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Stadt kauft Leckereien ab

Leckereien vom Pforzheimer Weihnachtsmarkt gehen an Kinder und Senioren

Was tun mit den Leckereien des plötzlich wieder geschlossenen Weihnachtsmarkts? In Pforzheim hatten Stadt und Caritas eine gute Idee.

Verteilung von übrigen Leckereien des Weihnachtsmarkts: Was die Stadt den Beschickern abgekauft hat, geht an Kindergärten, Tagesstätte, Altersheim. Der Caritas-Direktor koordiniert die Übergabe an Julia Velten und Natalie Moor. Foto: Susanne Roth

Julia Velten und Natalie Moor sind die Ersten. Es dauert nicht lange und die Leiterin des Horts an der Pforzheimer Schanzschule und ihre Mitarbeiterin verlassen mit einem großen Karton voller Köstlichkeiten die Tiefgarage hinter dem Albert-Stehlin-Altersheim der Caritas. „Da werden wir einen schöne Nikolaus-Rallye mit den Kindern machen“, freuen sich die beiden.

Wenn alle da sind, können am Montag 110 Kinder der Einrichtung daran teilnehmen. Kurz nach den beiden Frauen stehen schon die nächsten Vertreter von Kindergärten, Tagesstätten, Altersheimen und weiteren Einrichtungen auf den Pflastersteinen der Tiefgarage und halten die Hände auf.

Es sind keine heimlichen „Deals“, die an diesem Tag unter der Federführung von Caritas-Direktor Frank Johannes Lemke sowie tatkräftiger Hilfe des Hausmeisters Steven Ludäscher ablaufen. Es handelt sich vielmehr um die Weitergabe einer städtischen Spende.

Deshalb überzeugt sich auch Erster Bürgermeister Dirk Büscher (CDU) persönlich davon, wie von Maronen über Christstollen bis hin zu Popcorn und Magenbrot Produkte vom Weihnachtsmarkt und Mittelaltermarkt weitergegeben werden. Die Stadt Pforzheim versuche so, den Schaustellern, die nach nur drei Tagen bereits wieder ihre Stände abbauen mussten, „in ihrer misslichen Lage“ zumindest mit einer kleinen Unterstützung zu helfen.

Mehrere hundert Kilogramm Leckereien abgekauft

Mehrere hundert Kilogramm an Leckereien hat man, genehmigt vom Gemeinderat, abgekauft. Nach einem kurzen Telefonat des Bürgermeisters mit dem Caritasdirektor war die Organisation geregelt. „Ich habe mit den Häusern Kontakt aufgenommen und diese informiert“, so Frank Johannes Lemke.

Viel Zeit zum Reden hat der Mann nicht. Das Magenbrot muss aus einem großen Sack heraus in kleine Eimer zum Mitnehmen gefüllt werden. Das sei ein „genialer Einfall“ der Stadt lobt Lemke noch. Dabei hatte er selbst dem sogar vorgegriffen. Lemke kaufte ein paar Tage vor dem städtischen Beschluss bereits „Schupfnudeln für 600 Euro“. 250 Kilogramm Schnitzel musste er allerdings liegen lassen, da sie kurz vor dem Ablaufdatum waren.

15 Einrichtungen profitieren von Maronen und Christstollen

An Freitag wurden haltbare Dinge zum Verzehren verteilt. Mit etwa 15 Einrichtungen rechnet Frank Johannes Lemke. Anmelden musste sich niemand, in der Tiefgarage ist für die Abholer genügend Platz. Die Säcke voller Maronen finden aber nicht bei jedem Abnehmer Beachtung. Der Leiter des „Haus am Kappelhof“, Joachim Becht, hat entsprechende Öfen in der Einrichtung, weshalb er sich gleich zwei Säcke auf die Arme lädt.

Auch Marktchef Marc Pfrommer ist bei der Aktion dabei, die er koordiniert hat. Unruhige Tage liegen hinter ihm. „Das Konzept hätte funktioniert.“ Letztlich seien es die 2G-Plus-Regel und die Reduzierung der Besucherzahl der Veranstaltung „das Genick gebrochen“.

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