ZiSch | Pädagogium Baden-Baden | Klasse RS 8a
Große räumliche Entfernungen können durch das virtuelle Klassenzimmer überwunden werden, wie das Beispiel Ostfriesland zeigt. | Foto: g.a.s.t./DUO

Pädagogium Baden-Baden

Virtuelle Schule − Ostfriesland macht es vor

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Dennis und Max  | RS 8a
Pädagogium Baden-Baden

Ersetzt der Bildschirm künftig den Klassenraum?

Die Technik macht Fortschritte, und zwar große – das merkt man auch zunehmends an Schulen. Neben Online-Plattformen, die zu unterschiedlichsten Themen Lernvideos aufweisen, rückt der digitale Klassenraum, neben Fernstudien und Onlinefortbildungen auch an den allgemeinbildenden Schulen immer mehr in den Fokus.

Die erste virtuelle Schule geht online

So fern ist der Gedanke eines virtuellen Klassenzimmers jedoch nicht mehr, denn die Schüler auf den sieben ostfriesischen Inseln und auf dem Festland in Esens (Kreis Wittmund) haben seit dem 22.11.2012 die Möglichkeit in einem virtuellen Klassenzimmer unterrichtet zu werden. Zum Start wurden die Schulen auf Spiekeroog und Baltrum zu einer Livekonferenz zusammengeschlossen.

Mit der virtuellen Schule können so die geografische als auch die pädagogische Distanz überwunden werden. Den Schülern bleibt so der teil beschwerliche Schulweg erspart. Zudem stärkt es das insulare Bildungsangebot. Ein weiterer Vorteil der Onlineschule ist der reduzierte Unterrichtsausfall sowohl auf Seiten der Schüler als auch der Lehrer. Schlechte Wetterbedingungen sind somit kein Grund mehr, Unterricht ausfallen zu lassen.

Die virtuelle Schule im Einsatz

Mit Hilfe der Online-Technik können Schüler etwa auf Borkum den Englischunterricht einer Lehrerin im Internatsgymnasium Esens verfolgen. Nicht nur am Unterricht können die Schüler und Schülerinnen via Internet mitmachen, sondern auch an den Klassenarbeiten teilnehmen. Die Schüler sitzen in einem virtuellen Klassenraum virtuell an einem Tisch zusammen mit der Lehrkraft und den Mitschülern. Auf dem Tisch liegen die unterschiedlichen Aufgaben, die vom Lehrer gesteuert und auch auf den Schüler übertragen werden können − wie eben im „wahren“ Klassenzimmer auch.

In Zukunft soll die virtuelle Schule, ausgehend vom Niedersächsischen Internatsgymnasium Esens (NIGE), langsam auch in den Schulalltag der weiterführenden Schulen auf den ostfriesischen Inseln integriert werden. Einsetzen kann man den virtuellen Unterricht vor allem für Einzelschüler, wenn sie Nachhilfe brauchen, aber auch für kleinere Schülerlerngruppen.

Virtuelle Schule kann nicht die sozialen Kompetenzen ersetzen

Unserer Meinung nach ist es wichtig, mit der virtuellen Schule weiterzumachen, jedoch die „normale“ Schule weiterhin im Fokus zu behalten. Die virtuelle Schule kann NUR den Unterricht, jedoch nicht die sozialen Komptenzen und Kontakte ersetzen. Es ist jedoch wichtig, den technischen Fortschritt nicht aus dem Klassenzimmer zu verbannen, sondern diesen zu integrieren und die neuen Möglichkeiten mit den bestehenden zu verknüpfen. So kann es hilfreich sein, die im Unterricht gelernten Inhalte in Gruppen im virtuellen Raum nochmals zu festigen. Für Inselbewohner oder Menschen, die in schwer zugänglichen Gebieten leben, ist die virtuelle Schule jedoch ein Segen.

Lehrer müssen sich also deshalb keine Sorgen machen, denn bis es soweit ist, dass sich die virtuelle Schule fest etabliert, dauert es bestimmt noch ein bisschen.

Am Ende können wir sagen, dass die virtuelle Schule ein interessantes Thema ist und wie schon erwähnt, für den Austausch von Lehrern und Schülern, auch über Inseln und Kontinente hinweg, sicherlich sehr nützlich sein kann.