Holzschwein
EINE SCHWEINEREI? Der Schwarzkittel ist eingesperrt. | Foto: Sandbiller

Seit einem Jahr

Arme Sau: Wildschwein steht beim Schloss unter Quarantäne

Anzeige

Ein Wildschwein steht beim Schloss unter Quarantäne. Das Schaukelschwein für kleine Kinder in einem Sandkasten ist seit einem Jahr durch Absperrgitter vergattert. Dabei hat das wacklige Holztier nur einen Schaden an den Haxen.

Jagd auf arme Schweine

Die Wildschweine sind nicht gut gelitten. Die schlauen Tiere lassen sich schlecht jagen. Sie nutzen den Segen der Natur mit nahrhaften Wäldern und der Zivilisation mit üppigen Gärten zum Wühlen. Wo die Population der Schwarzkittel wächst, reagiert der Ordnungsstaat. Seitdem auch noch die Schweinepest aus Osteuropa überzugreifen droht, ist die Treibjagd auf die Borstentiere eröffnet.

Todbringende Schneisen

Selbst im Knielinger Naturschutzgebiet Burgau wollen die städtischen Naturschützer dieses Jahr zum zweiten Mal Schneisen in das Schilf schlagen, um möglichst viele Schweine zur Strecke zu bringen.

Drei Schweine im Sand

Dagegen haben es die drei Schweine im Najadenwäldchen am Schlossplatz eigentlich gut. Sie genießen Bestandsschutz. Hat man die kleinen Wackeltiere aus dunklem Holz und mit Haxen aus Stahl doch fürs kindliche Vergnügen in einer Sandsuhle installiert. Doch richtig schaukeln kann ein Karlsruher Kind nur auf einem der Glücksbringer. Schon beim zweiten Schweinchen hilft kein Klammern an den Ohren und kein Schütteln am Rüssel – es bewegt sich nicht.

Keine Streicheleinheiten

Besonders schlecht aber steht es um das dritte Exemplar: Das arme Schwein ist eingepfercht. In einem Dreieck aus Absperrgittern steht es unter Quarantäne – kein Kind darf es berühren. Dieser tierische Zustand, nur 50 Meter vom Bundesverfassungsgericht entfernt, ist der Stadt des Rechts unwürdig. Schon seit einem Jahr lässt das Land als der Herr des Schlossparks und seiner Tiere, das Spielschwein darben. Dabei sind nur zwei linke Schweinefüße locker.

Ein bisschen Liebe

Zur Behebung dieser Verletzungen bedarf es doch keiner Einweisung in die Tierklinik. Nur ein bisschen menschliches Engagement für das arme Schwein, und zumindest auf dem Spielplatz vor dem Schloss wäre die Welt wieder in Ordnung und der kleine Spielplatz ein Ort der glücklichen Begegnung von Mensch und Schwein.