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Kreistag muss entscheiden

Aus für die Handelslehranstalt Gernsbach rückt näher

Die Handelslehranstalt Gernsbach (HLA) steht trotz Protesten kurz vor dem Aus. Der Landkreis und das Regierungspräsidium haben sich am 3. November für eine Schließung ausgesprochen. Nun muss der Kreistag entscheiden.

HLA Gernsbach Foto: Susanne Dürr

Die Elternvertreterin der HLA, Sandra Riedinger-Huck aus Muggensturm, ist schwer enttäuscht. Denn noch vor etwa drei Wochen schien das Aus für die HLA erst mal in die Ferne gerückt. „Vor einer abschließenden Entscheidung zur Schulschließung in Gernsbach soll eine regionale Schulentwicklung zur strategischen Neuausrichtung der Kreisschule durchgeführt werden“, teilte der Erste Landesbeamte Jörg Peter mit.

Die Stimmung im Gespräch mit dem Landratsstellvertreter Peter am 22. Oktober war angenehm, erinnert sich Riedinger-Huck, die zusammen mit drei Schülersprechern, darunter auch ihre Tochter Anna-Lena, und einem ehemaligen Schüler zum Runden Tisch geladen worden war, um über die Zukunft der Bildungseinrichtung zu sprechen.

Mehr als 1000 Unterschriften für den Erhalt

Mehr als 1.000 Unterschriften für den Erhalt der HLA hatte die Mutter zweier Kinder dabei im Gepäck, die sie über eine Online-Petition und auf dem Gernsbacher Wochenmarkt gesammelt hatte.

„Wir wollten erst alle Fakten auf dem Tisch haben, bevor über einen so endgültigen Schritt wie eine Schulschließung entschieden wird, die schwer umkehrbar sei“, erklärt die engagierte Elternvertreterin im BNN-Gespräch. Dass die Schülerzahlen zum Schuljahr 20/21 weiter eingebrochen seien, sei in Anbetracht des unsicheren Schulstandorts nicht verwunderlich, sagt Riedinger-Huck in Bezug auf das Diagramm mit der grafischen Darstellung der sinkenden Gesamtschüleranzahl seit 2015/16.

Sandra Riedinger-Huck, Elternvertreterin der HLA Gernsbach Foto: Sandra Riedinger-Huck

Dennoch seien die Anmeldungen für die Wirtschaftsschule von Gemeinschaftsschülern, die an der HLA ihre Mittlere Reife anstreben oder den Hauptschulabschluss verbessern möchten, ebenso wie bei der Wirtschaftsoberschule, die zum Abitur führt, im selben Zeitraum stabil geblieben.

Kleine Schule mit individueller Förderung

Zudem verweist sie auf diverse Studien, wie etwa die Veröffentlichung der Kultusministerkonferenz zur Vorausberechnung der Schüler- und Absolventenzahlen bis ins Jahr 2030, die eine Steigerung der Absolventen mit Fach- und Hochschulreife prognostiziert. Für ihre 16-jährige Tochter bot einzig die HLA aufgrund ihres Notendurchschnittes die Möglichkeit zu Weiterbildung.

„In der kleinen, familiären Schule wird man individuell gefördert und gut unterstützt“, erklärt Anna-Lena im BNN-Gespräch. Sie ist jetzt verunsichert, ob sie ihre geplante Schullaufbahn mit dem Abitur als Abschluss fortsetzen kann.

„Ich weiß auch, dass ich mit einer Unterschriftensammlung keine Schule retten kann“, zeigt sich Riedinger-Huck resigniert. Doch „als gewähltes Sprachrohr der Elternschaft wollte ich alles probieren, was mit demokratischen Mitteln möglich ist, um den Bildungsstandort in Gernsbach zu erhalten“. Derzeit sieht sie keine weiteren Handlungsmöglichkeiten, welche die kommende Entscheidung des Kreistags umstimmen könnte.

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