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Verkehrsgipfel

Geballte Baumaßnahmen: Niefern fürchtet Verkehrschaos

Die Brücke Eutinger Straße, die Ersatzbrücke an der B10, der Ausbau der A8, der Umbau des Bahnsteigs und die Sperrung des Enztalradwegs: Auf die Bürger in Niefern und die Pendler nach Pforzheim kommen in den nächsten Monaten einige Verkehrsbehinderungen zu.

Vertreter von Gemeinden, Planern und Behörden trafen sich am Dienstag in Niefern zu einem Verkehrsgipfel. Dessen Ziel ist es, durch gegenseitige Rücksichtnahme ein größeres Verkehrschaos zu vermeiden Foto: Stefan Friedrich

Damit sie möglichst umfassend und rechtzeitig informiert sind, hat Bürgermeisterin Birgit Förster am Dienstagmorgen zu einem Verkehrsgipfel geladen. Das Ziel: Alle Planer sollen Rücksicht auf die anderen Projekte nehmen und transparenter kommunizieren, damit sich ein großes Verkehrschaos vermeiden lässt.

In wenigen Wochen schon, nämlich im Mai, sollen Abbruch und Neubau der Brücke Eutinger Straße beginnen; die Maßnahme an der A8 folgt dann Ende des Jahres. Mit Umleitungen bei Staus oder Sperrungen sei hier zu rechnen, so Förster. Schon jetzt gibt es solche immer wieder. Letzte Woche etwa habe sich der Ausweichverkehr bis nach Pinache zurückgestaut und für die Anwohner galt: „Der kleine Einkauf wurde zur Tagestour.“

Im Juni soll zudem der vierspurige Ausbau der B10 beginnen. Auch da rechnet Förster mit „massiven Auswirkungen“ insbesondere auf das Pendlergeschehen zwischen Vaihingen/Enz und Pforzheim. Davon betroffen sein werden auch viele Radfahrer, schließlich sei der Enztalradweg „der am meisten befahrene Radweg der Region“, erklärte die Bürgermeisterin. Alternative Radwegeführungen müssen noch gefunden werden. Hier seien noch letzte Details zu klären.

Bürgermeisterin mahnt zu transparenter Kommunikation

Letztlich war es aber der fünfmonatige Umbau des Bahnsteigs ab April, der im Rathaus in Niefern alle habe aufschrecken lassen, verriet Förster. Pendler – „und wir haben nicht wenige davon“ – müssten auf Schienenersatzverkehr ausweichen. Geplant war, dafür die Brücke nach Eutingen zu nutzen, „aber die ist demnächst nicht mehr verfügbar, weil sie für den Autobahnausbau ertüchtigt wird“.

Das war offenbar nicht allen bekannt. Deshalb entschloss sich Niefern zu dem Verkehrsgipfel. Wenn mehrere Projekte gleichzeitig laufen, so die Idee, dann sollten alle Beteiligten wissen, was wann wo und vor allem wie lange gebaut wird, betonte Förster. Dass schließlich alle Vorhaben wichtig für die Infrastruktur sind, das unterstrich sie ausdrücklich. Natürlich seien Bürger und Verwaltung deshalb auch froh, dass die Maßnahmen angegangen werden; dennoch sei es „etwas unglücklich, dass das jetzt alles in einem Zeitfenster passiert.“

Wir müssen mehr miteinander reden.
Birgit Förster, Bürgermeisterin

Dass zudem die Informationen nicht so fließen, wie sie es eigentlich sollten, das bemängelte auch Heiko Faber, Bürgermeister in Kieselbronn. „Die Bürger beschäftigt das Thema schon jetzt“, bemerkte er im Rahmen des Verkehrsgipfels. Die Maßnahmen sollten daher transparenter gemacht werden. Pressemittelungen alleine reichen ihm da nicht aus. „Lassen sie uns teilhaben an ihrem Wissen und an Ihren Informationen“, appellierte er an die beteiligten Behörden und Planer.

Verwaltung und Gemeinderäte würden immer wieder von Bürgern auf die Maßnahmen angesprochen, „und nichts ist schlimmer, als wenn wir dann da stehen und sagen müssen: Wir wissen es nicht.“ Momentan gebe man dadurch „ein Bild nach außen ab, das nicht gut ist“, gab er zu bedenken.

Am Ende gehe es ohnehin darum, auf Sicht zu fahren und die nächsten fünf Jahre zu überstehen, so Förster. „Deshalb wollten wir bewusst alle ins Boot holen, damit jeder weiß, was Sache ist.“ Der stellvertretender Bürgermeister und FDP-Landtagsabgeordneter Erik Schweickert hatte in dem Kontext gefordert, dass das Regierungspräsidium das Monitoring übernehmen solle. Bislang seien die Projekte nämlich vorwiegend einzeln, aber „so in dem Zusammenhang noch nicht kommuniziert worden“.

Dass es in den nächsten fünf Jahren so oder so nicht ohne Verkehrsbehinderungen gehen wird, das ist allen bewusst. Umso mehr komme es jedoch auf Kommunikation und gegenseitige Rücksichtnahme an. „Wir müssen mehr miteinander reden“, so Förster. Eine Bitte, der die Vertreter von Planungsbüros und Behörden nachkommen wollen.

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