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Familienvater erzählt

Dank städtischer Förderung fahren nun viele Karlsruher mit dem Lastenrad

Zur Förderung des Lastenradverkehrs hat die Stadt Karlsruhe insgesamt 250.000 Euro in die Hand genommen. Mit dem Geld wurden über 200 Karlsruher beim Umstieg auf die muskelbetriebene Mobilität unterstützt. Einer davon ist Stefan Dupke.

Stefan Dubke hat sich ein Lastenrad gekauft Foto: jodo

Wenn Stefan Dupke von seiner Wohnung in Bulach zu seinem Arbeitsplatz in Durlach-Aue radelt, erntet er teilweise ungläubige Blicke. Der Sozialpädagoge ist nämlich nicht mit einem normalen Zweirad unterwegs, sondern mit einem dreirädrigen Lastenrad des dänischen Herstellers Christiania.

Solche Ausflüge machen schon sehr viel Spaß.

Die Transportbox ist auf dem morgendlichen Hinweg jedoch meistens leer. „Trotzdem braucht man deutlich mehr Kraft als bei einem normalen Fahrrad“, sagt Dupke mit einem Schmunzeln. Auf dem Rückweg geht er dann zumindest an einigen Tagen noch einkaufen. Und am Wochenende chauffiert der zweifache Vater seine beiden Söhne durch die Gegend. „Solche Ausflüge machen schon sehr viel Spaß und deshalb habe ich mir das Lastenrad ja auch gekauft“, sagt Dupke.

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Finanziert dank einer städtischen Finanzspritze

Finanziert hat er das 1.600 Euro teure Gefährt mit der praktischen Transportbox zur Hälfte mit Fördermitteln der Stadt Karlsruhe. Dupke ist einer der 210 Karlsruher, die im Rahmen des städtischen Förderprogramms „Lastenräder für Karlsruher Familien“ einen Zuschuss von bis zu 1.200 Euro für den Kauf ihres Lastenrads erhielten.

Radreporter Foto: None

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Das Programm wurde zur Erhöhung des Radverkehrs in die Wege geleitet und wegen der großen Nachfrage ausgebaut. Am ersten Tag wurden 90 Prozent der ersten 170 Anträge gestellt. Weil die Fördersumme von 200.000 Euro damit fast aufgebraucht war, hat die Stadt noch einmal nachgebessert und zusätzliche 50.000 Euro zur Förderung von weiteren 40 Cargo-Bikes bereitgestellt. „Wir erhalten aber immer noch vereinzelte Anfragen“, sagt der städtische Radverkehrsplaner Johannes Schell.

Lastenradkauf war wirtschaftliche Entscheidung

Bei Dupke war der Kauf eines Lastenrads auch eine wirtschaftliche Entscheidung. Weil er kein Auto hat und eine neue Stelle in Durlach erhielt, war er ohnehin auf der Suche nach einem passenden Transportmittel. „Für ein gutes Rad hätte ich wahrscheinlich um die 1.000 Euro ausgeben müssen. Dann hätte ich noch einen Anhänger für die Kinder gebraucht, und das alles ohne Fördermittel“, so Dupke.

Also machte er aus der Not eine Tugend, stellte die entsprechenden Anträge und erhielt wenig später den Zuschlag. Das ganze Verfahren sei „eigentlich problemlos“ verlaufen, sagt Dupke, dem, wenn er in den kommenden drei Jahren kein Auto anmeldet, noch ein zusätzlicher Umweltbonus von 500 Euro winkt.

Als umständlich erwies sich am Ende übrigens lediglich die Beschaffung eines passenden Modells. Weil das Angebot an preiswerten Lastenrädern in Karlsruhe nach Dupkes Einschätzung bislang noch „sehr übersichtlich“ ist, hat er sein Fahrrad in Mannheim gekauft und abgeholt.

Dafür habe ich nun jeden Tag eine extra Trainingseinheit.

Dass er mit dem Lastenrad für den Arbeitsweg etwas länger braucht als mit einem Trekking-Rad ohne Transportbehälter, nimmt der Mitarbeiter des Diakonischen Werks mit Humor. „Dafür habe ich nun jeden Tag eine extra Trainingseinheit“, sagt Dupke.

Auf ein Pedelec hat er übrigens aus zwei Gründen verzichtet: Zum einen hätten die Lastenräder mit elektrischem Hilfsmotor sein Budget doch deutlich überschritten. Zum anderen sieht Dupke die Umweltbilanz der Lithium-Ionen-Batterien skeptisch. „Die Produktion von Fahrrad-Akkus ist alleine wegen des Lithium-Abbaus umweltschädlich“, sagt er.

Dazu müsse wegen der geringen Haltbarkeit alle paar Jahre ein mehrere hundert Euro teurer Stromspeicher gekauft werden. „Außerdem bedeutet Fahrradfahren für mich immer noch sportliche Betätigung“, sagt Dupke. „Und auch Umweltschutz verlangt Verzicht, den man spüren darf.“

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