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Corona bedroht Pforzemer Mess

Stadt Pforzheim will Ende April eine Entscheidung zur Pforzemer Mess treffen

Corona bedroht die Pforzemer Mess: Bis 15. Juni geht das Veranstaltungsverbot der Landesregierung zur Eindämmung von Corona. Das Pforzheimer Großevent soll am 11. Juni starten. Das Ordnungsamt macht indessen Schaustellern Hoffnung.

Es dreht und dreht sich: Nur das Coronavirus könnte das Karrussell und andere Fahrgeschäfte auf der Pforzemer Mess zum Stehen bringen. Foto: Ehmann

Corona bedroht die Pforzemer Mess: Bis 15. Juni geht das Veranstaltungsverbot der Landesregierung zur Eindämmung von Corona. Das Pforzheimer Großevent soll am 11. Juni starten. Das Ordnungsamt macht indessen Schaustellern Hoffnung.

Als „wunderschönes, großes Laufgeschäft“ bezeichnet Marktmeister Marc Pfrommer „Fuzzy’s Lachsaloon“. Mit Wackelboden, rollender Tonne und Hindernisparcours über mehrere Ebenen könnte er zum Renner auf der Pforzemer Mess 2020 werden, die am 11. Juni starten soll, wenn sie denn stattfindet. Corona könnte die Mess ins Aus kicken.

Ordnungsamtschef Wolfgang Raff macht indessen Schaustellern wie Besuchern Hoffnung: „Solange die Chance besteht, wollen wir es offen lassen.“

Späterer Start wäre denkbar

Ende April wisse man mehr. Raff verweist auf Gespräche mit den Beschickern. Er glaubt, bis Ende April auch klärende Informationen vom Land zu haben.

Schaustellern droht ohnehin ein finanzielles Desaster. Schon ein Großteil des Frühjahrgeschäfts brach für sie weg. „Über allem steht ein Fragezeichen“, sagt Artur Dingeldein, Vorsitzender des Pforzheimer Schaustellerverbands. Noch ist er voller Hoffnung, dass sich die Pandemie bis nach Ostern abschwächt und zur Lockerung des Veranstaltungsverbots führt. Es gilt bis 15. Juni und würde die ersten Tage der bis 21. Juni dauernden Mess betreffen.

Wir hoffen, dass die Stadtverwaltung so spät wie möglich eine Entscheidung trifft.
Artur Dingeldein, Vorsitzender des Pforzheimer Schaustellerverbands

Ordnungsamtschef und Sprecher des Schaustellerverbands könnten sich auch einen späteren Start vorstellen. Dem Pforzheimer Schaustellerverband gehören knapp 30 Mitglieder an, die meisten sind auf der Mess dabei. Ihr Anliegen formuliert Dingeldein so: „Wir hoffen, dass die Stadtverwaltung so spät wie möglich eine Entscheidung trifft.“ Als Beispiel nennt Dingeldein Düsseldorf. Der dortige OB kann sich aktuell die Ausrichtung der Rheinkirmes im Juli vorstellen – mit Auflagen.

XXL Lach-Haus Foto: PR

Je länger man mit einer Absage wartet, desto größer ist die Chance auf eine Entspannung der Lage, meint Dingeldein. In diesem Fall ließe sich die Corona-Verordnung auch ganz einfach verändern, heißt es dazu seitens der Landesregierung. Das Verbot könnte aber ebenso verlängert werden. Erst vergangenen Dienstag hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn deutlich gemacht, dass Volksfeste oder Fußballspiele im Falle einer Lockerung „besonders weit hinten“ stehen.

Rund 120 Beschicker sind angemeldet

Auch wenn die Pforzemer Mess ausgerichtet werden darf, rechnet Dingeldein mit Einschränkungen. „Man könnte Desinfektionstücher an Toiletten bereit stellen“, nennt er eine Maßnahme. Eine andere wäre, Tische weiter auseinanderzustellen und Fahrgeschäfte auf eine bestimmte Besucherzahl zu beschränken. Aber Dingeldein ist überzeugt: „Jeder Euro zählt, und jeder wäre bereit, Abstriche zu machen.“

Rund 120 Händler und Fahrgeschäfte hat Marktmeister Pfrommer auf seiner Liste stehen. Um nicht zu lange Strecken zwischen Messeorten zurücklegen zu müssen, haben viele ihre Rummel-Routen: Nach Mannheim kommen Freiburg, Karlsruhe, Pforzheim. Doch die Mannheimer Maimesse (25. April bis 10. Mai) wurde abgesagt. Gleiches trifft laut Raff auch auf Events zu, die nach der Pforzemer Mess stattfinden sollten.

Wir beten jeden Tag, dass es weiter geht.
Dieter Seyfert, Seyferts Cocktail Bar aus Rheinstetten

„Für alle Schausteller ist das eine Katastrophe“, erklärt Dieter Seyfert. Der Rheinstettener kommt mit seinem Familienbetrieb „Seyferts Cocktail Bar“ seit 1993 zur Pforzemer Mess. Die letzten Einnahmen für das vierköpfige Team gab es am 23. Dezember.

Im März hätte es für Seyfert losgehen sollen. Aber nach Stuttgarter und Karlsruher Frühlingsfest ist auch der Schriesheimer Matheisemarkt ausgefallen. „Wenn jetzt auch noch so eine gute Veranstaltung wie die Pforzheimer Mess wegbricht...“. Sein Antrag auf Soforthilfe sei in Bearbeitung, berichtet er. Aber 9.000 Euro seien wenig im Vergleich zu den rund 20.000 Kosten, die er monatlich für Betrieb und Unterbringung eines Wohn- und zweier Kühlwagen aufbringen muss. „Wir beten jeden Tag, dass es weiter geht.“

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