Das Stück „Sommernachtstraum“ wird bei der Puppentheaterwoche Gernsbach gezeigt. Foto: pr

Figurentheater-Festivals

Städte lassen die Puppen tanzen

Anzeige

Tri Tra Trullala, Kasperle und Krokodil, die Märchen der Augsburger Puppenkiste: Wer Figurentheater hört, hat oft ein ganzes Repertoire an Assoziationen aus der Kindheit. Doch die kratzen allenfalls an der Oberfläche des modernen Puppenspiels. Das kann nämlich alles: von Kinderklamauk über Tragödie bis hin zur bitterbösen und garantiert nicht jugendfreien Satire. Die ganze Bandbreite zeigen in den kommenden Wochen die Figurentheater-Festivals der Region.

Karlsruher marottinale

„Wie wird man unsterblich?“ Um nichts weniger als diese Frage geht es in dem Stück „Georges Méliès letzter Trick“, mit dem das Theater Drak aus Tschechien sein marottinale-Debüt bestreitet. Im Mittelpunkt der Performance mit Maskenspiel, Film und Großfiguren steht der Begründer des Stummfilm-Zeitalters Georges Méliès (Freitag, 22. März, 20 Uhr im Tollhaus). Bereits einen Tag vorher, am Donnerstag, 21. März, wird das Festival um 20 Uhr im Figurentheater marotte eröffnet mit dem Stück „Elchjagd“ von Thalias Kompagnons aus Nürnberg. Bei dem Grusel-Spektakel geht es um Beziehungen, Eheleben, bürgerliche Ideale und die Geister der Vergangenheit.

Mit einem weiteren Highlight für Erwachsene wartet das Puppenspieler-Duo Veronika Thieme und Pierre Schäfer aus Berlin auf. „Looking for Brunhild“ heißt das Kammerspiel mit Puppen rund um die Nibelungensage. Aufgeführt wird es am Samstag, 23. März, um 20 Uhr.

Für Kinder gibt es vier verschiedene Stücke zu sehen. Den Anfang macht „Teddy Brumm“ (23. März, 11 Uhr) für Kinder ab vier Jahren, die sich für die Abenteuer eines Teddybären interessieren. „Die Reise ins Schlaraffenland“ (23. März, 15 Uhr, ab vier Jahren) lässt Kinder mit der kleinen Amy in ein verführerisches und gefährliches Märchenreich reisen. Das Stück „Vom Fischer und seiner Frau“ (24. März, 11 Uhr, ab vier Jahren) erzählt das bekannte Märchen um Haben und Wünschen nach, und die Kleinen können in der Geschichte „Guten Tag kleines Schweinchen“ (24. März, 16 Uhr, ab drei Jahren) so einiges über Freundschaft erfahren.

Infos und Tickets gibt es unter www.marotte-figurentheater.de.

Gernsbacher Puppentheater

Zwei Wochen vor Ostern heißt es „Vorhang auf“ in der Papiermacherstadt im Murgtal: Die Puppentheaterwoche Gernsbach wird am 6. April mit „Die Vermessung der Welt“ (20 Uhr) eröffnet. Frei nach Daniel Kehlmanns Roman erzählt das Stück vom Leben der Wissenschaftler Alexander von Humbold und Carl Friedrich Gauß.

Für Kinder geht es am Sonntag, 7. April, los mit dem Stück „Ritterhelmpflicht für kleine Drachen“ (11.30 Uhr und 15 Uhr, ab vier Jahren). „Ronja Räubertochter“ steht für Familien um 19 Uhr auf dem Programm.

Bereits für die ganz Kleinen geeignet ist Janoschs Kinderbuchklassiker „Ich mach dich gesund, sagte der Bär“ (9. April, 15 Uhr, ab drei Jahren). Außerdem dürfen sich Kinder auf das Stück „Von Feen, Hexen, Wichteln und Elfen“ (10. April, 15 Uhr, ab vier Jahren) freuen und mit Astrid Lindgrens Figur aus der Krachmacherstraße mitfiebern: nämlich in dem Stück „Lotta zieht um“ (11. April, 15 Uhr, ab vier Jahren). Um „Nils Holgersson und die Wildgänse“ geht es bei einem Schattentheaterstück des Theaters „die exen“ (12. April, 15 Uhr, ab sechs Jahren).

In die mittelalterliche Gedankenwelt von Teufelsbund und Höllenfahrt entführt „Faust“ (9. April, 20 Uhr), ein Stück in vier Akten, basierend auf der Sage vom berüchtigten deutschen Magier und Schwarzkünstler Johannes Georg Faust.

Weitere Stücke für Erwachsene sind „Der allerneueste Erziehungsplan“ (10. April, 20 Uhr), „Sommernachtstraum oder: Wer ist hier der Esel“ (11. April, 20 Uhr), außerdem das bitterböse englische Stück „Babylon“ (12. April, 20 Uhr) sowie die Komödie „Vier Millionäre – Die Berliner Stadtmusikanten III“ (13. April, 20 Uhr).

Alle Aufführungen finden in der Stadthalle Gernsbach, Badener Straße 1, statt. Infos unter www.gernsbach.de oder Telefon (0 72 24) 6 44 44. Tickets gibt es auch bei www.reservix.de.

PuppenParade Ortenau

Auch in der Ortenau steht Ende März und Anfang April alles im Zeichen der unbewegten Gesichter. In zehn Städten, darunter Achern und Offenburg, lassen 31 Ensembles bei 18 Kinderstücken und zwölf Aufführungen für Jugendliche und Erwachsene die Puppen tanzen.

In Achern geht es am 26. März los mit dem Stück „,Hast du Angst?‘, fragte die Maus“ (15 und 17 Uhr, Bürgersaal, ab vier Jahren). Es folgt am 28. März „Goethes Faust – Die Puppenshow“ (20 Uhr, Festsaal der Illenau, für Erwachsene). Den Abschluss macht am 6. April das kostenlose Open Air von 10 bis 12 Uhr rund um das Rathaus Am Markt.

In Offenburg gibt es für folgende Stücke noch Karten: „Das hässliche Entlein“ (2. April, 10 und 15 Uhr, Reithalle, ab fünf Jahren), „Rotkäppchen“ (9. April, 10 und 15 Uhr, Salmen, ab vier Jahren) sowie „Matto regiert“ (12. April, 20 Uhr, Salmen, für Erwachsene).

Das ganze Programm, das unter anderem auch Aufführungen in Lahr und Rust beinhaltet, sowie Tickets gibt es im Internet unter www.puppenparade.de.