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Entlastung der Anwohner

Bund und Bahn wollen Schienenlärm senken

Wer an einer Bahnstrecke wohnt, muss oft laute Bahnen oder Güterzüge aushalten. Das soll weiter verbessert werden - kann aber zum Teil noch Jahre dauern.

Ein Güterzug passiert den Güterbahnhof MegaHub Lehrte in der Region Hannover. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

In den nächsten zehn Jahren sollen weitere 800.000 Anwohner von Bahnstrecken von Schienenlärm entlastet werden. Dazu sollen Lärmschutzwände gebaut und Hauseigentümer Geld für Schallschutzfenster erhalten.

Wie der Bund und die Deutsche Bahn angkündigten, sollen bis 2030 so jährlich 125 Kilometer Schienenwege lärmsaniert werden. „Die Anwohner entlang der Bahnstrecken haben ein Recht darauf, dass wir sie bestmöglich vor dem Lärm der Schiene schützen“, sagte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU).

Viele Anwohner werden aber noch jahrelang auf Lärmschutz warten müssen. 2050 sollen alle betroffenen 6500 Streckenkilometer saniert sein, ein Fünftel des Netzes. „Wir werden zügig planen und bauen“, versicherte Bahn-Infraktrukturvorstand Ronald Pofalla.

Saniert worden sind seit 1999 rund 2000 Kilometer. 64.000 Wohnungen erhielten Schallschutzfenster. Außerdem erhielten zehntausende Güterwagen lärmmindernde Bremsen. Damit sei der Schienenlärm wie geplant halbiert worden, hieß es.

Besonders laute Güterwagen dürfen seit gestern nicht mehr auf dem deutschen Schienennetz fahren. Die deutschen Güterwagenhalter haben nach eigenen Angaben sämtliche Wagen zum Stichtag umgerüstet. Statt mit Gußstahlsohlen bremsen sie nun mit einem Verbundstoff, der die Räder weniger aufraut und so weniger Lärm erzeugt.

Viele ausländische Güterbahnen, die regelmäßig durch Deuschland fahren, haben ihre Wagen aber nicht umgerüstet. Anders als geplant droht ihnen bei Verstößen kein Bußgeld. Das Verkehrsministerium hat es für ein Jahr ausgesetzt. Scheuer begründete dies damit, dass es durch die Corona-Seuche Engpässe bei der Umrüstung gegeben habe. Zugleich sicherte er strenge Kontrollen zu.

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