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Das liebe Geld: Auch Schüler machen sich darüber Gedanken. | Foto: ©tongpatong - stock.adobe.com

Ludwig-Marum-Gymnasium

„Mein Rat? Buch führen!“

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Zehra Gün, Sena Kabasakal, Maya Renner, Evelin Cee | Klasse 9b
Ludwig-Marum-Gymnasium Pfinztal

Schulleiterin Elke Engelmann ist fürs Sparen

Zum Thema „Sparen oder kaufen – Wie wichtig ist uns Geld?“ war unsere Schulleiterin Elke Engelmann bereit, uns einige Fragen zu beantworten. Engelmann unterrichtet die Fächer Mathematik und Geographie am Ludwig-Marum-Gymnasium.

Welche Bedeutung hat Geld für Sie?

Für mich ist Geld nicht besonders wichtig. Ausschlaggebend für meine Berufswahl war auf keinen Fall, wie viel Geld ich mit diesem Beruf verdienen kann. Dennoch ist Geld natürlich wichtig im Leben, denn ohne Geld funktioniert nichts, das wissen wir alle. Ich habe in meinem Leben schon sehr unterschiedliche Phasen erlebt, auch die als arme Studentin, die über nicht viel Einkommen verfügt hat. Damals habe ich Bafög bezogen und nebenbei gejobbt.

Sie kommen ursprünglich aus Rumänien, haben Sie Unterschiede beim Thema Taschengeld beziehungsweise Sparen bei den Jugendlichen in Rumänien und in Deutschland bemerkt?                                                                                                      

Ich habe als Jugendliche in Rumänien kein Taschengeld bekommen. Es war zu meiner Zeit nicht üblich, das lag an der Gesellschaft. Dazu waren auch die Möglichkeiten, was man mit Taschengeld hätte machen können, sehr eingeschränkt. Also einfach in den Laden gehen und Süßigkeiten kaufen, war nicht möglich, weil es nur selten Süßigkeiten zu kaufen gab. Wenn dann im Sommer der Eisladen offen hatte und die Versorgungslage auch noch ausreichend war, dann habe ich selbstverständlich Geld von meinen Eltern bekommen, um ein Eis zu essen.

Waren Sie in ihrer Jugend eher der Geldsparer oder der Geldausgeber?

Ich war immer sparsam. Wenn dann wirklich ein Wunsch da war, hatte ich immer genügend Geld, um mir diesen Wunsch auch zu erfüllen. Ich habe nicht auf ein bestimmtes Ziel hin gespart, sondern ich habe immer gespart, damit ich eine Reserve habe, um mir Wünsche, wenn sie da waren, erfüllen zu können. Das lag vielleicht auch daran, dass die Versorgungslage in Rumänien zu jener Zeit eine andere war, als sie heute dort und in Deutschland ist. Wenn man bestimmte Produkte nur zu bestimmten Zeiten bekommt, dann kann man nicht sagen, dass man so lange spart, bis man es sich kaufen kann, denn dann gab es das vielleicht nicht mehr. Man war durch das Angebot in den Geschäften gezwungen, einen anderen Weg zu gehen.

Wie geht die Jugend ihrer Meinung nach mit dem Geld um? Ist ihnen etwas aufgefallen?

Ich denke, man kann nicht pauschal sagen, wie die Jugend mit Geld umgeht, das bekomme ich von Schülern und Schülerinnen hier an der Schule mit, wenn man zum Beispiel auf Studienfahrt ist. Meine Tochter ist inzwischen erwachsen, aber als sie eine Jugendliche war, habe ich auch gesehen, dass es viel mehr an der Person selbst, an der Erziehung und an den Umständen liegt. Deshalb kann man nicht pauschal sagen, wie Jugendliche ihr Geld ausgeben und man sollte keine Vorurteile haben. Sie sind nämlich nicht hilfreich und sinnvoll. Für mich gibt es den Begriff Jugend nicht, da ich versuche sowohl in meinem Beruf als auch in meinem privatem Leben die jüngeren Menschen als Individuum zu sehen und nicht als ,,die Jugend“.  

Haben sie schon einmal auf etwas sehr Großes gespart?

Ja. Wir haben uns eine Wohnung gekauft und das funktioniert nicht ohne zu sparen. Eine Wohnung kann man nur finanzieren, wenn man auch diszipliniert mit Geld umgeht. Nur so kann man die Kredite, die man dafür aufgenommen hat, auch zurückbezahlen. Das heißt, wir haben, als Familie, im Vorfeld gespart, bevor wir entschieden haben, die Wohnung zu kaufen. Auch wenn man sich ein neues Auto anschaffen muss, gehört es für mich zur Disziplin, dass man im Vorfeld  überlegt, wie alt ist mein Auto, wie lange kann das höchstwahrscheinlich noch fahren, damit man nicht plötzlich überrascht ist, wenn es kaputt ist und man kein Geld hat, um es zu reparieren oder um es zu ersetzen. 

Haben sie einen guten Ratschlag für Jugendliche für den Umgang mit Geld?

Ja, und zwar Buch führen. Dies hat mir in den Zeiten, in denen ich studierte und gleichzeitig auch eine Familie hatte, geholfen, die Einnahmen und Ausgaben im Blick zu behalten. Wofür wurde das Geld ausgegeben? Was nehmen wir ein? Wie viel geben wir aus? Wenn man dann am  Ende des Monats feststellt, dass man mehr Ausgaben als Einnahmen hat, weiß jeder, auch ein Zehnjähriger, dass das auf Dauer nicht gut gehen kann. Der zweite Vorschlag ist, einen kleinen Anteil des Taschengeldes aufzuheben. Der muss auch nicht so groß sein, dies hängt davon ab, wie viel Taschengeld man bekommt. Aber einen kleinen Anteil kann man sich zur Seite legen, damit man etwas angespart hat, wenn man sich etwas Größeres wünscht.