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Verkehr

Sanierung der ICE-Strecke Mannheim-Stuttgart: Bahnpendler müssen sich in Karlsruhe auf längere Fahrzeiten einstellen

Wegen der anstehenden Sperrung der ICE-Strecke zwischen Mannheim und Stuttgart müssen sich Bahnpendler in Karlsruhe auf deutlich längere Fahrzeiten einstellen. Wie sich die Sperrung auf die Region südlich von Karlsruhe und ins Murgtal hinein auswirken wird, ist laut einem Experten noch nicht absehbar.

Vorplanen: Reisende müssen sich auf geänderte Zeiten und Zugverspätungen einstellen.
Foto: Roessler/dpa

Von Martina Holbein

Die Rastatter Tunnelbaustelle ruht bis November. Das ist eine der Auswirkungen der Sanierung der Bahnstrecke Mannheim-Stuttgart. Diese ist vom 13. April bis zum 20. Oktober voll gesperrt. „Der Bahn fehlen schlicht Planungsingenieure“, sagte der Grünen-Landtagsabgeordnete Thomas Hentschel bei einer Info-Veranstaltung in Rastatt.

Vor allem Bahnpendler via Karlsruhe nach Stuttgart müssten sich während der Sperrung auf deutlich verlängerte und veränderte Fahrzeiten einstellen. Die Bahn arbeite derzeit an einem neuen Fahrplan, da alle Züge über den Knoten Karlsruhe fahren müssten.

Fahrzeitverlängerungen von 15 bis 20 Minuten

Hentschel sprach von Fahrzeitverlängerungen von 15 bis 20 Minuten. Wer in Stuttgart starte, müsse sich auf frühere Abfahrtszeiten einstellen. Die Region nördlich von Karlsruhe sei von den Auswirkungen stärker betroffen. Schon jetzt hätten Bürger protestiert, weil mehr Züge zwischen Karlsruhe und Mannheim fahren und dadurch mehr Lärm erwartet werde.

Da wurde einfach zu lange nichts gemacht
Thomas Hentschel, Grünen-Landtagsabgeordneter

Gleichwohl sieht der Abgeordnete keine Alternative zur Sanierung der Bahnstrecke zwischen Mannheim und Stuttgart: „Da wurde einfach zu lange nichts gemacht.“ Außerdem wird im Zuge der Sanierung das Europäische-Zugsicherungssystem (ETCS) installiert, das eine kürze Taktung der Abfahrtszeiten erlaubt und somit eine bessere Auslastung der Bahnstrecken.

Regionalzüge zwischen Karlsruhe und Stuttgart werden umgeleitet

Wie sich die Sperrung auf die Region südlich von Karlsruhe und ins Murgtal hinein auswirken werde, sei momentan noch nicht absehbar. Sicher sei, dass zwischen Karlsruhe und Stuttgart Regionalzüge umgeleitet, beziehungsweise auch gestrichen würden.

Für dieses Szenario regte ein Teilnehmer der Veranstaltung an, die IC-Züge, normalerweise nicht in den ÖPNV eingebunden, für Pendler mit Nahverkehrsticket zu öffnen. Die Züge führen oft ziemlich leer, da könnte die Bahn den Reisenden entgegenkommen.

Gefordert wurde auch, dass die Bahn und die privaten Zuganbieter besser zusammenarbeiten. „Am Stuttgarter Bahnhof fühlt sich niemand zuständig, wenn sich Abfahrtszeiten verschieben oder Züge ganz ausfallen“, lautete ein Erfahrungswert. Angeregt wurde auch, über einen Schienenersatzverkehr nachzudenken, um stark frequentierte Streckenabschnitte zu entlasten.

Streckensanierung kostet 183 Millionen Euro

Für die Streckensanierung zwischen Mannheim und Stuttgart nimmt die Bahn 183 Millionen Euro in die Hand. Hentschel ist darüber froh, denn damit eröffneten sich mehr Kapazitäten für den Zugverkehr. Das Ziel, in Mittelbaden mehr Züge in kürzerer Taktung auf die Schiene zu bringen, werde aber erst erreicht, wenn der Tunnel in Rastatt fertig ist.

Wie bereits berichtet, hält die Bahn dabei nach wie vor am Ziel 2025 fest – obwohl sich die Arbeiten bei Niederbühl um acht Monate verzögern.

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