte sich dazu illustre Gäste eingeladen. Dazu gehörte allen voran der spanische Tenor José Carreras, den 1 600 Gäste im CongressCentrum bejubelten und schier nicht mehr von der Bühne ließen. Er sang 45 Minuten.

Geschichtsgetränkte Streifzüge

Der hohe Ton setzte den Schlusspunkt unter geschichtsgetränkte Streifzüge, die nie das Jetzt aus den Augen verloren. Es dauerte allerdings rund 20 Minuten, bis die Gala beginnen konnte. Das muntere Miteinander zum Auftakt fand kein Ende. Nahezu die gesamte Schmuckwelt mit internationalen Größen, Goldstadtbotschaftern wie der Modefotograf Udo Spreitzenbarth oder Diplomat Gerhard Sabathil sowie Society-Liebling Glööckler und natürlich alles, was in der regionalen Wirtschaft und Politik Rang und Namen hat, war versammelt. Die Damen trugen große Robe, gerne auch dem Anlass gemäß gold- und silbergrundiert. Der Schmuck war erlesen und größtenteils aus Deutschlands Schmuckzentrum Pforzheim.

Zarte weiße Striche zeichneten in einer 270-Grad Projektionsshow des Künstlerkollektivs Xenorama nach, wie alles begann. Die ersten Schmuckstücke tauchten auf. Bald erfasste das 1767 von Markgraf Karl Friedrich von Baden auf den Weg gebrachte Gewerbe die ganze Stadt und die Region. Auch die Einbrüche, die Weltkriege – von denen der zweite Pforzheim 1945 in Schutt und Asche legte – und die große Depression durch den industriellen Aufschwung in Asien wurden nicht ausgespart. Für die Goldstadt bedeutete dies alles Verlust.

Krisen setzen Erfindungsgeist frei

Die Krisen setzen aber auch Erfindungsgeist frei, getragen von den Fähigkeiten und Fertigkeiten, die die Schmuck- und Uhrenindustrie hatte wachsen lassen. Ein facettenreiches Bild davon, wohin das führte und führen kann, entwarf Schmuckdesignerin Jasmina Jovy in einer Fashionshow, die in fünf Szenen zugleich die Geschichte von Schmuck und Uhren aus der Goldstadt aufscheinen ließ. Das dafür benötigte Material hatten 20 Firmen gegeben, die kaum noch zur Schmuckindustrie zu rechnen sind. Aber sie arbeiten mit glänzenden Metallen und trugen viel zu den 2,4 Millionen Euro bei, die Sponsoren fürs Jubiläumsjahr gaben, das der Zukunft Glanz geben soll.