Behält das "Fest"-Wetter im Blick: Meteorologe Sven Baumstark | Foto: Christian Bodamer

Wetterexperten beim „Fest“

„Das A und O ist, vor Ort zu sein“

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Zwei Karlsruher Aushängeschilder sind am Freitagabend  gewissermaßen mit dem Schrecken davongekommen: Der KSC machte beim Auftaktspiel zu seiner Drittligasaison aus einem 0:2 noch ein 2:2, und Das Fest war zur gleichen Zeit zwar von Gewitterzellen geradezu umzingelt,  erlebte aber nur einen normalen Sommerregen, der die Veranstaltung nicht beeinträchtigte und auch die Feierlaune der Besucher nicht schmälerte.

 

Cape der guten Hoffnung: Die „Fest“-Besucher feierten am Freitag trotz Regen bis zur letzten Zugabe der Band „Meute“. | Foto: Jüttner

Absehbar war das lange Zeit nicht: Schwarze Wolken und Blitze von Süden und Osten ließen befürchten, dass auch in diesem Jahr der „Fest“-Freitag wie in den beiden Vorjahren Abstriche oder sogar einen Abbruch hinnehmen müsste. Sicherheitshalber gaben die Veranstalter vor dem Top-Act „Sportfreunde Stiller“ über die Videowalls eine entsprechende Warnung der Wetterexperten an die Besucher weiter. Die packten, als dann „nur“ der Regen kam, ihre Regencapes aus – und feierten weiter.

Wetterexperten im Einsatz

Um eine eventuelle Räumung des Geländes rechtzeitig planen zu können, sind die „Fest“-Macher auf verlässliche Wetterdaten angewiesen. Eine handelsübliche Wetter-App reicht da natürlich nicht aus – zumal bei Gewittern, die zuweilen extrem lokal sind. Beim „Fest“ sind Fachleute im Einsatz, die am KIT ausgebildet worden sind. Und auch die geben ihre Prognosen nicht nur per Blick auf den Bildschirm ab: „Das A und O ist es, vor Ort zu sein und zu beobachten, was genau sich am Himmel tut“, sagt Sven Baumstark, der am KIT Meteorologie studiert hat und gemeinsam mit seinem Kollegen Manuel Buchholz auf dem „Fest“ Stellung bezogen hat. „Gerade Sommergewitter sind sehr punktuell – da kann es passieren, dass an einer Stelle ein halber Liter Wasser in der Stunde herunterkommt, und einen Kilometer weiter sind es fast 30 Liter.“

Sommergewitter sind sehr punktuell

Etwa so sei es auch am Freitag gewesen, sagt „Fest“-Sicherheitschef Markus Wiersch:  „In Durlach ging gefühlt die Welt unter, bei uns gab es nur Regen.“ Man habe die Wetterwarnung auch deshalb weitergegeben, um den Besuchern die Entscheidung zu überlassen, nach Hause aufzubrechen oder dazubleiben und nass zu werden. „Und wir waren positiv überrascht, wie viele Leute noch mit der letzten Band ‚Meute‘ gefeiert haben“, so Wiersch.

Für den weiteren „Fest“-Verlauf gibt ihm Sven Baumstark Grund zum Optimismus. Vor allem der Sonntag soll nach dem nächtlichen Durchzug einer Kaltfront durchweg trocken, aber mit 25 Grad nicht so heiß sein – gute Aussichten also für ein perfektes „Fest“-Finale.