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Vier wetterbedingte Absagen

Bilanz zur Open-Air-Saison in Ettlingen: Großer Zuspruch aber weniger Gewinn

Die Open-Air-Saison in Ettlingen ist zu Ende. Kulisse-Chef Marcus Neumann zieht eine durchwachsene Bilanz. Es gab vier wetterbedingte Absagen.

„Schickeria“ auf der Wiese: Dieser und andere Hits der Spider Murphy Gang begeisterten das Publikum beim Open Air auf dem Dickhäuterplatz. Foto: Foto: Klaus Rohrhirsch

Mit einem lachenden und weinenden Auge blickt Marcus Neumann, Chef des Kinos Kulisse Ettlingen, auf die am Samstag zu Ende gegangene Open-Air-Saison auf dem Dickhäuterplatz zurück: Lachend, weil mit 10.740 Zuschauern und Zuhörern in der nun sechsjährigen Open-Air-Geschichte der Kulisse der bisher größte Zuspruch zu verzeichnen ist. Weinend, weil finanziell deutlich weniger hängen bleibt als in den Vorjahren.

Durchwachsene Bilanz

Zudem, so Neumann, war es „witterungsmäßig der bisher schlechteste Open-Air-Sommer“. Von 44 angesetzten Veranstaltungen mussten vier wegen starken Regens komplett abgesagt werden, 19 waren durch Regen und Kälte stark beeinträchtigt. Nur 21 Tage waren tauglich für eine Open-Air-Veranstaltung.

„Gefühlt war die Open-Air-Saison viel schlechter als sie laut Statistik tatsächlich war“, sagt Neumann. Den starken Zuspruch führt er auf das „sehr ambitionierte Programm mit Highlights wie Spider Murphy Gang, Ingo Appelt, „Elvis“ Nils Strassburg, Reinhold Messner, die Band Soulcafé und andere sowie die Stand-up-Comedy von NightWash zurück.

Bestuhlt war für 500 Personen, bei der Spider Murphy Band mussten sogar Ersatzstühle zugestellt werden. Überhaupt waren die Konzerte die Zugnummer Eins. Diese und ausverkaufte Filme wie „Kaiserschmarrndrama“, „Nomadland“, „Bohemian Rhapsody“ oder zuletzt am Samstag „Eine Frau mit berauschenden Talenten“ haben offensichtlich den Geschmack des Publikums getroffen.

Gefühlt war die Saison viel schlechterm als sie laut Statistik war.
Marcus Neumann , Betreiber der Kulisse

Aber: Die großen Namen kosten auch reichlich Gage, die viel aufwändigere Technik als früher– allein die Bühne kostet 36.000 Euro – verschlingt Geld und nicht zuletzt auch das coronabedingte Mehr bei den Personalkosten. Neumann hat „alle Mitarbeiter behalten und bezahlt, fürs Open Air gibt es sogar einen Corona-Bonus“.

Ihm ist wichtig, das Team zusammenzuhalten. „Wir sind eine große Familie, sogar viel Ex-Mitarbeiter kommen zur Aushilfe beim Open Air.“ Es wurde, so Neumann, streng auf die Einhaltung der Corona-Regeln geachtet, „was auch mal Diskussionen ausgelöst hat, etwa wegen des Nachverfolgungsprotokolls. Die Menschen haben einfach Frust und wollen ihn loswerden. Aber wir sind halt nicht der richtige Ansprechpartner“.

Blick geht nach vorne

Seit 21 Jahren gibt es nun das Kino Kulisse in Ettlingen und Neumann hat „nie bereut, diesen Weg eingeschlagen zu haben. Kino ist Leidenschaft“. Und er blickt schon engagiert nach vorne auf 2022. Eigentlich sollte das Open Air wie früher im Schlosshof laufen, aber das war wegen der Verschiebung der Schlossfestspiele nicht möglich.

„Für 2022 habe ich das wieder fest im Blick, zehn bis zwölf Tage sollten im Schlosshof möglich sein, wenn nicht wieder Unvorhersehbares passiert“, schaut Neumann voraus. Bisher sei die Kulisse gut durch die Krise gekommen, weil er Rücklagen hatte und Hilfe vom Staat bekommen habe.

Noch 2020 war Neumann aus dem Fördertopf des Landes „Kultur trotz Abstand“ unterstützt worden, 2021 jedoch hatte er mit seiner Bewerbung um eine Förderung keinen Erfolg. „In Karlsruhe werden sechs Projekte unterstützt, in Ettlingen keines“, bedauert er. Das Kino selbst laufe gut und viele warten gespannt auf die Premiere von „Keine Zeit zu sterben“ – den neuen Bondfilm, der ab 30. September für drei bis vier Wochen gezeigt wird.

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