Ein Kraftakt war die gemeinsame Aktion der Wasserschutzpolizei, der Feuerwehr Rheinau und des privaten Bergungsunternehmens.
Ein Kraftakt war die gemeinsame Aktion der Wasserschutzpolizei, der Feuerwehr Rheinau und des privaten Bergungsunternehmens. | Foto: Christeleit

Viele Schaulustige vor Ort

Großes Aufgebot: Im Rheinauer Yachthafen gesunkenes Boot wird geborgen

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Es war wieder ein großes Aufgebot, das sich am Freitag zum dritten Teil der Bergung des im Mai im Yachthafen bei der Karcher-Werft in Freistett gesunkenen 18 Meter lange Schiffes eingefunden hatte. Viele Schaulustige beobachteten die Aktion der Wasserschutzpolizei, der Feuerwehr Rheinau und des privaten Bergungsunternehmens.

Von unserer Mitarbeiterin Karen Christeleit

Längst noch nicht abgeschlossen ist der Fall für die Wasserschutzpolizei, die den Schiffsunfall damals aufgenommen hat und nun in Sache Gewässerverunreinigung und Schuldfrage ermittelt. Auch die Ursache für das Sinken ist nach wie vor unklar und die endgültige Bergung der „Sankt Georg“ nicht abgeschlossen.

Die auf Tauch- und Bergungsarbeiten spezialisierte Bergungsfirma Nautik aus Sasbach am Kaiserstuhl hatte bereits vor zwei Wochen den 1933 erbaute Stahlkoloss vom Hafengrund mit speziellen Hebesäcken angehoben und stabilisiert.

Boot wurde erst quer durch das Hafenbecken geschleppt

Nachdem nun die Kostenübernahme geklärt werden konnte, machten sich die Fachmänner an die Bergung. Dazu wurde zunächst das Boot samt Ölsperre mittels eines Schleppers vom ursprünglichen Lageort am Steg des MYC Motoryachtclubs Helmlingen quer über das Hafenbecken an die Slipstelle der Karcher-Werft gezogen.

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„Wir wollen den Bootsrumpf mit unter dem Kiel befestigten Schwerlastwagen mit dem Traktor aus dem Wasser ziehen, damit man das Boot dann leerpumpen kann, sodass es wieder selbstständig schwimmt“, erklärte der Bergungstaucher Philippe Korbas. „Nachdem das Loch gefunden und geflickt ist, kann das Boot dann über den Wasserweg nach Kehl verschleppt und dort verschrottet werden.“

Empfindliche Boots-Elektrik wurde beschädigt

Das vermutete Loch ist wohl das kleinste Problem der ehemals stolzen Yacht – durch das Sinken wurde nicht nur die Inneneinrichtung stark in Mitleidenschaft gezogen, sondern auch die ganze empfindliche Boots-Elektrik.

„Vielleicht findet es ja auch einen Liebhaber, der den Boots-Oldtimer wieder restauriert und zu neuem Glanz verhilft“, unkte Korbas. Er arbeitet gerne unter Wasser und freute sich über den eher untypischen Arbeitseinsatz. „Wie überall unter Wasser sieht man auch hier nicht viel, ich ertaste mir meinen Weg und meine Arbeit“, so der Taucher.

„Doch im Gegensatz zu meinen sonstigen Einsatzorten wie in Kläranlagen lässt es sich hier unter guten Bedingungen arbeiten.“

Boot
Mit speziellen Hebesäcken war das Boot schon vor zwei Wochen stabilisiert und angehoben worden. | Foto: Karen Christeleit

Doch so einfach und schnell wie es sich anhörte, war die Bergung dann doch nicht. Erst lag das Boot nicht auf der Sliperschräge, sondern knapp daneben, sodass es noch einmal mit Hilfe des Feuerwehrboots und der Manneskraft der Feuerwehrleute, die vom Land aus den Bug landwärts bewegten, in die richtige Stellung gebracht werden musste.

Dann wollte der Ziehwagen sich nicht richtig positionieren lassen, und letztlich riss auch noch das Seil unter dem immensen Zug.

Die Seilwinde der Werft kam schließlich zum Einsatz, und unter gemeinsamer Kraft- und Zeitanstrengung hob sich das total mit Schlamm vollgelaufene Boot langsam Stück für Stück aus dem Wasser.

Schiff war im Mai im Rheinauer Yachthafen ohne Fremdeinwirkung gesunken

Am 17. Mai war das Schiff innerhalb kürzester Zeit ohne Fremdeinwirkung gesunken. Es hatte beim Sinken einen Teil des Anlegers mit sich gerissen und ein weiteres festgemachtes Sportboot mit dem Heck unter Wasser gerissen. Die Feuerwehr, die DLRG-Gruppe Achern und die dazu alarmierte DLRG-Tauchergruppe Achern sicherten die Unfallstelle.

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Während das deutsch-französische Bergungsschiff und Feuerlöschboot „Europa 1“ das havarierte Sportboot mit einem Kran wieder in die Waagrechte brachte, blieb das gesunkene Schiff auf dem Grund des Rheinhafens liegen. Die Feuerwehr legte lediglich eine Ölsperre aus, die seitdem fast täglich kontrolliert und wieder aufgepumpt worden war.