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KVV

Karlsruher Initiative fordert kostenlose Bus- und Bahntickets für alle bis 25 Jahre

Freie Fahrt für alle bis 25 Jahre - das fordert eine Initiative in Karlsruhe. Sie nennt sich "KAin Ticket". Jeder in dieser Altersklasse - auch als Tourist - soll in der Stadt Bus und Bahn kostenfrei nutzen dürfen. Wer im Umland wohnt, soll im KVV-Netz auch ohne Ticket zu Ausbildungs- oder Arbeitsstätte in Karlsruhe fahren dürfen.

Zahlreiche Besucher der Innenstadt nahmen das Angebot des kostenlosen Nahverkehrs wahr. Foto: jodo

Freie Fahrt für Kinder und Jugendliche: Ein neues kommunalpolitisches Bündnis kämpft dafür, dass jeder bis zum Alter von 25 Jahren in Karlsruhe kostenfrei Bus und Bahn fahren kann. Wer in dieser Altersklasse von außerhalb kommt und in Karlsruhe eine Schule besucht, hier ausgebildet wird, arbeitet oder studiert, soll zudem das KVV-Netz für die Anreise in die City ohne Fahrkarte nutzen dürfen.

„KAin Ticket – Die Jugend fährt kostenfrei“ ist diese Initiative überschrieben. Unterstützt wird sie anderem vom Stadtjugendausschuss, der Karlsruher Liste (KAL), Die Linke, Die Partei, den Jusos, der Grünen Jugend, dem Studierendenparlament des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und dem BUND Jugend.

Kostenloser ÖPNV kostet die Stadt viel Geld

Die Gruppe will möglichst bald Fakten schaffen. „Wir möchten, dass das neue Angebot ab Anfang 2021 gilt“, sagt Tassi Giannikopoulos von der KAL. Das letzte Wort hat der Gemeinderat, der im November über den nächsten Doppelhaushalt berät. Denn der kostenfreie ÖPNV für den Nachwuchs würde die öffentliche Hand Millionen kosten.

Es geht um Chancengleichheit und Teilhabe
Leon Bruns, Grüne Jugend

Allein die Ticketeinnahmen mit Schülertickets werden auf 4,4 Millionen Euro beziffert. Dies weiß Linken-Stadtrat Lukas Bimmerle nach einer entsprechenden Anfrage seiner Fraktion.

Dennoch hält die Initiative ihren Vorstoß für gerechtfertigt: Bildung müsse kostenfrei sein. Dazu gehöre die in Karlsruhe per Gemeinderatsentscheid zumindest angestrebte beitragsfreie Kita und eben auch der ticketfreie Weg zur Ausbildungsstätte. Auf die Altersgrenze von 25 Jahren habe man sich geeinigt, weil viele erst danach ein Erwerbseinkommen erzielen.

Mentrup will autofreies Karlsruhe - kostenloser ÖPNV ist nicht geplant

„Kinder haben nicht die Option, das Auto zu nutzen. Sie sind, gerade wenn ihre Schule weiter weg ist, auf den ÖPNV angewiesen“, so Giannikopoulos. „Es geht um Chancengleichheit, um Teilhabe“, sagt Leon Bruns von der Grünen Jugend.

Überzeugt die Nachwuchsorganisation die Mutterpartei Die Grünen und gelingt dies zudem den Jusos mit der SPD, hat der Vorstoß im Gemeinderat mit den Stimmen von KAL, Linken und Die Partei absehbar eine Mehrheit. Das ist aktuell jedoch alles andere als ein Selbstläufer.

In den zwischen Grünen, SPD und Frank Mentrup vereinbarten Leitlinien für einen gemeinsamen OB-Wahlkampf findet sich der kostenfreie ÖPNV nicht, auch nicht für Heranwachsende. Allerdings ist das klare Ziel formuliert, die Innenstadt von Autoverkehr zu befreien. „Da muss man Mechanismen schaffen“, sagt Bimmerle. Seine Partei möchte mittelfristig den kompletten ÖPNV beitragsfrei haben – was beispielsweise Luxemburg gerade vollzogen hat.

Verzicht auf Tickets spart Bürokratiekosten

Bimmerle ist sicher: „Es ist genügend Geld da, Preise zu reduzieren und in Qualität zu investieren. Eine einseitige Fokussierung auf Qualität reicht nicht.“ Das Bündnis verweist darauf, dass der Verzicht auf Tickets auch Geld spare, weil Bürokratie wegfalle.

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Grüne, SPD und Mentrup wollen laut ihren Vereinbarungen eine City-Maut prüfen. Bimmerle hält diese ebenso wie eine Nahverkehrsabgabe für eine Möglichkeit der Teilrefinanzierung des kostenfreien ÖPNV für Kinder und Jugendliche.

Die Idee, diesen in Karlsruhe anzubieten, kam Ende 2019 im Stadtjugendausschuss auf, erinnert sich Mona Schmidbauer von der BUND-Jugend. „Unsere Initiative koordiniert nun das Werben darum“, so Shirin Shakouri von den Jusos.

Wer sich der Initiative „KAin Ticket“ anschließen oder mit ihr ins Gespräch kommen möchte, kann zum nächsten Treffen kommen: Am Mittwoch, 18. März geht es um 19 Uhr im Z10, Zähringer Straße 10, zweites Obergeschoss los.

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