Gruppe Schüler Rückenansicht
Zusammen macht so ein Schultag viel mehr Spaß. Egal, ob es in die Pause oder zur Mathestunde geht. | Foto: ©AntonioDiaz - stock.adobe.com

St.-Dominikus-Gymnasium

Retter in der Not

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Marlene Roth und Amelie Töpfer | Klasse 9b
St.-Dominikus-Gymnasium

Ausbildung zur Schulsanitäterin 

Freiwillig 90 Extrastunden leisten, immer mittwochs in der 7. und 8. Stunde im Einsatz sein, für eine dreiteilige Prüfung büffeln? Für viele Schüler wahrscheinlich unvorstellbar. Aber trotzdem nehmen jedes Jahr etliche Schülerinnen ab der 8. Klasse am St.-Dominikus-Gymnasium in Karlsruhe mit viel Begeisterung an der Ausbildung zur Schulsanitäterin teil.

Der Lehrgang ist dabei viel umfangreicher als an den meisten anderen Schulen, an denen oft nur Erste-Hilfe-Kurse angeboten werden. Von der Schule aus wird die Ausbildung von Frau Heitger begleitet und um einige Einheiten zur Anatomie erweitert. Ausgeführt wird die Ausbildung seit 14 Jahren durch Günter Halmich vom Malteser Hilfsdienst. Er schafft es jede Woche aufs Neue, mit seinem Humor, interessanten Geschichten von seinen Einsätzen und seinem Fachwissen die Schülerinnen zu begeistern.

Nach der Prüfung folgt der Dienst

Am Ende des Lehrgangs wird das Gelernte in einer dreiteiligen Prüfung getestet, die aus einem schriftlichen, mündlichen und praktischen Teil besteht. Nach einer erfolgreich absolvierten Prüfung übernehmen die Schülerinnen zusammen mit den insgesamt etwa 25 bis 30 ausgebildeten Sanitäterinnen den Bereitschaftsdienst während der Schulzeit sowie an Schulaktionen wie Sporttagen oder dem Sommerfest.

Die Alarmierung erfolgt über das Schulsanitätshandy, dessen Nummer in jedem Raum der Schule hängt. Bei Einsätzen verlässt der Bereitschaftsdienst den Unterricht, bei Tests oder Arbeiten muss eine Vertretung organisiert werden. Verletzte oder kranke Schülerinnen werden im Sanitätszimmer versorgt. Das erlernte Wissen kann allerdings auch außerhalb der Schule nützlich sein. Es ist immer gut, in Notsituationen jemanden zu haben, der weiß, was er tut.

Interview mit Günter Halmich

Wie kamen Sie auf die Idee, eine so umfangreiche Ausbildung an einer Schule anzubieten?

Halmich: Wir haben die Hoffnung, dass manche Schülerinnen später beim Malteser Hilfsdienst arbeiten wollen. In diesem Falle wären sie schon fast fertig ausgebildet und müssten nicht mehr so viel lernen.

Welche Vorteile bringt die umfangreichere Ausbildung?

Halmich: Schulsanitäter dürfen alleine, ohne Lehrer, zum Patienten. Es gab auch schon viel Lob von Ärzten, Lehrern und Rettungspersonal.

Inwiefern glauben Sie, dass die Ausbildung das weitere Leben der Schülerinnen beeinflusst?

Halmich: Einige von ihnen haben sich später wegen des Lehrgangs in ihrer Schulzeit für eine medizinische Ausbildung oder für eine Ausbildung als Rettungssanitäter entschieden.

Inwieweit unterscheidet sich die Ausbildung zur Schulsanitäterin von der zum Rettungssanitäter?

Halmich: Bis auf wenige Ausnahmen, wie etwa Medikamente verabreichen und Sauerstoff geben, gibt es keine großen Unterschiede.

Wie stehen sie als Rettungsassistent zum Sport ihrer Tochter Regina Halmich, dem Boxen?

Halmich: Ich bin froh, dass sie aufgehört hat, da ich doch immer Angst hatte, dass sie sich schwerere Verletzungen zuzieht.