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Leichtathletik

Masken und regelkonforme Schuhe: Berlin-Marathon ist zurück

Für die Laufszene ist es ein besonderer Tag: Der Berlin-Marathon kehrt nach einer Corona-Pause mit einem beachtlichen Feld zurück. Die Veranstalter haben ein ausgeklügeltes Hygienekonzept.

Geht mit Zuversicht in den Berlin-Marathon: Der Äthiopier Kenenisa Bekele. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Auf diesen Tag haben sie in Berlin lange gewartet - nicht nur die Politik im benachbarten Regierungsviertel wegen der Bundestagswahl, sondern auch die Organisatoren des Marathons.

Nach einer coronabedingten Pause im Vorjahr werden sich am Sonntag (9.15/ARD und RBB) etwa 25.000 Läuferinnen und Läufer auf die 42,195 Kilometer lange Reise durch die Hauptstadt machen und am Brandenburger Tor kurz vor dem Ziel ein Gefühls-Hoch erleben. Für die künftigen Entscheidungsträger kann die Traditionsveranstaltung wichtige Erkenntnisse für ihre Corona-Politik nach der Wahl liefern.

„Wir zeigen, dass es wieder geht, dass man etwas machen kann“, sagt Geschäftsführer Jürgen Lock vom Veranstalter SCC Events und betont den Vorbildcharakter dieses Marathons - des laut Organisatoren weltweit größten seit dem Beginn der Corona-Pandemie vor anderthalb Jahren. „Ich glaube, die Welt guckt und schaut auf uns, alle Laufveranstaltungen schauen auf uns“, sagt Lock.

Mund-Nasen-Schutz für alle verpflichtend

Da spielt es keine Rolle, dass die Teilnehmerzahlen in Berlin in den vergangenen rund 20 Jahren höher lagen und kontinuierlich stiegen. Bei der bislang letzten Austragung 2019 erreichten fast 44.000 der Gestarteten das Ziel. Am Samstag treten noch etwa 2800 Menschen beim Inline-Marathon an, außerdem sind am Sonntag mehr als 100 Para-Athleten dabei. „Es ist alles auf einem Niveau, wo wir noch nicht volle Kraft fahren“, sagt Lock, dessen Team am Jahresanfang entschied, den Marathon für 2021 zu planen. Bei zwei kleineren Veranstaltungen wurden zuletzt Erfahrungen gesammelt.

So waren dort rund 90 Prozent der Starterinnen und Starter geimpft oder von einer Corona-Infektion genesen, beim Marathon am Wochenende rechnet Lock mit einer noch etwas höheren Quote. Alle anderen müssen sich höchstens 48 Stunden vor ihrem Start einem PCR-Test unterziehen, den die Veranstalter anbieten. Sie rechnen mit knapp 2000 Tests. Der finanzielle Aufwand liegt laut Lock im sechsstelligen Bereich, und zwar nicht im tiefen.

Zudem ist Mund-Nasen-Schutz im Start- und im Zielbereich für alle verpflichtend, ebenso für die Zuschauer entlang der Strecke, die auf genug Abstand achten müssen - wenn sie denn kommen. „Wir fordern sie nicht auf, zu Hause zu bleiben, aber wir fordern sie auch nicht auf, an die Strecke zu kommen. Wir sind neutral“, sagt Lock.

Der Star ist der Äthiopier Kenenisa Bekele

Renndirektor Mark Milde verspricht: „Es wird ein außerordentlicher Tag werden, auch aufgrund der sportlichen Besetzung.“ Der Star der 47. Austragung ist der Äthiopier Kenenisa Bekele. Der dreimalige Bahn-Olympiasieger lief bei seinem Sieg vor zwei Jahren in 2:01:41 Stunden nur läppische zwei Sekunden am Weltrekord von Eliud Kipchoge vorbei, den der Marathon-Olympiasieger aus Kenia 2018 in Berlin aufstellte. Bekele ist inzwischen allerdings schon 39 Jahre alt und musste eine Corona-Infektion überstehen.

Bekele räumte schwierige Zeiten ein, ist aber zuversichtlich. „Ich spüre meine Energie. Mein Alter merke ich nicht, es ist ein gutes Alter für Marathon“, sagte er. Schon in sechs Wochen will Bekele in New York erneut starten. Das Frauen-Feld führt die Weltjahresbeste Hiwot Gebrekidan an, die Äthiopierin will ihre diesjährige Marke von 2:19:35 Stunden unterbieten.

Was nicht passieren soll: dass wie zuletzt in Wien der Sieger wegen einer zu dicken Schuhsohle disqualifiziert wird, weil sie eine Leistungssteigerung verspricht. Laut Milde mussten alle Spitzenläuferinnen und -läufer bestätigen, dass ihre Schuhe den Regeln entsprechen. „Wir haben das schriftlich, dass sie uns nichts Böses wollen“, sagt der Renndirektor. Es soll Kontrollen geben, im Zweifelsfall würden Schuhe an ein schwedisches Labor zur Untersuchung geschickt. Etwa 150 Athletinnen und Athleten zählen zur Elite, alle könne man nicht kontrollieren, räumte Milde ein. Bekele sieht durch die neuen Schuhe einen großen Vorteil - aber für alle.

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