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34. Spieltag

Arminia trotz Abstiegs gefeiert – Leipzig sichert Platz vier

Leidenschaftliche Arminen werden auch am letzten Spieltag nicht belohnt. Bielefeld steigt nach dem 1:1 gegen Leipzig ab. RB enttäuscht trotz der Qualifikation für die Champions League.

Leipzigs Emil Forsberg (r) versucht Bielefelds Joakim Nilsson vom Ball zu trennen. Foto: Friso Gentsch/dpa

„Egal, was auch passiert, wir halten zu dir“:  Gefühlt eine halbe Ewigkeit feierte die Bielefelder Alm, als habe es den achten Bundesliga-Abstieg der Arminia gar nicht gegeben.

Das 1:1 (0:0) gegen RB Leipzig war zu wenig für ein Bielefelder Fußball-Wunder, genügte aber für eine emotionale Party in Ostwestfalen. „Die Zuschauer haben unsere Leidenschaft honoriert. Das ist toll“, sagte Interimstrainer Marco Kostmann stolz.

Dabei gelang seit seiner Amtsübernahme Mitte April nach der Trennung von Frank Kramer kein einziger Sieg. Auch trotz der verdienten Führung durch Janni Serra (70. Minute) nicht. Willi Orban köpfte den Pokalfinalisten aus Leipzig in der Nachspielzeit (90.+3) zum Punktgewinn, der den Sachsen die Champions-League-Qualifikation endgültig sicherte. „Ganz, ganz lange hat es nicht danach ausgesehen. Trotzdem sind wir hier“, sagte Leipzigs Trainer Domenico Tedesco.

Titel-Hoffnung bei RB im Pokal-Finale

Anders als bei den Bielefelder zahlte sich bei den Sachsen ein Trainerwechsel aus. Als Tedesco das finanzstarke Club-Konstrukt aus dem Red-Bull-Imperium von Vorgänger Jesse March übernahm, war Leipzig Elfter. Es folgte die beste Rückrunde der noch jungen Bundesliga-Geschichte und der Sturm auf Platz vier nach 34 Spieltagen. „Das war eine großartige Leistung nach der Winterpause“, sagte Offensivspieler Emil Forsberg. Am kommenden Samstag im Pokalfinale gegen Freiburg hat sein Team auch die Chance auf den ersten Titelgewinn überhaupt.

Titelreif war die Leistung indes nicht. Überhaupt zeigt die Leistungskurve der Leipziger schon seit Wochen nach unten. Von den vergangenen sechs Pflichtspielen verlor RB drei und verpasste in der Europa League das anvisierte Endspiel. „Das ist alles egal jetzt“, meinte Forsberg trotzig angesichts von Platz vier.

Leidenschaft zeigte aber lange Zeit nur die Arminia, obwohl die Ausgangslage schon vor dem Saisonfinale aussichtslos schien. Bielefeld hätte drei Punkte und sieben Tore auf den den Konkurrenten VfB Stuttgart aufholen müssen, der sich stattdessen aber mit einem 2:1 gegen den 1. FC Köln rettete.

„Das Spiel heute war ein bisschen sinnbildlich für unsere Saison. Wir haben zu oft unentschieden gespielt in Spielen, die wir alle hätten ziehen können. So auch heute“, sagte Kostmann nach dem elften sieglosen Spiel in Serie. In der Tat hätte sich die Arminia den Sieg verdient. Angeführt vom überragenden Keeper Stefan Ortega, der die Ostwestfalen nun verlassen wird, kämpfte Bielefeld leidenschaftlich.

Abschlussschwache Arminia

Es genügte nicht, da sich ein altes Problem auch gegen Leipzig rächte: Die Abschlussschwäche. Immer, wenn es schnell gehen musste und Lücken in der Leipziger Abwehr da waren, fehlte die Präzision. Mit nur 27 Toren aus 34 Spielen stellt Bielefeld den harmlosesten Angriff der Bundesliga.

Deutlich mehr Power in der Offensive besitzen die Leipziger, die das Potenzial aber erst spät zeigten. Der späte Ausgleich war glücklich und weckt auch angesichts der Eindrücke der vergangenen Wochen wenig Zuversicht auf einen Pokalsieg am kommenden Samstag.

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