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Junge Pflege als Extra

Anna-Leimbach-Haus in Karlsruhe-Durlach: Besonderer Wohnbereich für junge Pflegebedürftige

Das neue Anna-Leimbach-Haus in Karlsruhe-Durlach, Wohn- und Pflegeeinrichtung für 90 Menschen, fällt nicht nur durch ungewöhnliche Architektur auf. Ihr Wohnbereich extra für jüngere Menschen, die dauerhaft Pflege brauchen, ist bisher in Karlsruhe einmalig.

Einen Bogen bildet die Fassade des neuen Anna-Leimbach-Hauses am Rand der Durlacher Altstadt. Zum offiziellen Start zeigten es Clarissa Simon und Gabriele Volk auch Ortsvorsteherin Alexandra Ries (von rechts). Foto: jodo

Das neue Anna-Leimbach-Haus in Karlsruhe-Durlach ist offiziell am Start. Die Wohn- und Pflegeeinrichtung bietet Platz für 90 Menschen und fällt durch ihr erweitertes Angebot und eine ungewöhnliche Architektur auf. Ein Wohnbereich extra für junge und jüngere Menschen, die dauerhaft Pflege brauchen, gehört dazu.

Genug Platz für einen Rollstuhl, dazu modernes Mobiliar, eine Gartenterrasse und eine Sozialpädagogin, die zu einem Stadtbummel mitkommt: Erstmals gibt es in Karlsruhe ein Wohn- und Pflegeangebot speziell für junge und jüngere Menschen, die zum Beispiel wegen einer Querschnittslähmung oder chronischen neurologischen Erkrankungen dauerhaft Pflege brauchen.

Neues Angebot "Junge Pflege"

Das jetzt fertig bezogene neue Anna-Leimbach-Haus in Durlach nimmt mit diesem Angebot, das die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Karlsruhe „Junge Pflege“ nennt, eine wichtige Stellung ein. Doch nicht nur der eigene Wohnbereich für ein Dutzend Bewohner im Alter von 20 bis 55 Jahren ist auffallend an dem Neubau, der im Bogen der Blumentorstraße am Rand der Durlacher Altstadt innerhalb von 15 Monaten entstanden ist.

Auch die Architektur fällt auf

Auch die Architektur sticht heraus. Das Wohn- und Pflegeheim für insgesamt 90 Frauen und Männer, die meisten davon naturgemäß pflegebedürftige Senioren, bildet einen langgestreckten Bogen. Um die Fassade des insgesamt vierstöckigen Neubaus hatte es in der Entwurfsphase heftigen Streit gegeben.

Im Ortschaftsrat schlugen die Wellen noch vor eineinhalb Jahren hoch. Kritiker monierten damals, das Stadtbild werde massiv beeinträchtigt.

Der Ausbau des Pflegeangebotes ist eine der größten gesellschaftlichen Aufgaben der Zeit.
Alexandra Ries, Ortsvorsteherin Durlachs

Von den Querelen um den Architektenentwurf ist nun nicht mehr die Rede beim offiziellen Start der Einrichtung, die ein gleichnamiges Seniorenwohnheim an diesem Standort ersetzt. Die Durlacher Ortsvorsteherin Alexandra Ries erinnert vielmehr an die Sorge, dass durch die Schließung der nicht mehr zeitgemäßen Vorgängereinrichtung zahlreiche Pflegeplätze ersatzlos hätten verlorengehen können. "Der Ausbau des Pflegeangebotes ist eine der größten gesellschaftlichen Aufgaben der Zeit“, sagt Ries.

Oberbürgermeister betont Sonderstellung

Die stadtweite Bedeutung des Angebots im neuen Anna-Leimbach-Haus betont auch Oberbürgermeister Frank Mentrup. „Dies ist mehr als ein Ersatzbau“, unterstreicht er. Ihm geht es um das Konzept der AWO, das darauf abzielt, nicht nur die jüngeren Bewohner mehr in ihrer Selbstständigkeit zu unterstützen. Das sei besser, als sie ein eher passives Umsorgtsein erleben zu lassen. In sieben Hausgemeinschaften wird zum Beispiel täglich selbst gekocht. Auch Kooperationen mit Vereinen soll es geben.

Dies ist mehr als ein Ersatzbau.
Frank Mentrup, Karlsruher Oberbürgermeister

20 Millionen Euro stecken in dem neuen Anna-Leimbach-Haus, das nach sieben Jahren Projektphase ab Herbst 2018 hochgezogen und seit Anfang November schrittweise bezogen wurde. Zum Neubau gehört auch eine fünfgruppige Kindertagesstätte mit einem Spielbereich im Freien im rückwärtigen Geländeteil.

Der Name erinnert an eine besondere Karlsruherin

Eine Besonderheit ist, dass der Name auf die neue Einrichtung übergeht. Anna Leimbach, in Karlsruhe geboren 1887, zog nach dem Ersten Weltkrieg als Witwe mit drei kleinen Kindern nach Durlach. Dort engagierte sich die überzeugte Katholikin, die im Jahr 1965 starb, ihr Leben lang vielfältig für sozial Schwächere.

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