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Absage ist kein Thema

Baden Marathon: Veranstalter suchen wegen Corona neue Wege

Statt des klassischen Baden Marathons wird in Karlsruhe im September möglicherweise ein Halbmarathon durchs Grüne angeboten. Dass der Lauf wie gehabt stattfinden kann, glauben die Macher nicht, auch wenn es für den Herbst noch keine Vorgaben der Politik gibt.

So wahrscheinlich nicht: Ein Marathon mit Massenstart wie beim Baden-Marathon 2019 ist in Zeiten der Corona-Krise kaum denkbar. Foto: kdm

Über 2.000 Läufer haben sich bisher für den am 20. September geplanten Baden-Marathon angemeldet – der absehbar jedoch nicht in der gewohnten Form stattfinden kann.

Deshalb tüfteln die Veranstalter bereits an einem neuen Konzept. Entschieden ist noch nichts. Wahrscheinlich ist jedoch, dass es einen Lauf durchs Grüne geben wird, der vorwiegend Sportler aus der Region anziehen soll.

„Einfach komplett absagen möchten wir nicht“, erklärt Geschäftsführer Fried-Jürgen Bachl. Denn Laufen könne man grundsätzlich ja. In Zeiten des Lockdowns nahm die Bedeutung dieses Sports für viele sogar zu, wie auch eine online gestartete Umfrage der Baden-Marathon-Veranstalter bestätigte.

Einfach komplett absagen möchten wir nicht
Fried-Jürgen Bachl, Geschäftsführer

„Und eine gemeinsame Laufveranstaltung hätte sicher Symbolcharakter, etwas Verbindendes“, glaubt Bachl. Für ihn und seine Mitstreiter drängt dabei die Zeit. Denn noch fehlen die Vorgaben der Politik für den Herbst – eine Zeit übrigens, in die im Zuge der Krise viele Großstädte weltweit ihre ursprünglich im Frühjahr geplanten Marathonläufe verlegten.

Entscheidung bis Ende Juni

Doch Bachl glaubt nicht, dass es im September Massenstarts und Tausende Zuschauer am Streckenrand geben wird. „Grundsätzlich kann ich eine solche Großveranstaltung nicht einfach von jetzt auf gleich an- oder ausschalten.“

Spätestens Ende Juni, wenn die Mitgliederversammlung des Vereins „Marathon Karlsruhe“ stattfindet, soll festgelegt werden, was am 20. September läuft. Szenario eins, nämlich ein Marathon wie gehabt, gilt schon jetzt als quasi ausgeschlossen.

Option zwei: Laufen mit Maske

Option zwei ist eine Laufveranstaltung, bei der zumindest einiges wäre wie gehabt, die Laufstrecke zum Beispiel. Doch Bachl betont: „Das ist eine gedankliche, nicht enorm wahrscheinliche Option.“ Dies liegt daran, dass die Starter in diesem Fall wohl mit Maske laufen müssten. „Das wäre sicher nicht attraktiv“, sagen die Organisatoren vorher.

Ein weiterer Punkt macht diese Lösung für sie schwierig: Man bräuchte mehr Personal und eine andere Infrastruktur, um die Corona-Vorgaben einzuhalten, was mehr Kosten verursachen würde. Gingen gleichzeitig weniger Läufer an den Start, würde ein Defizit drohen.

Anmeldung stagniert

Und seit Beginn der Corona-Krise gingen kaum mehr neue Anmeldungen für den Baden Marathon ein. Aktuell liegt die Zahl 35 Prozent unter Vorjahresniveau. Anfang März verbuchte man noch ein Plus von 25 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitpunkt 2019.

Option drei: Ein Lauf durchs Grüne

Die aktuell wahrscheinliche Option drei eines Laufs durchs Grüne sieht vor, dass bereits bezahlte Startgelder aufs nächste Jahr übertragen, gespendet oder rückerstattet werden könnten. Am 20. September könnten dann wohl rund 2.000 Menschen an der Europahalle ins Rennen gehen. 2019 lag die Meldezahl bei über 9.000.

Einen Massenstart plant Bachl nicht. Vielmehr sollen über Stunden verteilt alle 15 bis 30 Sekunden ein bis zwei Sportler loslaufen, wahrscheinlich Richtung Rhein. „Wir könnten schöne Seiten zeigen, mancher würde die Region vielleicht neu kennenlernen“, so Bachl.

Carl-Kaufmann-Stadion als Ziel

Ihm schwebt kein Wettbewerb vor, möglichst soll keiner andere Teilnehmer überholen. Auch eine Wiederholung einer Schleife soll vermieden werden. Das Ziel ist Abstandhalten, damit die Teilnehmer ohne Maske laufen können. Auf Duschmöglichkeiten, Gepäckaufbewahrung und einen Marathonmarkt würde verzichtet. Die Strecke entspräche wahrscheinlich einem Halbmarathon.

Eine Konstante im Jahr des 38. Marathons wäre der Zielpunkt: Im Carl-Kaufmann-Stadion könnten die Sportler eine „Corona-Medaille“ erhalten. Und aufgefordert werden, das Stadion danach zügig zu verlassen. Das Ganze könnte aus Sicht der Veranstalter zusätzlich mit einem virtuellen Lauf verbunden werden: Dabei

Eliterennen ist keine Option

zeichnet jeder Teilnehmer über eine Laufuhr Strecke und Zeit auf. Die jeweilige Leistung würde dann auf dem Baden-Marathon- Portal im Internet erscheinen. „Noch kann sich aber keiner für diesen Lauf durchs Grüne anmelden“, betont Bachl. Zumal ja auch noch nicht endgültig feststehe, ob dies tatsächlich eine genehmigungsfähige Lösung für 2020 ist.

Ein Eliterennen, das beispielsweise in Tokio für 200 Läufer anstelle des Marathons stattfand, ist aus Sicht von Bachl in Karlsruhe nicht denkbar: „Das können Städte mit einem gigantischen Marathon-Budget machen. Ein solches haben wir nicht.“

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