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Alle zwei Wochen sind Übungen angesetzt

Die Freiwillige Feuerwehr Baden-Baden muss vielfältige Aufgaben schnell bewältigen

Wenn der Notfall eintritt, muss schnell gehandelt werden. Die Freiwilligen der Feuerwehr Baden-Baden proben den Ernstfall regelmäßig und bilden sich für die vielfältigen Aufgaben kontinuierlich fort.

Nach Vorschrift: Auch die Männer bei der Feuerwehr müssen sich trotz anstrengendem Einsatz an die Maskenpficht halten. Foto: Foto: Beatrix Ottmüller

Ein Haus brennt. Es müssen Personen gerettet werden. Schon rückt die Feuerwehrabteilung Oos mit Blaulicht an. Die Schläuche werden ausgerollt, eine Steckleiter geholt und schon klettert der erste Kamerad die Leiter hinauf, um eine Person durch ein Fenster in Sicherheit zu bringen. Die Abläufe funktionieren reibungslos, die Feuerwehrmänner arbeiten Hand in Hand, jeder Griff sitzt.

Bis zu 90 Alarmierungen im Jahr, dazu Sicherheitswachdienst bei großen Veranstaltungen in der Kurstadt, alle zwei Wochen eine Übung und diverse Schulungen absolvieren die Freiwilligen der Feuerwehr Baden-Baden.

Vielfältige Aufgaben

Bei jedem Einsatz sind verschiedene Fertigkeiten gefragt. Die technischen Hilfeleistungen, die die Feuerwehren heute übernehmen, sind vielfältig. An einer Unfallstelle müssen Fahrzeugbatterien gesichert werden, Flüssigkeiten gebunden oder Personen aus verunfallten Fahrzeugen herausgeschnitten werden.

Wie man die Gerätschaften bedient und anwendet, wo in verschiedenen Autos und Lkw-Modellen Batterien, Airbags und dergleichen zu finden sind, muss regelmäßig geübt werden. Im Ernstfall muss jeder Handgriff sitzen, das Arbeiten im Team funktionieren. Das Anforderungsprofil ist hoch.

Zu den Einsatzgebieten der Abteilung Oos gehört vorwiegend das Gebiet Oos zudem die Bahnstrecke und die Autobahn 5.

Eine eingeschworene Truppe

Die Freiwillige Feuerwehr Baden-Baden, Abteilung Oos, ist eine eingeschworene Truppe. Die Kameraden treffen sich normalerweise freitagabends im 14-tägigen Rhythmus zur Übung, gehen dienstags gemeinsam laufen, um sich fit zu halten und verbringen auch sonst gerne Zeit miteinander.

„Meine Handwerker sind meine Feuerwehrkollegen“, sagt Rolf Dietrich lachend, der sich bereits mit 16 Jahren in der Freiwilligen Feuerwehr engagiert hat und immer am Ball geblieben ist. Heute ist er Mitglied im Feuerwehrausschuss und im Führungsstab Katastrophenschutz.

Ebenso lange dabei sind Abteilungskommandant Rüdiger Bleich und Rainer Dietrich, der jetzt von der Einsatzbereitschaft in die Altersabteilung wechseln musste, weil er 65 Jahre alt geworden ist.

Anfang bei der Jugendfeuerwehr

„Ich hätte gerne noch weitergemacht“, sagt er bei seiner letzten Übung, die er als Truppführer leiten durfte. Die drei kamen durch die Jugendfeuerwehr einst dazu, hatten Spaß und fanden ihre Berufung. Rüdiger Bleich machte sein Hobby zum Beruf und ist in einer Werksfeuerwehr tätig, wie auch Christoph Schmitt, stellvertretender Abteilungskommandant der FFW-Abteilung Oos.

Adrian Bleich gehört zu den jüngeren der Einsatzabteilung. Der 19-jährige kam durch einen Freund dazu. Aktuell absolviert er ein soziales Jahr bei der Feuerwehr Baden-Baden und plant zur Berufsfeuerwehr zu gehen. Insgesamt sind es 22 Aktive in der Einsatzabteilung. Auch eine Jugendfeuerwehr gibt es.

Einsatz muss verarbeitet werden

Das soziale Miteinander wird in Oos großgeschrieben. „Nach der Übung kochen wir meistens zusammen. Jeder Einsatz wird mit einer Nachbesprechung abgeschlossen. Wir reden über das Erlebte“, sagt Rüdiger Bleich. Das sei immens wichtig. „So können wir sehen, ob der Einsatz einen von uns zu sehr mitgenommen hat. Darüber muss man gleich sprechen, um es zu verarbeiten“, weiß er aus Erfahrung.

Denn die Einsatzabteilung wird mit viel Leid konfrontiert. Für das seelische Wohlbefinden der Kameraden gibt es zudem das Einsatz-Nachsorge-Team innerhalb des Kreisfeuerwehrverbands, das hilft, erlebte Traumata zu verarbeiten.

„Wir achten sehr aufeinander. Auch die Alterskameraden sind nach einem Einsatz oft im Feuerwehrhaus. Sie können mit ihrer Erfahrung immer etwas beitragen“, betont Rüdiger Bleich.

Es gibt einen Pandemieplan

Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie muss die Freiwillige Feuerwehr allerdings umdenken. „Wir gehören zur kritischen Infrastruktur“, erläutert Rüdiger Bleich. Aktuell finden keine Besprechungen mit den Hauptamtlichen statt, diese werden per Videokonferenz abgehalten.

„Die Feuerwehr unterliegt einem Pandemieplan“, erklärt der Abteilungsleiter. Im März wurden die regelmäßigen Übungen auf Anweisung des Landesbranddirektors ausgesetzt. Erst im Juni konnte der Trainingsbetrieb für notwendige Übungen wieder anlaufen, allerdings unter Corona-Bedingungen mit Mund-Nasen-Schutz.

Das Atemschutztraining kann nicht durchgeführt werden, Personenrettungsübungen dürfen nur mit Puppen geübt werden. Alle theoretischen Schulungen sollen online erfolgen. Die Jugendfeuerwehr pausiert. Im Zuge des erneuten Lockdowns wurden, eine Stunde nach der letzten Übung der Abteilung Oos, alle weiteren Übungen der Freiwilligen Feuerwehren vorerst gestrichen. Das soziale Miteinander nach einem Einsatz muss sich auf ein kurzes Gespräch beschränken. Rüdiger Bleich sieht das mit Sorge.

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